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Bernstein setzt auf Leonardo, Thales und Rheinmetall als Top-Rüstungsaktien

Der Broker Bernstein hebt drei europäische Rüstungswerte hervor, die durch unternehmensspezifische Katalysatoren und Gewinnheraufstufungen überzeugen sollen.

Bernstein setzt auf Leonardo, Thales und Rheinmetall als Top-Rüstungsaktien

Bernstein hat Leonardo, Thales und Rheinmetall als bevorzugte europäische Rüstungsaktien identifiziert. Der Broker begründet seine Auswahl damit, dass unternehmensspezifische Katalysatoren einen überzeugenderen Weg zu Renditen bieten als ein breites Sektorengagement. Während Leonardo und Thales als sogenannte „Self-Help"-Storys eingestuft werden, bleibt Rheinmetall der bevorzugte Wachstumstitel im Portfolio.

Die Analyse von Bernstein kommt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Rüstungsaktien insgesamt unter Druck stehen. Der Broker setzt daher bewusst auf Einzelwerte mit klaren operativen Treibern und Potenzial für Gewinnheraufstufungen – statt auf eine pauschale Sektorwette.

Leonardo: Kaufgelegenheit nach CEO-Wechsel

Bei Leonardo erwartet Bernstein ein weiteres Quartal mit übertroffenen Erwartungen und angehobenen Prognosen – im Fachjargon als „Beat-and-Raise" bekannt. Der Broker liegt beim EBITA 5% über dem Marktkonsens und sieht bei den meisten Kennzahlen Spielraum für Anhebungen der Prognosen für das Jahr 2026. Zudem wird eine Verbesserung des freien Cashflows erwartet.

Besonders auffällig ist die Bewertungssituation: Leonardo-Aktien werden laut Bernstein etwa zum 11-fachen des EBITDA gehandelt – deutlich unter dem Sektordurchschnitt von 14. Diesen Abschlag sieht der Broker als ungerechtfertigt an, sofern die operative Umsetzung des Unternehmens anhält. Den jüngsten Kursrückgang nach dem überraschenden CEO-Wechsel bewertet Bernstein als Kaufgelegenheit, da die Unternehmensstrategie voraussichtlich unverändert fortgeführt wird.

Thales: Stärke in Luft- und Raumfahrt, Schwäche im Cyber-Bereich

Für Thales erwartet Bernstein solide Zahlen im zweiten Quartal, angetrieben durch die Dynamik in den Kernbereichen Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Beim Segment Luft- und Raumfahrt und Verteidigung liegt der Broker 6% über den Konsenserwartungen. Im Bereich Cyber & Digital hingegen liegt Bernstein 6% unter dem Konsens.

Der Broker geht jedoch davon aus, dass der schwächelnde Cyber-Bereich keine signifikante Belastung darstellt. Da dieser Bereich nur rund 8% des Gesamtumsatzes ausmacht und vor leichteren Vergleichszahlen steht, sei er nicht mehr groß genug, um wesentliche Gewinnherabstufungen auszulösen. Bernstein erwartet, dass seine jüngste taktische Hochstufung von Thales aufgeht, sobald das Cyber-Geschäft zum Wachstum zurückkehrt.

Rheinmetall: Unerreichtes Wachstumsprofil als Argument

Rheinmetall bleibt Bernsteins bevorzugte Wachstumsstory im europäischen Rüstungssektor. Die Ergebnisse des zweiten Quartals gelten als entscheidender kurzfristiger Katalysator. Bernstein erwartet, dass Rheinmetall sein impliziertes Umsatzwachstumsziel von 60% erreichen wird – ein Ergebnis, das dem Broker zufolge helfen könnte, einige der jüngsten Kursverluste wettzumachen.

Als weiteren Kurstreiber nennt Bernstein den erwarteten Auftrag für den Arminius Boxer, ein gepanzertes Fahrzeugprogramm. Gleichzeitig bleibt der Broker bei den längerfristigen Erwartungen vorsichtig: Bei den EBIT-Prognosen für 2030 liegt Bernstein 18% unter dem Marktkonsens. Dennoch argumentiert der Broker, dass das aktuelle Chance-Risiko-Verhältnis angesichts des als „unerreicht" bezeichneten Wachstumsprofils von Rheinmetall attraktiv sei.

Insgesamt zeichnet Bernstein damit ein differenziertes Bild des europäischen Rüstungssektors: Nicht alle Aktien profitieren gleichermaßen vom erhöhten Verteidigungsbudget-Umfeld. Anleger, die auf unternehmensspezifische Stärken setzen, könnten laut dem Broker besser positioniert sein als jene, die breit in den Sektor investieren.

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