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Ölpreis fällt unter 90 Dollar nach Iran-Hormus-Abkommensbericht

Berichte über ein Rahmenabkommen zwischen Iran und USA lassen WTI-Rohöl um fast 5 Prozent einbrechen.

Ölpreis fällt unter 90 Dollar nach Iran-Hormus-Abkommensbericht

Die US-Rohölpreise sind am Mittwoch massiv unter Druck geraten. Auslöser war ein Bericht, wonach der Iran im Rahmen eines Abkommens mit den USA den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus wiederherstellen würde. Die Futures für die Sorte West Texas Intermediate (WTI) brachen bis 9:26 Uhr ET um 4,6 Prozent auf 89,55 Dollar pro Barrel ein – und fielen damit erstmals seit längerer Zeit unter die psychologisch wichtige Marke von 90 Dollar.

Auch die internationale Referenzsorte Brent gab deutlich nach. Sie verbilligte sich um 3,73 Prozent auf 95,87 Dollar pro Barrel. Der gleichzeitige Rückgang beider Leitindizes unterstreicht, wie stark die Märkte auf die geopolitischen Entwicklungen rund um den Iran reagieren.

Iranisches Staatsfernsehen berichtet über Rahmenvereinbarung

Das iranische Staatsfernsehen behauptete laut Reuters, eine Kopie eines Entwurfs für eine Rahmenvereinbarung über eine Absichtserklärung mit den USA zu besitzen. Demnach habe sich Teheran verpflichtet, den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus innerhalb eines Monats nach einer Einigung wieder auf das Vorkriegsniveau anzuheben. Die Verwaltung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge soll dabei in Zusammenarbeit mit dem Oman erfolgen.

Laut den Berichten würden sich die US-Streitkräfte aus der Umgebung des Iran zurückziehen und die Seeblockade aufheben. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel. Eine Unterbrechung des Verkehrs dort hat stets unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte.

Spannungen zwischen USA und Iran eskalieren weiter

Der Iran und die USA schwankten diese Woche zwischen einer möglichen Einigung und einer erneuten militärischen Eskalation. US-Streitkräfte flogen Angriffe im Süden des Iran – ein Schritt, den das Pentagon als defensiv bezeichnete. Teheran schwor daraufhin Vergeltung für die Angriffe. Das geopolitische Umfeld bleibt damit trotz der Abkommenssignale äußerst angespannt.

Experten skeptisch bei schneller Normalisierung der Ölströme

Branchenexperten zeigen sich skeptisch, dass die Öllieferungen rasch wieder das Vorkriegsniveau erreichen werden. Sultan Ahmed al-Jaber, Chef der Abu Dhabi National Oil Co., erklärte vergangene Woche, es werde mindestens vier Monate dauern, um die Ölströme auf 80 Prozent des normalen Niveaus hochzufahren – selbst wenn der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sofort beendet würde. Eine vollständige Normalisierung der Ströme erwartet er erst im ersten oder zweiten Quartal 2027.

Diese Einschätzung dämpft die Erwartungen an eine schnelle Entspannung an den Energiemärkten erheblich. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen, die stark von Energieimporten abhängig sind, bleibt die Lage damit vorerst unsicher. Die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus werden an den Rohstoffmärkten weiterhin mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

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