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Prognosemärkte als ETF: Wetten auf US-Wahlen im Depot

Bitwise, Roundhill und GraniteShares beantragen bei der SEC ETFs auf politische Ereigniskontrakte – auch für Rentenkonten.

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Prognosemärkte als ETF: Wetten auf US-Wahlen im Depot

Drei Vermögensverwalter wollen Anlegern ermöglichen, direkt über ihr Broker-Depot auf den Ausgang von US-Wahlen zu wetten. Bitwise, Roundhill und GraniteShares haben bei der US-Börsenaufsicht SEC Anträge eingereicht, um sogenannte Ereigniskontrakte als börsengehandelte Fonds (ETFs) anzubieten. Diese Produkte wären dann auch im Rahmen eines selbstverwalteten Rentenkontos (IRA) handelbar.

Die geplanten ETFs würden es Anlegern ermöglichen, auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl am 7. November 2028 zu setzen – konkret darauf, ob ein demokratischer oder ein republikanischer Kandidat das Weiße Haus gewinnt. Darüber hinaus sind ähnliche Produkte für die diesjährigen Zwischenwahlen geplant, bei denen es um die Frage geht, welche Partei die Kontrolle über das Repräsentantenhaus und den Senat übernimmt.

„Die Aufgabe eines ETF-Emittenten besteht darin, Anlegern Zugang zu den von ihnen gewünschten Anlagen zu verschaffen, und wir sehen ein großes Interesse an Prognosemärkten", erklärte William Rhind, Gründer und CEO von GraniteShares ETFs. Die ETFs würden dabei in etwa die Wahrscheinlichkeitsänderungen an bestehenden Prognosemärkten abbilden.

Hohes Verlustrisiko ausdrücklich erwähnt

Die Konstruktion dieser Produkte ähnelt einer klassischen Wette: Gewinnt die gewettete Seite, erhalten Anleger eine Auszahlung. Verliert sie, verfällt der Einsatz vollständig. Den SEC-Unterlagen zufolge werden die ETFs einen ausdrücklichen Warnhinweis enthalten: Ein dem Wettausgang entgegengesetztes Ergebnis bedeute, dass „der Fonds praktisch seinen gesamten Wert verlieren" werde. Für deutsche Privatanleger, die solche Produkte in Betracht ziehen, ist dieses Totalverlustrisiko ein zentrales Merkmal.

Bislang können Trader solche Wetten direkt auf Plattformen wie Kalshi, Polymarket, Robinhood, Crypto.com oder bei Sportwettenanbietern wie DraftKings, FanDuel und Fanatics platzieren. Der entscheidende Unterschied des ETF-Ansatzes liegt jedoch in der Zugänglichkeit. Matthew Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise Investments, verweist darauf, dass viele Anleger den Großteil oder ihr gesamtes Vermögen in einem Broker-Depot halten – und nicht bei spezialisierten Wettplattformen.

Hougan zieht dabei einen direkten Vergleich zu Bitcoin-ETFs: Diese hätten Millionen von Anlegern die Möglichkeit gegeben, in Kryptowährungen zu investieren, ohne ein Konto bei Börsen wie Binance oder Coinbase eröffnen zu müssen. Rhind sieht für Ereigniskontrakt-ETFs einen ähnlichen Entwicklungspfad wie zuvor bei Krypto, Gold und Optionen. „Eine der besten Eigenschaften des ETFs ist es, den Marktzugang zu verschiedenen Anlagen in einem gewöhnlichen Broker-Depot zu ermöglichen", sagte Rhind gegenüber CNBC.

Rechtliche Unsicherheiten bremsen den Markt

Die aktuellen ETF-Anträge sind bewusst eng gefasst und konzentrieren sich auf wenige nationale Wahlereignisse, die voraussichtlich die höchste Aufmerksamkeit und Liquidität auf sich ziehen werden. Sportwetten-basierte Prognosemärkte hingegen sind in den USA rechtlich stark umstritten. Mehrere US-Bundesstaaten argumentieren vor Gerichten, dass es sich bei solchen Produkten um Sportwetten handele, die ausschließlich der staatlichen Regulierung unterlägen.

Auch indigene Stämme haben sich dem Rechtsstreit angeschlossen: Sie sehen in Sport-Ereigniskontrakten eine Verletzung ihres souveränen Rechts, das Glücksspiel auf Stammesgebieten eigenständig zu regulieren. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die für Prognosemärkte zuständige US-Bundesbehörde, verteidigt ihrerseits ihr Recht, darüber zu entscheiden, welche Ereigniskontrakte überhaupt angeboten werden dürfen.

Für deutsche Anleger sind diese Produkte derzeit nicht direkt zugänglich, da sie auf den US-Markt und US-regulierte Konten ausgerichtet sind. Die Entwicklung zeigt jedoch, wie Finanzinnovationen aus dem Bereich der Prognosemärkte zunehmend in den regulierten Kapitalmarkt vordringen – ein Trend, der auch hierzulande aufmerksam verfolgt werden dürfte.

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