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Rüstungsriesen dominieren Waffenmarkt trotz Drohnen-Boom bis 2033

Trotz des rasanten Wachstums günstiger Drohnen und Defence-Tech-Start-ups behalten etablierte Rüstungskonzerne laut BCG-Studie ihre Marktführerschaft.

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Rüstungsriesen dominieren Waffenmarkt trotz Drohnen-Boom bis 2033

Eine neue Studie der Beratungsgesellschaft BCG und Vertical Research Partners kommt zu einem klaren Ergebnis: Etablierte Rüstungskonzerne werden die globalen Verteidigungsmärkte auch im nächsten Jahrzehnt dominieren. Trotz des schnellen Wachstums günstigerer, massengefertigter Systeme wie Drohnen werden komplexe Waffen traditioneller Hersteller im Jahr 2033 noch immer mehr als 80 Prozent des Marktes ausmachen.

Diana Dimitrova, Leiterin der BCG-Praxisgruppe für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung in Großbritannien, betont: „Sowohl Defence-Tech-Unternehmen als auch etablierte Auftragnehmer werden wachsen – der Großteil der Ausgaben wird jedoch bei den traditionellen Akteuren verbleiben, die Großplattformen und komplexe Systeme liefern." Die Studie analysierte eine Reihe von Programmen für komplexe Fähigkeiten und untersuchte, wie viele davon bis 2033 durch günstigere Alternativen ersetzt werden könnten.

Milliarden für große Plattformen – kleine Systeme wachsen von niedriger Basis

Die Zahlen verdeutlichen das Ungleichgewicht eindrücklich: Teure Systeme machten im vergangenen Jahr in den USA, der EU und Großbritannien Ausgaben von rund 65 Milliarden US-Dollar aus. Dem gegenüber standen lediglich etwa 5 Milliarden US-Dollar für erschwingliche Massensysteme und nur 55 Millionen US-Dollar für Einwegsysteme wie einfache Kampfdrohnen.

Bis 2033 sollen die jährlichen Ausgaben für große Systeme auf 79 Milliarden US-Dollar steigen. Der Markt für kleinere Verteidigungssysteme wird laut Prognose zwar wachsen, jedoch lediglich 17,5 Milliarden US-Dollar erreichen – ein deutliches Wachstum, aber von einer sehr niedrigen Ausgangsbasis aus.

In Europa zeichnet sich ein noch dynamischeres Bild ab. Angesichts der russischen Aggression haben europäische Regierungen eine umfassende Aufrüstungsoffensive gestartet. BCG prognostiziert, dass sich der europäische Markt für Verteidigungsgüter von rund 150 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 380 Milliarden Euro bis 2035 mehr als verdoppeln wird – vorausgesetzt, Europa erreicht sein Ziel, 3,5 Prozent des BIP für Verteidigung auszugeben. Defence-Tech-Akteure könnten davon 50 bis 80 Milliarden Euro für sich gewinnen.

Farnborough Airshow als Bühne für den Branchenkonflikt

Die Studienergebnisse werden im Vorfeld der Farnborough Airshow veröffentlicht, auf der Defence-Start-ups mit etablierten Rüstungskonzernen um Aufmerksamkeit konkurrieren. Die Organisatoren der alle zwei Jahre stattfindenden Messe gaben an, dass Verteidigungsunternehmen – darunter Defence-Tech- und KI-fokussierte Akteure – in diesem Jahr etwa die Hälfte der 1.600 Aussteller stellen werden.

Einige Branchenführer warnen, dass wendige, technologieorientierte Unternehmen mit Fokus auf autonome Systeme die etablierte Hierarchie der Rüstungsindustrie gefährden könnten. In Europa haben Investoren Milliarden von US-Dollar in Newcomer wie Helsing und Quantum Systems gesteckt, was die Bewertungen in die Höhe getrieben und Sorgen vor einer Rüstungsblase geschürt hat.

Byron Callan, Analyst bei Capital Alpha Partners, ordnet die Lage nüchtern ein: Neue Systeme wie Drohnen seien zwar ein „neuer und bedeutender Faktor bei der Gestaltung der Verteidigung", jedoch sei nicht davon auszugehen, „dass sie bemannte Plattformen vollständig verdrängen werden, insbesondere in der Bodenkriegsführung".

Wartung und Ersatzteile sichern Gewinne der Platzhirsche

Ein weiterer struktureller Vorteil der etablierten Konzerne liegt in der Profitabilität über den gesamten Lebenszyklus ihrer Systeme. Komplexe Waffen erzielen laut BCG-Analyse rund die Hälfte ihres Lebenszeit-Gewinns durch Wartung, Ersatzteile und Upgrades während ihrer Einsatzdauer. Dieser Umstand macht die Einnahmen nachhaltiger und planbarer als bei einfacheren Einwegsystemen.

Hinzu kommt, dass etablierte Auftragnehmer aufgrund langfristiger Beziehungen zu Regierungen besser vor einem Rückgang der Ausgaben in Friedenszeiten geschützt sind. Dennoch mahnt BCG-Expertin Dimitrova zur Wachsamkeit: Die Hauptauftragnehmer müssten sich anpassen und überlegen, „wo sie konkurrieren und wo sie ihr Kapital einsetzen". Die entscheidende Frage laute, ob sie weiterhin in stabile, profitable Programme investieren oder sich stärker in wachstumsstärkeren Segmenten engagieren – und ob sie einfach die erfolgreichsten Start-ups aufkaufen sollten.

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