Roundhill DRAM-ETF sammelt Milliarde Dollar in nur zehn Tagen
Der neue Speicher-ETF DRAM von Roundhill Investments erzielt einen der schnellsten Starts der jüngeren ETF-Geschichte.

Der Roundhill Memory ETF, der unter dem Börsenkürzel DRAM gehandelt wird, hat in weniger als zwei Wochen mehr als eine Milliarde US-Dollar an Vermögenswerten eingesammelt. Der Fonds startete am 2. April ohne großes Aufsehen und ohne bedeutende Ankerinvestoren – und legte dennoch einen der schnellsten Starts der jüngeren ETF-Geschichte hin. Für einen kleinen Boutique-Vermögensverwalter wie Roundhill Investments ist das eine beispiellose Leistung.
Der Themen-ETF bildet Aktien aus den Bereichen Computerspeicher und Datenspeicherung ab. Diese Nische gilt als klein, ist aber heiß begehrt – denn sie profitiert unmittelbar von der enormen Nachfrage rund um den Ausbau der KI-Infrastruktur. Künstliche Intelligenz benötigt riesige Mengen an schnellem und leistungsfähigem Speicher, was die entsprechenden Unternehmen in den Fokus von Investoren gerückt hat.
Drei Aktien dominieren den Fonds
Mehr als drei Viertel des Fondsvermögens entfallen auf lediglich drei Unternehmen: Samsung Electronics und SK Hynix aus Südkorea sowie das in Idaho ansässige US-Unternehmen Micron Technology. Diese Konzentration auf wenige Titel ist typisch für Themen-ETFs, birgt jedoch auch ein erhöhtes Klumpenrisiko für Anleger. Wer in DRAM investiert, setzt damit stark auf die Entwicklung dieser drei Speichergiganten.
Selbst die Manager des Fonds zeigten sich von dem rasanten Erfolg überrascht. „Um ganz ehrlich zu sein, haben wir nicht prognostiziert, dass dieser ETF innerhalb von 10 Tagen in derart exklusive Regionen vorstoßen würde", sagte Dave Mazza, Chief Executive von Roundhill Investments. Die Aussage unterstreicht, wie unerwartet der Ansturm der Investoren auf den neuen Fonds war.
Themen-ETFs mit wechselhafter Bilanz
Konzentrierte Themen-ETFs weisen insgesamt eine gemischte Erfolgsbilanz auf. Eine Handvoll Produkte – etwa Fonds, die die sogenannten „Magnificent Seven"-Technologieunternehmen abbilden – konnten sich als Erfolge etablieren. Allerdings brauchten selbst diese erfolgreichen Fonds Jahre, um die Marke von einer Milliarde Dollar an verwaltetem Vermögen zu erreichen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Mehrheit der Themen-ETFs fristet hingegen ein Schattendasein. Ein bekanntes Problem der Branche ist die Tendenz von Fondsmanagern, neue Produkte genau dann aufzulegen, wenn ein Marktthema seinen Höhepunkt bereits erreicht hat. Für deutsche Privatanleger, die in solche Nischenprodukte investieren möchten, ist daher Vorsicht geboten: Der frühe Erfolg eines ETFs sagt wenig über seine langfristige Performance aus.
Der DRAM-ETF zeigt dennoch eindrucksvoll, wie groß das Anlegerinteresse an KI-nahen Investmentthemen derzeit ist. Ob der Fonds seinen Schwung halten kann, wird maßgeblich davon abhängen, wie sich die Nachfrage nach Speichertechnologie im Zuge des weiteren KI-Ausbaus entwickelt.


