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Pfund und Euro unter Druck: Eurozone-PMI schürt Rezessionsangst

Schwache Einkaufsmanagerdaten aus der Eurozone belasten das Britische Pfund und den Euro – trotz überraschend starker britischer PMI-Zahlen.

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Pfund und Euro unter Druck: Eurozone-PMI schürt Rezessionsangst

Das Britische Pfund hat am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar nachgegeben. Auslöser war ein drastischer Einbruch des Einkaufsmanagerindex (PMI) der Eurozone, der die Wirtschaftstätigkeit im Währungsraum erstmals seit 16 Monaten in den Schrumpfungsbereich drückte. GBP/USD fiel um 0,13 Prozent auf 1,3491 (Stand 12:48 Uhr GMT) und zog sich damit vom Vortages-Hoch bei 1,3537 zurück. Auch EUR/USD verlor 0,12 Prozent auf 1,1692.

Der vorläufige S&P Global Composite PMI für die Eurozone brach im April von 50,7 auf 48,6 Punkte ein – der niedrigste Stand seit 17 Monaten. Analysten hatten lediglich einen leichten Rückgang auf 50,1 Punkte erwartet. Besonders alarmierend: Der Dienstleistungssektor kollabierte auf 47,4 Punkte, ein Einbruch, der zuletzt während der Pandemie-Lockdowns Anfang 2021 verzeichnet wurde. Die Daten deuten laut Experten auf einen Rückgang des vierteljährlichen BIP der Eurozone um 0,1 Prozent hin.

Britischer PMI übertrifft Erwartungen – doch Experten warnen

Großbritannien präsentierte auf den ersten Blick ein deutlich freundlicheres Bild. Der britische Composite PMI stieg von 50,3 auf 52,0 Punkte und übertraf damit die Prognosen von 49,8 deutlich. Das verarbeitende Gewerbe kletterte sogar auf ein 47-Monatshoch von 53,6 Punkten. Doch Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global, dämpfte die Euphorie.

Williamson warnte, das Übertreffen der Erwartungen sei teilweise eine „Fata Morgana". Die besseren Zahlen seien weniger auf echte Nachfrage zurückzuführen, sondern vielmehr auf Vorratskäufe der Unternehmen, die angesichts befürchteter Preiserhöhungen auf Lager kauften. Diese Art von Nachfrage ist strukturell nicht nachhaltig und gibt kein verlässliches Signal für die konjunkturelle Entwicklung.

Inflation auf beiden Seiten des Ärmelkanals beschleunigt sich

Besonders besorgniserregend ist das Inflationsbild, das die PMI-Umfragen zeichnen. Die Inflation der Inputkosten im britischen Dienstleistungssektor verzeichnete die stärkste Beschleunigung innerhalb eines Monats seit Beginn der Umfrage vor fast 30 Jahren. In der Eurozone stiegen die Inputkosten so schnell wie seit Ende 2022 nicht mehr. Als Hauptursache wurden in beiden Umfragen die steigenden Treibstoffkosten im Zusammenhang mit der anhaltenden Krise in der Straße von Hormus genannt.

Diese Kombination aus schwächelndem Wachstum und gleichzeitig steigender Inflation stellt sowohl die Bank of England als auch die Europäische Zentralbank vor ein klassisches Dilemma: Soll die Geldpolitik gestrafft werden, um die Inflation einzudämmen – oder sollte man abwarten, um das fragile Wachstum nicht weiter zu gefährden? Für die Sitzungen beider Zentralbanken in der kommenden Woche wird von Marktteilnehmern keine Zinsänderung erwartet.

US-Dollar profitiert von Risk-off-Stimmung

Zusätzlichen Druck auf Pfund und Euro übte die allgemeine Stärke des US-Dollars aus. Die US-Aktien-Futures drehten über Nacht ins Minus und lösten eine sogenannte „Risk-off"-Rotation aus. ING-Stratege Francesco Pesole identifizierte diese Risikoaversion als den derzeit eindeutigsten positiven Faktor für den Greenback. In diesem Umfeld stützen die durch die Hormus-Krise getriebenen Ölpreise gleichzeitig Rohstoffwährungen und den US-Dollar, wenn die Aktienmärkte schwächeln.

Das Währungspaar EUR/GBP tendierte nach dem Rückfall auf 0,867 am Mittwoch wieder etwas fester. Die ING-Bank behält ihre Tendenz für weitere Gewinne in diesem Paar bei. Als Gründe nennen die Strategen die sich verengenden Zinsdifferenzen sowie das politische Risiko im Vorfeld der britischen Kommunalwahlen am 7. Mai. Dabei wird allgemein erwartet, dass die Labour-Partei von Premierminister Keir Starmer schlechter als erwartet abschneiden wird – ein Faktor, der das Pfund zusätzlich belasten könnte.

Pfund SterlingGbp/UsdEurozone PmiEinkaufsmanagerindexBank Of EnglandEZBEur/UsdInflation

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