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Oracle-Aktie erlebt schlimmste Woche seit Dotcom-Crash 2001

Massive KI-Schulden und Margendruck kosten Oracle-Anleger 19% in nur fünf Handelstagen.

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Oracle-Aktie erlebt schlimmste Woche seit Dotcom-Crash 2001

Oracle hat gerade die schlimmste Börsenwoche seit 25 Jahren hinter sich. Die Aktie des Softwarekonzerns brach in der vergangenen Woche um 19% ein und verlor an jedem der fünf Handelstage mindestens 2,6%. Einen vergleichbar steilen wöchentlichen Rückgang gab es zuletzt im August 2001 – auf dem Höhepunkt des Dotcom-Crashs – als die Aktie um 20% fiel.

Der Absturz ist Teil eines längeren Abwärtstrends. Nachdem Oracle im September 2024 mit einer Marktkapitalisierung von 900 Milliarden US-Dollar einen historischen Höchststand erreicht hatte, hat die Aktie seitdem rund 55% ihres Wertes verloren. Getrieben wurde der damalige Höhenflug vor allem durch den wachsenden Enthusiasmus rund um Oracles KI-Kunden – allen voran OpenAI.

Rekordschulden für KI-Infrastruktur

Das Kernproblem liegt in Oracles massivem Kapitalbedarf. Um seine Verpflichtungen im Bereich der KI-Infrastruktur zu erfüllen, muss das Unternehmen Rekordschulden aufnehmen. Ende Mai beliefen sich die Verbindlichkeiten auf rund 130 Milliarden US-Dollar. Die Investitionsausgaben sollen im Geschäftsjahr 2026 um 162% auf fast 56 Milliarden US-Dollar steigen.

Gleichzeitig verzeichnete Oracle im jüngsten Geschäftsjahr einen negativen freien Cashflow von fast 24 Milliarden US-Dollar. Für das Geschäftsjahr 2027 plant das Unternehmen, weitere 40 Milliarden US-Dollar durch Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungen aufzunehmen – darunter ein bereits angekündigter Aktienverkauf im Wert von 20 Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden bereits 43 Milliarden US-Dollar durch Anleiheverkäufe und 5 Milliarden US-Dollar durch die Ausgabe neuer Aktien eingesammelt.

Oracle liefert sich ein Wettrennen beim Bau von Rechenzentren mit den Cloud-Giganten Amazon, Microsoft und Google. Ein entscheidender Nachteil: Oracle kann keinen vollständigen Technologie-Stack wie seine Konkurrenten anbieten, was das Unternehmen in eine strukturell schwächere Wettbewerbsposition bringt und die Margen unter Druck setzt.

Breiter Gegenwind für Softwaretitel

Oracle leidet nicht nur unter eigenen Problemen, sondern auch unter einem sektorweiten Ausverkauf. Anleger befürchten zunehmend, dass KI-Modelle viele Funktionen klassischer Softwareprodukte ersetzen könnten. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) ist im Jahr 2026 bisher um 16% gefallen – Oracle mit einem Minus von 24% schneidet dabei noch deutlich schlechter ab.

Auch personell gibt es Auffälligkeiten: Oracle-Mitgründer Larry Ellison fehlte bei der jüngsten Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. Die Co-CEOs Clay Magouyrk und Mike Sicilia sowie die neu ernannte Finanzchefin Hilary Maxson übernahmen die Beantwortung der Analystenfragen. Zudem sank die Mitarbeiterzahl im Geschäftsjahr 2026 um 13% auf 141.000 Beschäftigte, mit einem besonders deutlichen Rückgang in den Bereichen Vertrieb und Marketing.

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch

Trotz der massiven Kursverluste halten die meisten Analysten an ihrer positiven Einschätzung fest. Laut FactSet empfehlen derzeit 71% der Analysten die Oracle-Aktie zum Kauf – der höchste Prozentsatz seit 15 Jahren. Auch Evercore zählt zu den optimistischen Häusern.

Der Kursverfall hat auch Auswirkungen auf das Privatvermögen von Larry Ellison. Aufgrund des sinkenden Aktienkurses wurde er auf der weltweiten Reichenliste von den Google-Mitgründern Larry Page und Sergey Brin, Amazon-Gründer Jeff Bezos sowie Michael Dell überholt. Ellisons Vermögen beläuft sich dennoch weiterhin auf mehr als 200 Milliarden US-Dollar.

Oracle selbst treibt seine Ausbaupläne derweil unvermindert voran. Für 2027 sind neue Rechenzentren in den US-Bundesstaaten Michigan, New Mexico und Texas geplant. Ob die milliardenschweren Investitionen langfristig die erhofften Renditen liefern, bleibt die entscheidende Frage für Anleger.

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