AbbVies 10,9-Milliarden-Übernahme: Was bedeutet das für die Dividende?
AbbVie kauft Apogee Therapeutics für 10,9 Milliarden Dollar – doch bleibt die Dividende des Pharmariesen davon unberührt?

AbbVie hat am 22. Juni angekündigt, das Biotechunternehmen Apogee Therapeutics für 10,9 Milliarden US-Dollar in bar zu übernehmen. Der Deal erweitert das Portfolio des Pharmariesen um Zumilokibart, ein vielversprechendes Prüfpräparat gegen Ekzeme, und soll AbbVies führende Position im Bereich Immunologie weiter festigen. Unter Anlegern sorgt die Transaktion jedoch für gemischte Reaktionen.
Während ein Teil der Investoren den strategischen Zukauf begrüßt, befürchten andere, dass die hohen Kosten das Dividendenprogramm von AbbVie belasten könnten. Dieses gilt als eines der wichtigsten Verkaufsargumente des Unternehmens – besonders für einkommensorientierte Anleger. Doch es gibt gute Gründe, warum diese Sorge möglicherweise unbegründet ist.
Dividendenkönig mit langer Tradition
AbbVie ist ein sogenannter „Dividendenkönig" – ein Unternehmen, das seit mindestens 50 aufeinanderfolgenden Jahren seine Dividende erhöht hat, einschließlich der Zeit unter dem Dach von Abbott Laboratories. Dieser Status ist für das Management von enormer Bedeutung. Würde AbbVie auch nur ein einziges Jahr auf eine Dividendenerhöhung verzichten, müsste das Unternehmen wieder bei null beginnen und erneut 50 Jahre investieren, um diesen Titel zurückzugewinnen.
Hinzu kommt, dass AbbVie die Übernahme über Fremdkapital finanzieren will. Die eigenen Barreserven werden damit nicht angetastet. Für das Jahr 2025 wird ein freier Cashflow von 17,8 Milliarden US-Dollar erwartet – eine solide Basis, die dem Unternehmen erheblichen finanziellen Spielraum lässt.
Ein Blick in die Vergangenheit liefert zudem einen aufschlussreichen Präzedenzfall: Im Mai 2020 übernahm AbbVie den Botox-Hersteller Allergan für 63 Milliarden US-Dollar in einer Kombination aus Bar- und Aktienkomponenten – die bis dahin größte Übernahme in der Geschichte des Unternehmens und eine der größten in der gesamten Pharmaindustrie. Trotz dieser massiven Transaktion blieb das Dividendenprogramm nicht nur intakt, sondern wuchs seither um beeindruckende 46,6 Prozent.
Strategischer Mehrwert durch Zumilokibart
Die Allergan-Übernahme zeigt exemplarisch, wie solche Zukäufe langfristig das Geschäft stärken können. Produkte wie die Botox-Sparte und Vraylar – ein Medikament gegen Schizophrenie – halfen AbbVie, die sogenannte Patentklippe von Humira zu überwinden. Als der Patentschutz für das einstige Blockbuster-Medikament auslief, drohte ein erheblicher Umsatzeinbruch. Die durch Allergan gewonnene Diversifikation federte diesen Effekt ab.
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Zur AktienanalyseÄhnliches erhofft sich AbbVie nun von der Apogee-Übernahme. Sollte Zumilokibart so erfolgreich werden, wie das Unternehmen erwartet, könnte das Präparat solides Wachstum bei Umsatz, Gewinn und freiem Cashflow generieren – und damit das Dividendenprogramm langfristig absichern und ausbauen.
In der Zwischenzeit stützt sich AbbVie weiterhin auf seine beiden wichtigsten Wachstumstreiber Skyrizi und Rinvoq, um starke Finanzergebnisse zu erzielen. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über mehrere weitere Pipeline-Kandidaten, darunter auch Projekte im schnell wachsenden Markt für Gewichtsreduktion.
Für dividendenorientierte Anleger bleibt AbbVie damit trotz der milliardenschweren Übernahme ein attraktives Investment. Die Kombination aus starkem freiem Cashflow, einer jahrzehntelangen Dividendenhistorie und einem wachsenden Produktportfolio spricht dafür, dass die Ausschüttungen auch künftig stabil bleiben – und weiter steigen dürften.


