ANZEIGE

Singapurs Zentralbank strafft Geldpolitik wegen Iran-Krieg-Inflationsrisiken

Die MAS erhöht die Aufwertungsrate des Singapur-Dollar-Korridors und hebt Inflationsprognosen an – trotz schwächerem BIP-Wachstum.

•• 3 Min
Singapurs Zentralbank strafft Geldpolitik wegen Iran-Krieg-Inflationsrisiken

Die Monetary Authority of Singapore (MAS) hat am Dienstag, dem 14. April, ihre Geldpolitik gestrafft. Als Begründung nannte die Zentralbank das Risiko, dass ein durch den Iran-Krieg ausgelöster Energieschock die Kerninflation deutlich in die Höhe treiben könnte. Der Schritt fiel zeitgleich mit schwachen Wirtschaftsdaten, die den wachsenden Druck auf die singapurische Wirtschaft verdeutlichen.

Singapur steuert seine Geldpolitik nicht über klassische Zinssätze, sondern über den nominalen effektiven Wechselkurs des Singapur-Dollars (S$NEER). Dabei lässt die MAS die Landeswährung gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner innerhalb eines nicht offengelegten Korridors steigen oder fallen. Die Zentralbank passt diesen Korridor über drei Hebel an: die Steigung, den Mittelpunkt und die Breite. Diesmal erhöhte die MAS lediglich die Aufwertungsrate – Breite und Mittelwert des Korridors bleiben unverändert.

Von 13 im Vorfeld befragten Analysten hatten 11 genau diesen Schritt erwartet. Zwei Analysten prognostizierten keine Änderung. Der Singapur-Dollar zeigte sich nach der Entscheidung gegenüber dem US-Dollar weitgehend stabil.

Inflationsprognosen deutlich angehoben

Die MAS hob ihre Prognosen für die Kern- und Gesamtinflation für das Jahr 2026 spürbar an. Die neue Spanne liegt bei 1,5 % bis 2,5 %, nach zuvor 1,0 % bis 2,0 %. Hintergrund ist der sprunghafte Anstieg der Energiepreise infolge des Nahost-Krieges, der Ende Februar ausgebrochen war. Die Kerninflation hatte im Februar noch bei 1,4 % gegenüber dem Vorjahr gelegen – die Daten für März werden erst nächste Woche erwartet.

„Da höhere Energiekosten weltweit durch die Lieferketten weitergegeben werden, wird eine breitere Palette von Singapurs Importkosten steigen", erklärte die Zentralbank. Als kleine, stark handelsabhängige Volkswirtschaft ist Singapur besonders anfällig für Unterbrechungen globaler Lieferketten und volatile Energiepreise. Die MAS betonte, dass „erhebliche Risiken für die Inflations- und Wachstumsaussichten" bestehen und die Lage im Nahen Osten „höchst ungewiss" bleibe.

BIP-Wachstum im ersten Quartal enttäuscht

Gleichzeitig mit der geldpolitischen Entscheidung veröffentlichte die Regierung vorläufige Wachstumsdaten, die die Zwickmühle der MAS verdeutlichen. Die Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2026 zwar um 4,6 % im Jahresvergleich, blieb damit aber deutlich hinter den Markterwartungen von 5,9 % zurück. Auf saisonbereinigter Quartalsbasis schrumpfte das BIP sogar um 0,3 % gegenüber dem vierten Quartal 2025.

Das Handelsministerium hatte für das Gesamtjahr ein Wachstum von 2 % bis 4 % prognostiziert. Die MAS kündigte an, diese Prognose im Mai zu aktualisieren. Die Zentralbank erwartet, dass das BIP-Wachstum im Verlauf des Jahres weiter nachlassen wird und die Produktionslücke im Durchschnitt bei etwa 0 % liegen dürfte.

Um den wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges entgegenzuwirken, hat die singapurische Regierung ein Unterstützungspaket im Wert von fast einer Milliarde Singapur-Dollar (rund 785 Millionen US-Dollar) angekündigt. Das Paket umfasst Barzahlungen und Kraftstoffgutscheine für die Bevölkerung.

Weitere Straffung im Juli möglich

Ökonomen schließen einen weiteren geldpolitischen Schritt nicht aus. Chua Hak Bin von Maybank erklärte, die MAS halte sich die Tür für eine weitere Straffung bei der Sitzung im Juli offen – abhängig von der weiteren Entwicklung von Inflation und Wachstum. „Wir glauben, dass der Iran-Krieg die Inflation stärker beeinflussen könnte als das Wachstum, und können einen weiteren Straffungsschritt bei der Juli-Sitzung nicht ausschließen", so der Ökonom.

Edward Lee, Chefökonom bei Standard Chartered, bezeichnete den Schritt der MAS als „maßvoll" und verwies auf die schwierige Lage vieler Zentralbanken weltweit. Höhere Preise und Lieferunterbrechungen belasten gleichzeitig Inflation und Wachstum. „Wir gehen davon aus, dass die Inflation kurzfristig weiter steigen wird, weitere geldpolitische Entscheidungen jedoch davon abhängen werden, ob die Zweitrundeneffekte der Inflation oder die Inflationserwartungen Anlass zur Sorge geben", so Lee.

Die MAS hatte ihre Politik bei den drei vorangegangenen Sitzungen im Januar, Oktober und Juli unverändert gelassen. Im April des Vorjahres hatte sie die Geldpolitik noch gelockert. Die aktuelle Straffung markiert damit eine deutliche Kehrtwende, die den veränderten globalen Rahmenbedingungen Rechnung trägt.

Mas GeldpolitikSingapur InflationS$NEERIran Krieg EnergiepreiseSingapur Bip 2026Monetary Authority Of SingaporeSingapur Zentralbank

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  3. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  4. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  5. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.