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Schneemangel in Alpen treibt Gasverbrauch und Energiepreise in Europa

Unterdurchschnittliche Schneedecke in Italien und Österreich zwingt Versorger zu höherer Gaserzeugung bei knappen Reserven.

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Schneemangel in Alpen treibt Gasverbrauch und Energiepreise in Europa

Die ungewöhnlich geringe Schneedecke in den Alpenregionen Italiens und Österreichs verschärft die Energiesituation in Europa. Die fehlende Schneeakkumulation führt zu einem drastischen Rückgang der Wasserkraft – in Österreich die wichtigste Stromquelle und in Italien die zweitwichtigste regelbare Energieform. Versorgungsunternehmen kompensieren die Ausfälle verstärkt durch Gaskraftwerke, was die ohnehin angespannten Gasvorräte weiter belastet.

Die Stromerzeugung aus Erdgas ist bereits deutlich gestiegen: In Italien um 24 Prozent, in Österreich um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Daten von LSEG zeigen. Gleichzeitig brach die Wasserkraftproduktion in Italien um 22 Prozent ein – der niedrigste Stand seit mindestens 2023. Die Prognosen bis April sehen düster aus: Die erwartete Wasserkraftproduktion liegt in Italien rund 13 Prozent unter dem langfristigen Durchschnitt, in Österreich sogar 40 Prozent darunter.

Während Skandinavien, Russland und Mitteleuropa reichlich Schnee verzeichnen, herrscht in West- und Südeuropa akuter Schneemangel. Besonders betroffen sind die norditalienischen Regionen, wo derzeit die Olympischen Winterspiele stattfinden. Skigebiete können zwar mit Kunstschnee aushelfen, doch Energieversorger sind auf echten Schnee als natürliches Reservoir für die spätere Stromerzeugung angewiesen.

Gaspreise steigen deutlich

Die angespannte Situation spiegelt sich in den Energiepreisen wider. Die europäischen Erdgas-Referenzpreise kletterten im bisherigen Jahresverlauf auf durchschnittlich 34 Euro pro Megawattstunde – ein Anstieg von 26 Prozent gegenüber den 27 Euro im Dezember 2025. Die regionalen Gasvorräte befinden sich bereits auf Mehrjahrestiefs, was den Preisdruck weiter erhöht.

Für große LNG-Exporteure wie die USA und Katar eröffnet die höhere europäische Gasnachfrage erhebliche Gewinnchancen. Gleichzeitig steigen die Beschaffungskosten für europäische Energieversorger, was sich letztlich in höheren Stromrechnungen für Verbraucher niederschlagen könnte. Versorgungsunternehmen haben kaum Alternativen, da sie die Stromversorgung für Winter und Frühjahr sicherstellen müssen.

Risiken und Ausblick

Weitere Preissteigerungen drohen bei flächendeckenden Kälteeinbrüchen oder Unterbrechungen der LNG-Lieferströme. Auch die Türkei folgt zunehmend dem Trend, Wasserkraftausfälle durch Gaserzeugung auszugleichen. Die optimistischen Aussichten für den Gassektor könnten allerdings noch durch starke Schnee- und Regenfälle in den kommenden Wochen gedämpft werden.

Die Prognosen für das Donau-Einzugsgebiet – von Süddeutschland über Ungarn bis Rumänien – liegen trotz unterdurchschnittlicher Werte noch im Bereich des langfristigen Durchschnitts. Sollte die Schneeakkumulation jedoch weiterhin unter den historischen Werten bleiben, werden Energieunternehmen das erhöhte Niveau der Gaserzeugung beibehalten müssen, was die Margen belastet und die Energiewende vor zusätzliche Herausforderungen stellt.

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