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Samsung Biologics kauft PolyPeptide Group für 1,8 Milliarden Dollar

Der südkoreanische Biopharma-Riese greift mit einem Milliarden-Barangebot nach dem Schweizer Peptid-Spezialisten – und visiert den boomenden Adipositas-Markt an.

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Samsung Biologics kauft PolyPeptide Group für 1,8 Milliarden Dollar

Samsung Biologics hat ein öffentliches Kaufangebot in Höhe von 1,46 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,8 Milliarden US-Dollar) für die Schweizer PolyPeptide Group unterbreitet. Das gab der südkoreanische Biopharma-Hersteller am Montag bekannt. Je Aktie bietet Samsung Biologics den PolyPeptide-Aktionären 44,31 Schweizer Franken in bar. Der Abschluss der Transaktion wird noch für Ende dieses Jahres erwartet.

Laut Samsung Biologics handelt es sich um die größte biopharmazeutische M&A-Transaktion in der Geschichte Südkoreas. Mit der Übernahme will das Unternehmen sein Portfolio gezielt diversifizieren und in den Bereich der Peptid-Therapeutika expandieren – eines der am schnellsten wachsenden Segmente der gesamten Biopharmabranche.

Adipositas-Boom als strategischer Treiber

Der Hintergrund der Akquisition ist klar: Die globale Nachfrage nach Medikamenten zur Gewichtsreduktion und Diabetesbehandlung wächst rasant. Peptid-Therapeutika sind Wirkstoffe, die aus kurzen Aminosäureketten bestehen. Dazu zählen auch sogenannte GLP-1-Präparate, die ein natürliches Hormon imitieren, um den Appetit zu zügeln und den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Medikamente dieser Klasse – bekannt durch Produkte wie Ozempic oder Wegovy – haben den Pharmamarkt in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.

Samsung Biologics erklärte, die Übernahme werde das bestehende Angebot des Unternehmens erweitern, das sich bisher auf Antikörper-Medikamente sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate konzentriert. Künftig soll die wachsende Kundennachfrage über ein breiteres Spektrum an therapeutischen Modalitäten bedient werden – angetrieben insbesondere durch peptidbasierte GLP-1-Therapien gegen Adipositas und Diabetes.

Der Verwaltungsratspräsident von PolyPeptide, Peter Wilden, äußerte sich positiv zu dem Angebot: „Nach einer umfassenden Prüfung der strategischen Optionen ist der Verwaltungsrat davon überzeugt, dass das Angebot von Samsung Biologics für unsere Aktionäre überzeugend ist, da es einen attraktiven Barpreis sowie einen unmittelbaren und sicheren Wert bietet."

PolyPeptide: Erfahrener Schweizer Peptid-Spezialist

Die PolyPeptide Group hat ihren Hauptsitz in Baar in der Schweiz und wurde 1996 aus dem globalen Pharmaunternehmen Ferring ausgegliedert. Das Unternehmen verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von mehr als 1.000 therapeutischen Peptiden. Mit Standorten in Schweden, Belgien, Frankreich, den USA und Indien deckt PolyPeptide die gesamte Wertschöpfungskette ab – von Forschung und Entwicklung über die Prozessentwicklung bis hin zur kommerziellen Fertigung.

Genau dieses globale Netzwerk ist für Samsung Biologics von strategischem Wert. Die Übernahme soll die internationale Präsenz des südkoreanischen Unternehmens deutlich stärken und den Zugang zu etablierten Produktionskapazitäten in Europa und Nordamerika sichern.

An der Börse reagierten Anleger verhalten: Die Aktien von Samsung Biologics gaben am frühen Montag um 1,3 Prozent nach. Solche kurzfristigen Kursrückgänge nach Übernahmeankündigungen sind nicht ungewöhnlich, da Investoren zunächst den gezahlten Preis und die strategische Logik einer Transaktion bewerten. Für die PolyPeptide-Aktionäre hingegen stellt das Barangebot eine klare und unmittelbare Prämie dar.

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