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Sambia und Botswana stärken Kupfer- und Batterielieferketten

Zwei Milliardenprojekte in Sambia und Botswana treiben die regionale Kupferproduktion und Chemieversorgung voran.

• 3 Min
Sambia und Botswana stärken Kupfer- und Batterielieferketten

Die Bergbaulandschaft im südlichen Afrika durchläuft derzeit einen bedeutenden Wandel. Regionale Akteure nutzen die weltweit steigende Nachfrage nach Kupfer und batteriegeeigneten Chemikalien, um ihre Produktionskapazitäten massiv auszubauen. Zwei aktuelle Entwicklungen in Sambia und Botswana unterstreichen diesen strategischen Vorstoß zur Sicherung der Lieferketten für die Demokratische Republik Kongo (DRC) und die gesamte Copperbelt-Region.

In Sambia hat Vedantas Konkola Copper Mines (KCM) ein wegweisendes Abkommen im Wert von 498 Millionen US-Dollar mit dem chinesischen Unternehmen NERIN Engineering abgeschlossen. Der Deal sieht den Bau einer riesigen Kupferrückgewinnungsanlage in Chingola vor, die Metall aus vorhandenen Bergbauabfällen (Tailings) extrahieren soll. Die Anlage ist darauf ausgelegt, die jährliche Kupferproduktion von KCM um 70.000 Tonnen zu steigern. Durch den Einsatz moderner Laugungstechnologie soll das Projekt zur größten Anlage dieser Art auf dem afrikanischen Kontinent werden.

Diese Investition ist ein zentraler Bestandteil der nationalen Strategie Sambias, die jährliche Kupferproduktion von 890.346 Tonnen im Jahr 2025 auf drei Millionen Tonnen bis zum Jahr 2031 zu steigern. Im Rahmen des Vertrags wird China NERIN umfassende Engineering-, Beschaffungs- und Bauleistungen (EPC) erbringen sowie die Inbetriebnahme, Leistungstests und die Schulung der Belegschaft übernehmen. Die Expansion kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt, da die globale Energiewende die Nachfrage nach Kupfer in Stromnetzen, erneuerbaren Energieinfrastrukturen, Rechenzentren und Elektrofahrzeugen kontinuierlich antreibt.

Strategische Bedeutung für die Region

Sambia ist nach der Demokratischen Republik Kongo der zweitgrößte Kupferproduzent Afrikas. Die DRC meldete kürzlich einen Rückgang der Kupferexporte um fast 15 Prozent im ersten Quartal. Vor diesem Hintergrund gewinnt Sambias Vorhaben, die eigene Produktion massiv auszubauen, zusätzlich an strategischer Bedeutung. Das KCM-Projekt sichert nicht nur die Position Sambias, sondern stärkt auch die gesamte regionale Versorgung mit dem begehrten Industriemetall.

Parallel zu den Entwicklungen in Sambia erhält die Lieferkette für die Bergbauindustrie einen weiteren bedeutenden Schub aus Botswana. Der Bergbauchemikalien-Importeur Kemcore hat die entscheidende Umweltgenehmigung für eine 140 Millionen US-Dollar schwere Produktionsanlage erhalten. Dieser Meilenstein ebnet den Weg für die finale Finanzierung des Projekts. Die Anlage wird der erste integrierte Chemiekomplex für Batteriemineralien im südlichen Afrika sein und ist speziell darauf ausgelegt, Kupfer- und Kobaltminen in der DRC und Sambia zu beliefern.

Calisto Radithipa, Gründer und Chief Commercial Officer von Kemcore, betonte, dass die Genehmigung ein entscheidender Entwicklungsmeilenstein sei. Das Unternehmen strebt den finanziellen Abschluss bis Dezember 2026 an, mit einem Baubeginn im Jahr 2027 und der ersten Produktion in der ersten Hälfte des Jahres 2028. Die Kemcore-Anlage wird in Phasen gebaut und soll eine jährliche Produktionskapazität von 150.000 Tonnen an Batteriemineral-Reagenzien erreichen, darunter Natriummetabisulfit, Natriumhydrosulfid und Natriumisobutylxanthat.

Standortvorteil und Investoreninteresse

Der Standort der Anlage im zentralen Botswana ist strategisch günstig gewählt. Er befindet sich in der Nähe wichtiger Rohstoffe wie Sodaasche und Salz, die von der Botash-Mine in 300 Kilometern Entfernung bezogen werden. Darüber hinaus führt Kemcore fortgeschrittene Gespräche zur Sicherung von Gaslieferungen aus dem Kohleflözgas-Projekt von Botala Energy. Die Anlage wird innerhalb des Leupane Energy Hub and Industrial Park von Botala Energy errichtet, der zudem die Entwicklung von 700 Megawatt hybrider Gas- und Solarenergie-Kapazität plant.

Radithipa hob die Attraktivität des Projekts für Investoren hervor: "Die Gespräche mit Geldgebern sind fortgeschritten, und wir haben gutes Interesse von regionalen und lokalen Institutionen gesehen, da dies eine gute Gelegenheit bietet, sich an kritischen Mineralien zu beteiligen, ohne tatsächlich in eine Mine investieren zu müssen."

Zusammen repräsentieren diese beiden Entwicklungen eine konzertierte Anstrengung zur Optimierung des regionalen Bergbau-Ökosystems. Während sich die KCM-Investition auf die Steigerung der primären Kupfergewinnung durch innovative Tailings-Verarbeitung konzentriert, adressiert der Chemiekomplex von Kemcore den kritischen Bedarf an lokalisierten Reagenzien-Lieferketten. Beide Initiativen sind essenziell, um die Bergbausektoren der DRC und Sambias zu unterstützen, während sie die Komplexität der globalen Energiewende bewältigen und versuchen, die steigende internationale Nachfrage nach kritischen Mineralien zu decken.

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