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Schweizer Finanzministerin warnt vor Eurokrise durch hohe Staatsschulden

Karin Keller-Sutter sieht Risiken für die wirtschaftliche Stabilität durch steigende öffentliche Schulden in Europa und den USA.

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Schweizer Finanzministerin warnt vor Eurokrise durch hohe Staatsschulden

Die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter warnt vor den Folgen steigender öffentlicher Schulden. Am Rande der Jahrestagungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Bangkok sagte sie am Freitag, die hohen Schuldenstände in Europa und darüber hinaus stellten ein Risiko für die wirtschaftliche Stabilität dar und könnten eine Euro-Krise auslösen. Über ihre Einschätzung sprach Keller-Sutter mit dem Schweizer Nationalradio SRF.

Die Schweiz selbst weist einen der niedrigsten öffentlichen Schuldenstände in Europa auf. Dennoch sieht die Finanzministerin keinen Anlass zur Entwarnung. Sie betonte, es sei im aktuellen Umfeld wichtig, das Gesamtbild zu sehen und nicht allein auf die vergleichsweise solide eigene Haushaltslage zu schauen.

Warnung vor Ansteckungseffekten

„Wir sind international so eng vernetzt, dass wir auch verwundbar sind, beispielsweise für den Fall, dass es aufgrund der Staatsschulden großer Länder zu einer Schuldenkrise kommt“, sagte Keller-Sutter gegenüber SRF. Sie nannte dabei ausdrücklich die Vereinigten Staaten und Europa. „Ich denke dabei insbesondere an die Vereinigten Staaten, aber auch an Europa; wir haben Frankreich – das könnte zu einer Euro-Krise führen“, so die Ministerin.

Damit rückt Frankreich in den Fokus der Debatte. Der hohe öffentliche Schuldenstand, die Haushaltsdefizite und das schwache Wirtschaftswachstum des Landes haben Sorgen hinsichtlich seiner Finanzen geschürt. Zugleich hat die politische Fragmentierung die Bemühungen um eine fiskalische Konsolidierung erschwert.

Fiskalische Konsolidierung bezeichnet den Abbau von Haushaltsdefiziten und Staatsschulden, etwa durch Ausgabenkürzungen oder höhere Einnahmen. Genau dieser Konsolidierungskurs gilt in Frankreich als politisch schwierig durchsetzbar – ein Punkt, der die Unsicherheit an den Finanzmärkten zusätzlich erklären dürfte.

Energiepreise nähren die Sorgen

Neben der Schuldenentwicklung bereiten den politischen Entscheidungsträgern auch die Energiepreise Kopfzerbrechen. Keller-Sutter verwies darauf, dass die Energiepreise die Bedenken der Politik zusätzlich nähren. Beide Faktoren zusammen – hohe Schulden und teure Energie – treffen die Konjunktur und die Haushalte der Staaten gleichzeitig.

Für deutsche Anleger ist die Warnung aus Bern relevant, weil die Schweiz zwar nicht zur Eurozone gehört, aber über Kapitalmärkte, Währungen und den Handel eng mit ihren Nachbarn verflochten ist. Eine Schuldenkrise großer Volkswirtschaften würde sich über Finanzmärkte und Wechselkurse auch auf den Euroraum und die Schweiz auswirken. Der Schweizer Franken gilt in solchen Phasen traditionell als sicherer Hafen.

Die Äußerungen fielen am Rande der IWF- und Weltbank-Jahrestagungen, auf denen Vertreter aus aller Welt über Konjunktur- und Finanzrisiken beraten. Keller-Sutter machte damit deutlich, dass sie die öffentlichen Finanzen großer Staaten als zentrales Risiko für die Stabilität des internationalen Finanzsystems einstuft. Die Schweiz selbst bleibt trotz dieser Risiken ein Land mit vergleichsweise niedriger Staatsverschuldung.

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