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Rodrigo Diehl übernimmt Führung bei Telekom Deutschland

Der Manager steigt rasant auf und steht vor neuen Herausforderungen

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Rodrigo Diehl übernimmt Führung bei Telekom Deutschland

Rodrigo Diehl wird neuer Chef von Telekom Deutschland. Der Manager, der in der Telekom-Branche bisher kaum bekannt war, hat in nur vier Jahren den Aufstieg vom Leiter des Privatkundengeschäfts in Europa bis in den Vorstand des Konzerns geschafft. Die Personalentscheidung kam für viele überraschend, zumal Tim Höttges seine Amtszeit als Konzernchef verlängert und Srini Gopalan, bisheriger Deutschlandchef, eine neue Rolle benötigte.

Diehl stammt aus einer deutschstämmigen Familie in Argentinien und spricht akzentfrei Deutsch. Nach seinem Master-Abschluss an der Harvard-Universität begann er 2004 seine Karriere bei McKinsey in Deutschland, wo er es bis zum Partner brachte. Danach wechselte er in die operative Telekommunikationsbranche zu Millicom in Miami. Später leitete er das Geschäft von Tigo Panama, bevor er zur Deutschen Telekom kam. Dort war er für das Privatkundengeschäft in Europa verantwortlich und wurde dann CEO von Magenta Telekom in Wien.

In seiner Zeit in Österreich fiel Diehl durch einen strikten Führungsstil auf. Ein früherer Mitarbeiter beschrieb ihn als Mikromanager, der auf Details wie die korrekte Beschriftung von Shops großen Wert legte. Andere erinnerten sich daran, dass er nicht immer einfach im Umgang war. Trotzdem konnte er die Zahlen von Magenta Telekom deutlich steigern. Trotz einer Preiserhöhung stieg die Zahl der aktiven SIM-Karten um zehn Prozent, die Breitbandkunden wuchsen um ein Prozent.

Als CEO von Magenta Telekom führte Diehl Innovationen wie das Roaming-Paket „Klax“ ein, das in Deutschland noch nicht verfügbar ist. Seine Strategie orientierte sich an einer Premiummarke mit technologischer Führerschaft. In Österreich profitierte er von einem stabilen Markt mit drei großen Anbietern, darunter Magenta Telekom. Kritiker sagen jedoch, dass der Wettbewerb in Österreich weniger intensiv ist als in Deutschland.

Auf dem Festnetzmarkt wird Diehl sich umstellen müssen. In Österreich verfolgte Magenta eine technologieagnostische Strategie und setzte stark auf Kabel. In Deutschland hingegen gilt Glasfaser mittlerweile als Standard für den Breitbandausbau. Diehl könnte daher mit wenig Erfahrung in diesem Bereich starten.

Interessant wird auch seine Zusammenarbeit mit Wolfgang Metze, dem Privatkundenchef der Telekom Deutschland. Insider sehen jedoch keine Probleme, da beide befreundet seien und einen ähnlichen Führungsstil pflegten. Auch für Konzernchef Tim Höttges dürfte die Personalentscheidung strategische Vorteile haben. Sie könnte dazu beitragen, die Machtverhältnisse innerhalb des Unternehmens klar zu definieren.

Deutsche TelekomManagement Telekommunikation

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