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Ressourcennationalismus in Afrika: Mosambik und Ghana verschärfen Bergbauregeln

Südliches Afrika erlebt eine Welle neuer Bergbaugesetze – mit weitreichenden Folgen für ausländische Investoren und globale Rohstoffmärkte.

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Ressourcennationalismus in Afrika: Mosambik und Ghana verschärfen Bergbauregeln

Mosambik und Ghana verschärfen ihre Bergbaugesetze und setzen damit ein deutliches Signal in Richtung Ressourcennationalismus. Während Regierungen im südlichen Afrika mehr Kontrolle über ihre Bodenschätze anstreben, warnen Branchenvertreter vor den Risiken für ausländisches Kapital. Gleichzeitig wächst der Ruf nach regionaler Zusammenarbeit, um Afrikas Stimme in der globalen Energiedebatte zu stärken.

In Mosambik hat die Regierung ein neues Bergbaugesetz eingeführt, das dem Staat eine kostenlose Beteiligung von 15 Prozent an allen Bergbauvorhaben sichert – ohne eigene Investition. Ziel ist es, die Kontrolle über strategische Ressourcen zu stärken und nationale Interessen zu verteidigen. Die Mosambikanische Bergbaukammer kritisiert die Regelung scharf.

Geert Kolk, Vizepräsident der Bergbaukammer, warnte auf einer Bergbaukonferenz in Victoria Falls vor den Folgen für den Investitionsstandort: „Wir werden leider, nach Meinung der Bergbaukammer, eine Mindestbeteiligung des Staates von 15 Prozent ohne Gegenleistung in Bergbauunternehmen haben, was Mosambik unserer Befürchtung nach als Investitionsziel für ausländisches Kapital nicht attraktiver machen wird." Die Sorge ist berechtigt: Mosambik beherbergt Weltklasse-Rohstoffvorkommen, darunter die Balama-Graphitmine von Syrah Resources, die Montepuez-Rubinmine sowie bedeutende historische Kohlevorkommen.

Exportverbote und Wertschöpfung vor Ort

Zusätzlich zur Staatsbeteiligung verbieten die neuen Vorschriften den Export unverarbeiteter oder halbverarbeiteter Mineralien – es sei denn, ein Ministerium erteilt eine Sondergenehmigung, die an lokale Wertschöpfungspläne geknüpft ist. Kolk betonte, dass die Bergbaukammer das Ziel der Inlandsverarbeitung grundsätzlich unterstütze: „Dies ist ein Trend in der Region, ein Trend in Afrika, mehr Wertschöpfung im Land zu betreiben, und das zu Recht." Allerdings mahnte er, dass solche Vorgaben durch verlässliche Infrastruktur – Wasser, Strom und Logistik – untermauert werden müssten, damit Projekte für Investoren wirtschaftlich tragfähig bleiben.

Auch in Westafrika zeichnet sich ein ähnlicher Kurswechsel ab. In Ghana erwägt die Regierung, die Kontrolle über die Tarkwa-Mine von Gold Fields an lokale Unternehmen zu übertragen, wenn die bestehenden Lizenzen im kommenden April auslaufen. Die Tarkwa-Mine ist ein Schlüsselasset für den südafrikanischen Konzern Gold Fields und lieferte im vergangenen Jahr 475.000 Unzen Gold – das entspricht einem Fünftel der gesamten Unternehmensproduktion. Gold Fields hat nach eigenen Angaben bereits einen frühzeitigen Antrag auf Lizenzerneuerung gestellt und führt konstruktive Gespräche mit der Regierung.

Ghana hat zudem die Goldroyalties bereits von 5 auf 12 Prozent angehoben, um stärker von den hohen Goldpreisen zu profitieren. Die Überlegungen zur lokalen Eigentumsübertragung werden auch durch geopolitische Spannungen beeinflusst, darunter Druck auf die Regierung, gegen südafrikanische Unternehmen vorzugehen – als Reaktion auf fremdenfeindliche Proteste in Südafrika, die Bürger mehrerer afrikanischer Länder, darunter auch Mosambikaner, betrafen.

Ruf nach regionaler Zusammenarbeit

Inmitten dieser nationalen Alleingänge wächst der Ruf nach kontinentaler Geschlossenheit. Mike Teke, CEO von Seriti Resources und Vorsitzender des FutureCoal Africa-Kapitels, appellierte auf der Zimbabwe Chamber of Mines, dass Afrika sich keine „fragmentierten Stimmen" mehr leisten könne. Teke treibt eine Initiative zur regionalen Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Investitionen und Energiesicherheit voran. Gründungsmitglieder des Afrika-Kapitels kommen aus Südafrika, Botswana, Mosambik und Simbabwe.

Teke verwies auf das Hwange-Kraftwerk in Simbabwe als Modell für nachhaltigen Kohlebergbau und betonte: „Die Frage ist nicht, ob Kohle existiert, sondern wie sie gefördert, genutzt und ihre negativen Auswirkungen gemindert werden." Er forderte afrikanische Nationen auf, koordiniert zu handeln, um sich in einem volatilen globalen Energiemarkt strategisch zu positionieren. Heimische Energieressourcen und belastbare Lieferketten seien essenziell für industrielles Wachstum.

Die jüngsten Entwicklungen verdeutlichen das komplexe Umfeld für Investoren im südlichen Afrika. Regierungen setzen zunehmend auf lokale Teilhabe, Wertschöpfung im Land und staatliche Beteiligung – während Branchenvertreter auf die Risiken regulatorischer Unsicherheit und fehlender Infrastruktur hinweisen. Die Balance zwischen nationaler Souveränität und dem Bedarf an ausländischem Kapital bleibt die zentrale Herausforderung für die rohstoffreichen Länder der Region.

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