Apple-Aktie fällt: Preiserhöhungen wegen steigender Speicherchip-Kosten
Steigende Komponentenpreise zwingen Apple zu Preiserhöhungen bei Macs und iPads – und belasten die Aktie spürbar.

Die Apple-Aktie (AAPL) hat am Donnerstag nachgegeben. Auslöser war die Ankündigung des Technologiegiganten, die Preise für mehrere seiner beliebten Produkte anzuheben. Hintergrund sind rasant steigende Kosten für Speicherchips und Speichermedien, die Apples Margen unter Druck setzen.
Was für Chiphersteller ein Segen ist, erweist sich für Apple als Belastung. Der Speicherhersteller Micron meldete am Mittwoch glänzende Quartalsergebnisse, wobei sich der Umsatz mehr als vervierfachte. Doch Microns Gewinn ist Apples Leid: Die steigenden Preise für Speicherkomponenten – angeheizt durch die enorme Nachfrage im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) – treffen Apple als einen der weltgrößten Abnehmer dieser Bauteile besonders hart.
Apple-CEO Tim Cook äußerte sich Anfang des Monats in einem Interview mit dem Wall Street Journal deutlich zur Lage: „Wir tun unser Bestes, um die enormen Preissteigerungen, die an uns weitergegeben werden, abzufedern, und wir haben versucht, unsere Kunden vor diesen Erhöhungen zu schützen, aber die Situation ist untragbar geworden."
Konkrete Preiserhöhungen bei Mac und iPad
Um seine Bruttomargen zu sichern, hat Apple eine Reihe von Preisanpassungen bei seinen Mac- und iPad-Produkten vorgenommen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:
- Basismodell MacBook Neo: um 100 US-Dollar auf 599 US-Dollar gestiegen
- MacBook Air mit 512 Gigabyte Speicher: um 200 US-Dollar auf 1.299 US-Dollar gestiegen
- MacBook Pro mit 1 Terabyte Speicher: um 300 US-Dollar auf 1.999 US-Dollar gestiegen
Für deutsche Verbraucher und Anleger sind solche Preiserhöhungen besonders relevant, da Apple in Europa traditionell ohnehin höhere Preise als in den USA aufruft. Weitere Anpassungen für den europäischen Markt könnten folgen.
Absatzrisiken und anhaltende Lieferengpässe
Die Preiserhöhungen sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sollen sie Apples Bruttomargen stabilisieren. Andererseits dürften höhere Verkaufspreise den Absatz von Macs und iPads beeinträchtigen – insbesondere in einem Marktumfeld, in dem Verbraucher zunehmend preissensibel reagieren.
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Zur AktienanalyseErschwerend kommt hinzu, dass eine baldige Entspannung der Lage nicht in Sicht ist. Micron-CEO Sanjay Mehrotra erklärte während der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen am Mittwoch, dass er davon ausgeht, dass die Lieferengpässe bei Speichern bis über das Jahr 2027 hinaus anhalten werden. Für Apple bedeutet das: Der Kostendruck durch teure Speicherkomponenten könnte noch mehrere Jahre anhalten.
Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie stark Apple seine Preissetzungsmacht gegenüber seinen treuen Kunden ausspielen kann, ohne Marktanteile an günstigere Wettbewerber zu verlieren. Die Reaktion der Börse am Donnerstag zeigt, dass der Markt diese Risiken ernst nimmt.

