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Irans Revolutionsgarden als Hauptgewinner eines US-Iran-Abkommens

Hochrangige iranische Quellen warnen: Die IRGC könnte bei Sanktionslockerungen massiv profitieren – trotz fortbestehender Terrorlisten.

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Irans Revolutionsgarden als Hauptgewinner eines US-Iran-Abkommens

Die Islamischen Revolutionsgarden des Irans (IRGC) könnten die größten Nutznießer einer möglichen Sanktionslockerung im Rahmen eines künftigen US-Iran-Abkommens werden. Das berichtet Reuters exklusiv unter Berufung auf vier hochrangige iranische Quellen. Grund dafür ist die tiefe Verwurzelung der Revolutionsgarden in der iranischen Wirtschaft.

Die IRGC ist in Schlüsselsektoren wie Energie, Bauwesen, Schifffahrt, Telekommunikation, Logistik und Infrastruktur aktiv. Ihr technischer Arm, Khatam al-Anbia, beaufsichtigt laut dem Bericht hunderte von Tochterunternehmen, die an großen Energie- und Entwicklungsprojekten beteiligt sind. Die Organisation veröffentlicht keine Finanzergebnisse, hat aber über Jahre eine bedeutende kommerzielle Präsenz aufgebaut.

Übergangsabkommen und milliardenschwerer Wiederaufbaufonds

Das in dieser Woche angekündigte Übergangsabkommen zwischen Washington und Teheran sieht bereits Ausnahmeregelungen für sanktionierte iranische Ölverkäufe vor. Ein umfassenderes Abkommen, das derzeit diskutiert wird, könnte dem Bericht zufolge weitere Sanktionen aufheben und dem Iran Zugang zu einem Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar verschaffen. Das wäre ein enormer wirtschaftlicher Impuls für das Land – und für jene, die die Wirtschaft kontrollieren.

Den Quellen zufolge bauten die Revolutionsgarden ihren wirtschaftlichen Einfluss gerade während der jahrelangen Sanktionen aus. Sie entwickelten Netzwerke, die den Handel, Ölexporte und den Schiffsbetrieb erleichterten. Diese Erfahrung könnte es der IRGC ermöglichen, auch bei einer breiteren Sanktionslockerung eine starke Marktposition zu behaupten.

Compliance-Risiken für ausländische Unternehmen bleiben bestehen

Für internationale Konzerne, die eine Rückkehr in den iranischen Markt erwägen, ergeben sich daraus erhebliche rechtliche Risiken. Iranische Investitionsgesetze schreiben in der Regel vor, dass ausländische Firmen mit lokalen Partnern zusammenarbeiten müssen. Dies könnte die Rolle von Unternehmen stärken, die mit der IRGC in Verbindung stehen.

Jeremy Paner, ein ehemaliger Ermittler für Sanktionen im US-Finanzministerium und heutiger Partner bei Hughes Hubbard & Reed, erklärte gegenüber Reuters, dass die Revolutionsgarden weiterhin eine zentrale Rolle im iranischen Ölsektor spielen. Unternehmen, die Geschäfte im Iran anstreben, könnten daher weiterhin vor rechtlichen und regulatorischen Herausforderungen stehen – selbst wenn die Beschränkungen für Ölexporte gelockert werden.

Die IRGC steht in den USA weiterhin auf der Terrorliste und unterliegt entsprechenden Sanktionen. Das bedeutet: Selbst wenn Ölsanktionen fallen, bleiben Geschäftsbeziehungen mit IRGC-nahen Unternehmen für westliche Firmen rechtlich heikel. Das Weiße Haus reagierte laut Reuters nicht sofort auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Gespräche sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden

Nach dem in dieser Woche geschlossenen Waffenstillstandsabkommen wollen beide Seiten ein umfassenderes Abkommen aushandeln. Die Gespräche zwischen Washington und Teheran sollen dem Bericht zufolge in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Für Investoren und Unternehmen bleibt die Lage damit vorerst komplex und mit erheblicher Rechtsunsicherheit behaftet.

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