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Ölpreise steigen: Nahost-Spannungen treiben WTI und Brent

Iranische Raketenangriffe auf Kuwait und Bahrain verschärfen die Lage – und gefährden einen kritischen Seeweg für die globale Ölversorgung.

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Ölpreise steigen: Nahost-Spannungen treiben WTI und Brent

Die Ölpreise haben am Mittwochmorgen im asiatischen Handel deutlich zugelegt. Hintergrund sind eskalierte militärische Auseinandersetzungen im Nahen Osten, die die Gefahr von Versorgungsunterbrechungen in der Region erheblich erhöhen. Der Frontmonat-Kontrakt für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) notierte 1,2 Prozent höher bei 94,86 US-Dollar pro Barrel, während Brent-Rohöl um 1,0 Prozent auf 96,98 US-Dollar pro Barrel anzog – so Daten der ICE.

Das US-Zentralkommando bestätigte über seinen offiziellen X-Account, dass amerikanische Streitkräfte erfolgreich iranische ballistische Raketen und Drohnen abgewehrt haben. Als Reaktion auf die versuchten Angriffe des Iran führten US-Kräfte Selbstverteidigungsschläge auf der iranischen Insel Qeschm durch. Der Iran hatte demnach mehrere ballistische Raketen auf Nachbarstaaten in der Region abgefeuert – alle verfehlten jedoch ihre Ziele.

Konkret stürzten zwei auf Kuwait abgefeuerte iranische Raketen vorzeitig ab oder zerbrachen während des Fluges. Drei weitere Raketen, die auf Bahrain gerichtet waren, wurden von US-amerikanischen und bahrainischen Luftabwehrkräften abgefangen. Der gegenseitige Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran markiert eine gefährliche Eskalationsstufe in einem ohnehin angespannten regionalen Umfeld.

Straße von Hormus: Kritischer Flaschenhals für den Weltölmarkt

Besonders besorgniserregend für die globalen Energiemärkte ist die mögliche Gefährdung der Straße von Hormus. Die Meerenge gilt als einer der bedeutendsten Seewege der Welt – über sie wird üblicherweise rund ein Fünftel des gesamten weltweiten Erdöls transportiert. Eine Blockade oder auch nur eine ernsthafte Bedrohung dieser Route hätte unmittelbare Auswirkungen auf die globale Energieversorgung und die Ölpreise.

Der militärische Schlagabtausch könnte zudem die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Konflikts erheblich erschweren. Bislang hatten diese Gespräche bereits Mühe, auf Kurs zu bleiben, wie Analysten von ANZ Research in einem Forschungsbericht feststellten. Eine weitere Eskalation dürfte die Chancen auf eine diplomatische Lösung deutlich verringern.

Analysten warnen vor Störungen im Roten Meer

Die Experten von ANZ Research weisen auf ein weiteres Risiko hin: „Es besteht zudem die Sorge, dass pro-iranische Milizen dazu übergehen könnten, die Ölversorgung im Roten Meer zu stören." Dies wäre laut den Analysten „ein erheblicher Schlag für den Ölmarkt", da Saudi-Arabien über diese Route täglich rund 5 Millionen Barrel Öl versenden konnte.

Für deutsche Anleger und Verbraucher sind die Entwicklungen im Nahen Osten von unmittelbarer Relevanz. Steigende Rohölpreise schlagen sich erfahrungsgemäß zeitverzögert in höheren Kraftstoff- und Energiepreisen nieder. Angesichts der ohnehin angespannten Energielage in Europa beobachten Marktteilnehmer die geopolitische Lage am Persischen Golf mit großer Aufmerksamkeit.

Die Kombination aus militärischer Eskalation, gefährdeten Seehandelswegen und stockenden Friedensverhandlungen dürfte die Ölpreise kurzfristig weiter stützen. Ob die Lage sich beruhigt oder weiter eskaliert, bleibt angesichts der dynamischen Entwicklungen im Nahen Osten ungewiss.

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