Perpetua Resources erhält 40 Millionen Dollar von US-Armee für Wolfram
Die US-Armee fördert die Wolframproduktion am Stibnite-Projekt in Idaho mit 40 Millionen Dollar – Perpetua stockt auf 126 Millionen Dollar auf.

Perpetua Resources (Nasdaq: PPTA) (TSX: PPTA) hat eine neue Förderung in Höhe von 40 Millionen Dollar von der US-Armee erhalten. Das Geld kommt über das Defense Ordnance Technology Consortium (DOTC) vom Portfolio Acquisition Executive Agile Sustainment & Ammunition (PAE AS&A) im Picatinny Arsenal in New Jersey. Die Laufzeit des Programms beträgt 36 Monate.
Mit dem Betrag will das Unternehmen die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Produktion von Wolframkonzentrat am Projektstandort im historischen Bergbaugebiet Stibnite in Idaho bewerten. Das Programm ist ausdrücklich als Kosten-Sharing-Instrument zwischen Perpetua und der US-Regierung angelegt – die Armee trägt also nicht die gesamten Kosten allein.
Für deutsche Anleger ist die Nachricht vor allem wegen des strategischen Hintergrunds relevant. Wolfram gilt als kritisches Mineral, und die USA sind bei der Versorgung nach Angaben des Unternehmens vollständig auf Importe angewiesen. Die Aktie reagierte deutlich: In Toronto stieg der Kurs am Dienstagnachmittag um über 9 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei 3,2 Milliarden kanadischen Dollar, umgerechnet 2,3 Milliarden US-Dollar.
Die Details
Die Förderung konzentriert sich laut Perpetua weitgehend auf die Wolframmineralisierung unterhalb des Hangar-Flats-Lochs. Konkret soll das Geld Bohrungen zur Definition eines potenziellen Wolfram-Mineralresourcenvorkommens finanzieren, außerdem die Entnahme von Proben für Labor- und Maßstabsversuche. Hinzu kommen die Genehmigung und der Bau einer Erschließungsstrecke, die den Zugang zu Bereichen mit bekannter Wolframmineralisierung öffnen soll.
Das vorgeschlagene Programm umfasst ein initiales Oberflächenbohrprogramm und metallurgische Testarbeiten an einer bestehenden Probe von 550 Kilogramm. Dieses Material stammt aus früheren Erkundungsaktivitäten und weist 9,2 Prozent Antimon und 4,2 Prozent Wolfram auf. Weitere Arbeiten betreffen die Planung, Genehmigung und den möglichen Bau einer Erschließungsstrecke zum Zugang zu hochgradigen Antimon-, Wolfram- und Goldmineralisierungen unterhalb des Hangar-Flats-Lochs.
Bei der Finanzierung handelt es sich um eine Partnerschaft auf Gegenseitigkeit. Perpetua wird das Wolfram-Erkundungsprojekt planen und umsetzen und den Beitrag der US-Armee von 40 Millionen Dollar in der gemeinsamen Investition matchen. Die erste Phase läuft über 18 Monate und wird voraussichtlich etwa 18 Millionen Dollar kosten; diese Summe wird zu gleichen Teilen zwischen Perpetua und der US-Armee getragen. Zeitpunkt, Umfang und Kosten nachfolgender Phasen hängen von den Ergebnissen der früheren Erkundungs-, Test-, Ingenieur- und Genehmigungsaktivitäten ab sowie von der Freigabe jeder inkrementellen Phase zusätzlicher Finanzmittel.
Das neue DOTC-Geld erhöht die Gesamtsumme der US-Regierungsförderungen für kritische Mineralien an Perpetua seit 2022 auf 126 Millionen Dollar. Neben dem angekündigten DOTC-Zuschuss hat das Unternehmen nach eigenen Angaben weitere Förderanträge eingereicht, um sein Programm für kritische Mineralien auszubauen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 08.08.2026 berichtete aktien.news, dass Perpetua Resources am 7. August 2026 eine bemerkenswerte Wolfram-Entdeckung in Idaho gemeldet hatte. Das Unternehmen, das vor allem für sein Stibnite-Gold-Projekt bekannt ist, erweiterte damit sein Rohstoffportfolio um einen strategisch wichtigen Rohstoff. Wolfram galt weltweit als kritisches Mineral und als unverzichtbar für zahlreiche Industrieanwendungen; die Entdeckung wurde im Rahmen laufender Explorationsarbeiten in Idaho gemacht.
Am 26.05.2026 meldete aktien.news eine milliardenschwere Finanzierungszusage: Die US Export-Import Bank (EXIM) stellte Perpetua ein Darlehen in Höhe von 2,9 Milliarden US-Dollar bereit. Das Kapital soll den Bau des Goldprojekts Stibnite im US-Bundesstaat Idaho finanzieren – der landesweit einzigen geplanten inländischen Quelle für den strategisch bedeutsamen Rohstoff Antimon. Die Kreditfazilität hat eine Laufzeit von 13 Jahren und ist in zwei Tranchen aufgeteilt; die Haupttranche beläuft sich auf 2,4 Milliarden US-Dollar, während der verbleibende Betrag kapitalisierte Zinsen sowie EXIM-Bereitstellungsgebühren abdeckt.
Am 01.08.2026 berichtete aktien.news, dass Perpetua Resources gemeinsam mit der US-Armee und dem Idaho National Laboratory (INL) eine neue modulare Mineralverarbeitungsanlage eröffnet hat. Die Anlage soll den Aufbau einer lückenlosen inländischen Lieferkette für den Rohstoff Antimon in den USA unterstützen. Die Bekanntmachung erfolgte an einem Donnerstag durch alle drei beteiligten Partner. Antimon gilt als kritischer Rohstoff und ist für zahlreiche industrielle sowie militärische Anwendungen von strategischer Bedeutung; die USA waren bei der Versorgung bislang stark von Importen abhängig, insbesondere aus China und Russland.
Am 13.10.2026 berichtete aktien.news zudem über den an der ASX notierten Wolfram-Explorer Perpetual Resources, der Fortschritte bei Gesprächen mit der US-Regierung über die Finanzierung seines Scheelit-Wolframprojekts Nevada Scheelite meldete. Nach der Einstellung des strategischen Beratungsdienstleisters GreenMet Anfang dieses Jahres hatten die Unternehmen mit Stakeholdern aus dem US-Investmentsektor und der Lieferkette für kritische Mineralien über das Potenzial eines künftigen einheimischen Wolframlieferanten in den USA diskutiert. GreenMet bewertete dabei mehrere potenzielle Finanzierungs- und Finanzierungspfade für Nevada Scheelite, insbesondere solche, die vom US-Verteidigungsministerium und vom US-Energieministerium unterstützt werden.
Was das für Anleger bedeutet
Perpetua ist damit kein reines Goldunternehmen mehr. Das Stibnite-Gebiet hat eine Geschichte der Antimon- und Wolframproduktion und belieferte während des Zweiten Weltkriegs etwa die Hälfte des in den USA verwendeten Wolframs und 90 Prozent des Antimons. Nach Kriegsende wurde der Abbau beider Rohstoffe eingestellt, wodurch identifizierte mineralisierte Materialien zurückblieben. Genau auf diese historischen Hinterlassenschaften zielt das neue Programm.
Für die Bewertung ist wichtig, dass es sich bei den Wolfram-Aktivitäten nicht um genehmigte Reserven handelt. Die Bohrungen im August zeichneten Goldmineralisierung in der angrenzenden Huckleberry-Verwerfungszone nach und erzielten Antimon-Wolfram-Anschnitte in Hangar Flats. Diese Bereiche könnten laut Unternehmen schließlich zu 3,1 Millionen Unzen angezeigter und vermuteter Goldressourcen sowie zu 99,8 Millionen Pfund Antimonressourcen beitragen, die außerhalb der aktuellen Reserven liegen. Das Unternehmen will seine eigenen laufenden Erkundungsaktivitäten unterhalb des derzeit genehmigten Hangar-Flats-Lochs fortsetzen; dort liegen rund 1,37 Millionen Unzen Goldressourcen und über 95 Millionen Pfund Antimonressourcen, die nicht in den aktuellen Bergbauplan oder in die gemeldeten Mineralreserven einbezogen sind.
Anleger sollten beachten: Alle Aktivitäten außerhalb des Umfangs des derzeit genehmigten Bergbauplans erfordern zusätzliche regulatorische Prüfungen und Genehmigungen. Die Förderzusage ist damit kein Ersatz für Genehmigungsverfahren, sondern finanziert deren Vorbereitung mit. Hinzu kommt der Preishebel: In den Vereinigten Staaten findet seit 2015 kein kommerzieller Wolframabbau mehr statt, während jüngste chinesische Exportkontrollen und neue bundesstaatliche Beschränkungen das Risiko für die Lieferketten der Verteidigungs- und Fertigungsindustrie weiter erhöhen.
Ausblick
Der technische Bericht von Perpetua vom Dezember sieht für Stibnite in den ersten vier Jahren eine durchschnittliche Produktion von 463.000 Unzen Gold pro Jahr vor. Das Projekt ist Teil der Bemühungen der USA, eine inländische Antimonlieferkette für Verteidigungs- und Industrieanwendungen aufzubauen.
Das Bohrprogramm am Hangar-Flats-Vorkommen hatte nach früheren Angaben signifikante Wolfram-Antimon-Mineralisierung ergeben, darunter 9,8 Meter mit 4,6 Prozent Wolfram und 8,3 Prozent Antimon; 22,9 Meter mit 1,2 Prozent Wolfram und 3,2 Prozent Antimon sowie 3,4 Meter mit 1,5 Prozent Wolfram und 10,6 Prozent Antimon. Diese Ergebnisse untermauern laut Perpetua das neue DOTC-Fördermittel.
"Die zusätzliche Investition der US-Armee in eine historisch bewährte amerikanische Wolframquelle in Stibnite unterstreicht den wachsenden strategischen Wert der Mineralausstattung von Stibnite und stärkt weiterhin die Partnerschaften, die die Zukunft von Perpetua unterstützen", sagte Jon Cherry, CEO von Perpetua Resources, in einer Pressemitteilung. Weiter erklärte Cherry: "Historische Produktionsdaten und aktuelle Erkundungsergebnisse deuten darauf hin, dass Stibnite das Potenzial hat, eine der weltweit hochwertigsten Wolframquellen zu sein."
Die erste 18-monatige Phase wird laut Unternehmen voraussichtlich etwa 18 Millionen Dollar kosten und zu gleichen Teilen getragen. Der Umfang späterer Phasen wird erst nach Vorliegen der Ergebnisse der laufenden Arbeiten festgelegt.
Kurz erklärt
- Wolframkonzentrat: Aufbereitetes Erzprodukt, das den Rohstoff Wolfram in angereicherter Form für die Weiterverarbeitung enthält.
- Mineralressource: Geologisch abgeschätztes Vorkommen, das noch nicht als wirtschaftlich abbaubare Reserve ausgewiesen ist.
- Erschließungsstrecke: Ein untertägiger Zugangstunnel oder eine Rampe, über die ein mineralisiertes Vorkommen für Erkundung und Abbau erreicht wird.
- Kosten-Sharing-Programm: Vereinbarung, bei der sich zwei Partner die Ausgaben eines Projekts nach einem festgelegten Schlüssel teilen.
