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Rio Tinto und Founders Factory fördern sechs neue Mining-Tech-Start-ups

Das gemeinsame Accelerator-Programm nimmt Chemshift, Supra Elemental, Foresight, Material Difference, Voluna und Watergenics auf.

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Rio Tinto und Founders Factory fördern sechs neue Mining-Tech-Start-ups

Rio Tinto und die Londoner Founders Factory haben die neueste Kohorte ihres gemeinsamen Bergbautechnologie-Accelerators bekanntgegeben. Sechs Start-ups – Chemshift Technologies, Supra Elemental Recovery, Foresight Spatial Labs, Material Difference, Voluna und Watergenics – wurden aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt und erhalten nun Finanzierung sowie Unterstützung bei der Kommerzialisierung ihrer Technologien.

Das Joint Venture zwischen Founders Factory und Rio Tinto wurde im Jahr 2024 gegründet. Seither haben die Partner nach eigenen Angaben zwei Dutzend Unternehmen unterstützt. Das globale Portfolio hat rund 120 Millionen US-Dollar an Anschlussfinanzierungen eingeworben. Zuletzt aufgenommene Unternehmen wie Hades Mining aus Deutschland, Spoor AI aus Norwegen sowie Endolith und VyCarb aus den USA brachten zusammen rund 50 Millionen US-Dollar auf.

„Diese Kohorte spiegelt die Qualität der weltweit entstehenden Innovationen wider, und wir freuen uns über das Potenzial, diese Lösungen in Richtung eines realen Einsatzes zu beschleunigen", sagte Emily Hilton, General Manager Innovation bei Rio Tinto. Die Gründer der neuen Kohorte stammen laut Programm aus führenden Institutionen wie der University of Cambridge, der Stanford University, der Harvard Business School, der McGill University und der University of Calgary.

Kritische Mineralien im Fokus

Besonders im Bereich der Gewinnung kritischer Mineralien setzt die neue Kohorte Akzente. Supra Elemental Recovery, eine Ausgründung der University of Texas mit Sitz in Austin, hat Anfang des Jahres 2 Millionen US-Dollar an Pre-Seed-Finanzierung eingesammelt. Das Unternehmen entwickelt 3D-gedruckte supramolekulare Kartuschen, die so abgestimmt werden können, dass sie spezifische Elemente absorbieren – darunter Gallium, Scandium und Kobalt.

CEO Katie Durham erläuterte die technologische Besonderheit: „Einer der Gründe, warum das Recycling von Metallen bisher sehr schwierig war, liegt darin, dass es sehr kompliziert ist, einzelne Metalle voneinander zu trennen, insbesondere Metalle, die einander sehr ähnlich sind." Die proprietären Polymer-Kartuschen kombinieren supramolekulare Rezeptoren mit materialwissenschaftlichen Innovationen – Durham beschreibt es als „einen Baseballhandschuh, der das spezifische Element einfängt, auf das wir es abgesehen haben". Bergbauabfälle mit Millionen Tonnen nicht kommerziell nutzbarer Metalle sind ein Zielmarkt des Unternehmens, das derzeit eine 370 Quadratmeter große Anlage errichtet.

Das kanadische Unternehmen Chemshift Technologies aus Calgary adressiert ein anderes drängendes Problem: Laut eigenen Angaben verschifft Kanada mehr als 60 Prozent seines Rohlithiums zur Raffination nach China. Chemshift baut eine kostengünstige Raffinationsplattform mit proprietärer Technologie zur Entfernung von Verunreinigungen auf. „Wir nehmen Rohlithiumprodukte und raffinieren sie, um ein konsistentes, spezifikationsgerechtes Material für den direkten Einsatz in Elektrofahrzeugbatterien zu schaffen", so das Unternehmen. Gründer Drew Moxon war zuvor von 2020 bis 2024 in leitenden Positionen beim kanadischen Unternehmen für direkte Lithiumextraktion Summit Nanotech tätig.

Drohnen, KI und Wasserqualität

Das Start-up Voluna fiel zuletzt durch eine Auszeichnung als eines der „Most Disruptive MBA Startups of 2025" der Plattform Poets & Quants auf. Das Unternehmen entwickelt autonome luftgestützte Neutronentechnologie für die Mineralexploration. CEO Alexander Strange, ein Luft- und Raumfahrtingenieur mit Erfahrung bei Blue Origin und Astranis, traf seinen Mitgründer Elias Fernandini an der Harvard Business School. „Wir erkennen, dass es eine echte Chance gibt, miniaturisierte Neutronengeneratorsysteme sowie fortschrittliche autonome Systeme wie Drohnen zu nutzen", sagte Strange. Die Technologie soll es ermöglichen, große Landflächen schnell zu kartieren und die Geochemie zu verstehen, ohne Bohrlöcher zu graben oder Gesteinsproben zu entnehmen – mit Ergebnissen noch am selben Tag.

Foresight Spatial Labs aus Ottawa, Kanada, entwickelt nach eigenen Angaben das „weltweit fortschrittlichste Spatial SDK für Engineering und Physical AI". CEO Julian Ramirez Ruiseco beschreibt den Software-Stack als Basis für die nächste Generation von Anwendungen, die die physische Welt erfassen und verarbeiten. Das fünf Jahre alte Unternehmen gibt an, seine Software sei bereits weit verbreitet im Bergbau im Einsatz.

Material Difference aus Cambridge, England, wurde erst im vergangenen Jahr von Maschinenbauingenieur Gabriel Yoong und Bergbaugeophysiker Luke Cullen gegründet. Das Start-up befindet sich noch im Stealth-Modus, gibt aber an, eine KI zu entwickeln, die den Untergrund versteht, um den globalen Mangel an kritischen Mineralien im Wert von 5,3 Billionen US-Dollar zu beheben.

Das Berliner Unternehmen Watergenics schließlich ist das einzige deutsche Start-up der neuen Kohorte. Das sieben Jahre alte Unternehmen kombiniert Optik, Photonik und KI für Wasserqualitätsmessungen. Sein proprietäres ABAIA-Sensormodul ermöglicht eine Echtzeit-Überwachung von Wasserdaten und ist bereits weltweit in Bergbaubetrieben im Einsatz. Laut Founders Factory und Rio Tinto unterstreicht die wachsende Qualität der Bewerber den Aufstieg der Bergbautechnologie zu „einem der am schnellsten wachsenden Sektoren im Venture-Bereich".

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