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CIBC warnt: Schwacher Loonie birgt Inflationsrisiken für Kanadas Notenbank

Der kanadische Dollar hat seit Sommer 2025 rund 5% gegenüber dem handelsgewichteten Währungskorb verloren – mit Folgen für die Inflation.

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CIBC warnt: Schwacher Loonie birgt Inflationsrisiken für Kanadas Notenbank

Die anhaltende Schwäche des kanadischen Dollars könnte die Zinserwartungen der Bank of Canada erheblich erschweren. Davor warnt Avery Shenfeld, Ökonom bei CIBC Capital Markets. Sollte der US-Dollar weiter an Stärke gewinnen, gerate die kanadische Zentralbank unter zusätzlichen Druck – zumal Handelsspannungen das inländische Wachstum bedrohen. Seit Sommeranfang 2025 hat der „Loonie“, wie die kanadische Währung im Finanzjargon genannt wird, etwa 5% seines Wertes gegenüber dem handelsgewichteten Währungskorb der Bank of Canada eingebüßt.

Historische Modelle deuten laut CIBC darauf hin, dass diese Abwertung den Inflationsdruck auf seinem Höhepunkt um rund 0,3 Prozentpunkte erhöhen könnte. Ein Teil dieses Drucks ist bereits in die Verbraucherpreise durchgeschlagen. Der Rückgang der Währung könnte sich sogar noch verstärken, falls die US-Notenbank Federal Reserve die Zinssätze erhöht, während die Bank of Canada die Kreditkosten unverändert lässt. Eine solche Zinsdifferenz würde den kanadischen Dollar zusätzlich belasten.

Schwächerer Loonie: Belastung und Stütze zugleich

Ein schwächerer Loonie verteuert Importe und kann so die Inflation befeuern. Gleichzeitig kann er die Exporte stützen, indem er kanadische Waren im Ausland wettbewerbsfähiger macht. CIBC warnte jedoch, dass die inflationären Folgen möglicherweise nicht ausreichen, um die kanadische Zentralbank zu einer Zinsanhebung zu zwingen. Entscheidend ist, ob die Währungsabwertung nur zu einem vorübergehenden Preisanstieg führt oder einen breiteren inflatorischen Trend auslöst. Die Bank muss zudem die zunehmenden wirtschaftlichen Risiken durch US-Zölle und die schwächelnde inländische Nachfrage abwägen.

Für den September rechnet CIBC mit einem Anstieg der jährlichen Inflationsrate in Kanada von 3,0% im August auf 3,2%. Dieser Anstieg ist größtenteils auf höhere Benzinpreise zurückzuführen. Die Kerninflationsmaße dürften hingegen näher bei 2% liegen. Genau diese Kernrate stützt die Argumentation der Bank of Canada, die Zinsen unverändert zu lassen, so die Einschätzung des Instituts.

Handelsspannungen und Ölpreise als Risikofaktoren

Eine weitere Eskalation der Handelsspannungen zwischen Kanada und den USA könnte zusätzliche Belastungen für die Wirtschaft darstellen. Konkret droht ab dem 1. Januar ein US-Zoll von 50% auf kanadische Autos und Autoteile. Sinkende Ölpreise sowie ein schwächeres Wachstum könnten die Bank of Canada dagegen dazu veranlassen, im kommenden Jahr eine Zinssenkung in Erwägung zu ziehen – was möglicherweise weiteren Abwärtsdruck auf die Währung ausüben würde.

CIBC warnte zugleich davor, dass ein schwächerer Loonie den Exporteuren nur begrenzte Erleichterung bieten würde. Viele kanadische Hersteller sind auf Vorleistungen angewiesen, die in US-Dollar preisen. Jede Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit würde sich daher wahrscheinlich auf Branchen konzentrieren, die nicht direkt von Zöllen betroffen sind.

Für Anleger ergibt sich daraus ein klarer Beobachtungsauftrag: Das Institut rät, den breiten US-Dollar-Index gemeinsam mit der kanadischen Währung zu verfolgen. Nur so lässt sich einschätzen, ob Wechselkursbelastungen die bevorstehenden Entscheidungen der Bank of Canada erheblich beeinflussen könnten.

Fazit für deutsche Anleger

Die Gemengelage aus Währungsschwäche, drohenden US-Zöllen und einer robusten Kerninflation macht die Geldpolitik in Kanada schwer kalkulierbar. Wer in kanadische Anleihen oder den kanadischen Dollar investiert ist, sollte sowohl die Zinsentscheidungen der Bank of Canada als auch die Entwicklung der US-Währung genau im Auge behalten. Die vom Ölpreis und der Binnenkonjunktur ausgehenden Signale dürften dabei ebenso wichtig sein wie die reine Inflationsrate.

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