Nasdaq fällt 1,1 Prozent: Tech-Verkäufe und Ölpreissturz belasten Märkte
Der Nasdaq Composite verliert 1,1 Prozent, während der Dow Jones 0,4 Prozent zulegt und die Ölpreise um 8 Prozent einbrechen.

Die großen US-Indizes zeigten am Montag, dem 2. November 2026, ein gemischtes Bild. Der technologielastige Nasdaq Composite schloss 1,1 Prozent im Minus, der Leitindex S&P 500 fiel um 0,5 Prozent, während der Dow Jones Industrial Average um 0,4 Prozent zulegte. Für den Nasdaq war es der dritte Tag in Folge mit starken Verlusten.
Belastet wurden die Kurse von zwei gegenläufigen Entwicklungen. Einerseits gerieten KI-bezogene Aktien erneut unter Druck, andererseits brachen die Ölpreise ein, nachdem Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Iran-Konflikts aufgekommen waren. Der Technologieindex des S&P 500 verlor 2,7 Prozent.
Der Nasdaq hatte bereits im Oktober seinen größten Monatsrückgang seit März 2025 verzeichnet. Als Grund nennt die Quelle wachsende Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Gewinne von KI-Aktien, die die Märkte in den letzten Jahren zu Rekordhochs getrieben hatten.
Rubio sagt, die USA würden eine friedliche Lösung bevorzugen
Das Marktstimmungsgefühl erhielt am frühen Montag einen Schub durch Nachrichten, dass die US-Regierung eine diplomatische Lösung für den Konflikt im Nahen Osten anstrebt. Nach jüngsten Berichten, dass die USA nach den Zwischenwahlen am Dienstag einen Angriff auf den Iran vorbereiten könnten, sagte Außenminister Marco Rubio am Wochenende, die USA würden es „friedlich bevorzugen“. Die WTI-Rohöl-Futures, der US-Leitindex, lagen zuletzt 8 Prozent im Minus bei 95,80 Dollar pro Barrel.
Vor Handelsbeginn hatten die Futures noch zugelegt: Dow-Jones-Futures lagen um 0,4 Prozent im Plus, S&P-500-Futures um 0,3 Prozent und die tech-lastigen Nasdaq-100-Futures um 0,6 Prozent. CNBC berichtete, US-Rohöl falle unter 100 Dollar angesichts von Berichten über US-iranische diplomatische Bemühungen. Marvell erklärte zur Übernahme von Lumentum, man schaffe damit einen Kategorie-Führer in der KI-Konnektivität.
Chip-Aktien verlieren deutlich, Marvell bricht um 13 Prozent ein
Wie bereits am Freitag waren Chip-Aktien die größten Verlierer im Tech-Bereich. Der iShares Semiconductor ETF (SOXX) fiel um fast 4 Prozent. Intel-Aktien, die am Freitag fast 30 Prozent eingebrochen waren, verloren weitere 9 Prozent. Der Chip-Designer Marvell Technology (MRVL) sank um 13 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen Lumentum (LITE) erwirbt; der Hersteller optischer Komponenten wird dabei auf 115 Milliarden Dollar bewertet. Advanced Micro Devices (AMD) und Micron (MU) gingen um 7 Prozent beziehungsweise 6 Prozent zurück, während Nvidia (NVDA) und Broadcom (AVGO) um 1 Prozent fielen.
Energieaktien brechen ein, Transportwerte profitieren vom Ölpreisrutsch
Der S&P 500 Energy Index fiel um 4 Prozent und folgte damit der Entwicklung der Ölpreise. Zu den großen Verlierern gehörten APA Corp. (APA) und Devon Energy (DVN), die jeweils um rund 7 Prozent sanken, während die Ölmajors Chevron (CVX) und ExxonMobil (XOM) beide um mehr als 3 Prozent fielen.
Transportaktien profitierten dagegen von der Bewegung bei den Ölpreisen. Die Aktien von United (UAL) stiegen um 5 Prozent, während American (AAL) und Delta (DAL) um 4 Prozent zulegten. Die Aktien von FedEx Freight (FDXF), die am Freitag nach einem starken Gewinnbericht hochgeschnellt waren, kletterten am Montag um nahezu 5 Prozent. Im Dow Jones führten Sherwin-Williams (SHW) mit einem Plus von 6 Prozent die Gewinner an, während Walmart (WMT) und McDonald's (MCD) jeweils um 3 Prozent zulegten, ebenso wie American Express (AXP) und Visa (V).
Gold, Bitcoin und Anleiherenditen senden gemischte Signale
Die Gold-Futures lagen 1,5 Prozent im Plus bei 3.955 Dollar pro Unze, nachdem sie am Freitag unter 3.900 Dollar gefallen waren und damit ihr niedrigstes Niveau seit mehr als einem Jahr erreicht hatten. Bitcoin handelte bei 76.700 Dollar und lag damit unter dem Tageshoch von rund 78.500 Dollar.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe, die sich auf Zinssätze für verschiedene Konsumentenkredite auswirkt, lag bei 4,92 Prozent, nachdem sie im Verlauf der Sitzung zuvor bis auf 4,87 Prozent gefallen war – ihr niedrigstes Niveau seit Anfang September.
Anleger warten auf Zahlen von Apple und Palantir
Nach Börsenschluss sollten Apple (AAPL) und Palantir (PLTR) ihre Quartalszahlen vorlegen. Die Ergebnisse der vergangenen Woche vom Mutterkonzern Alphabet (GOOGL), dem Chip-Hersteller Intel (INTC) und Amazon hatten den Tech-Sektor belastet.
Die Apple-Aktie war im Jahr 2026 bis zum Freitagsschluss um 27 Prozent gestiegen und notierte knapp unter 347 Dollar; zuletzt lag sie etwa 2 Prozent im Rückstand. Wall-Street-Analysten erwarten laut Visible-Alpha-Daten quartalsweise Umsatzerlöse von 113,6 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 29,2 Milliarden Dollar. Händler rechnen mit einer moderaten Bewegung der Apple-Aktie von etwa 4 Prozent. Es sind die ersten Quartalszahlen unter CEO John Ternus, der Tim Cook im September ablöste. Ternus hat mit steigenden Speicherpreisen zu kämpfen, die das Unternehmen als beitragend zu „Lieferengpässen“ bezeichnete. Apple ist das zweitletzte Unternehmen der „Magnificent Seven“, das im dritten Quartal berichtet; die Ergebnisse von Nvidia stehen am 17. November an.
Bei Palantir rechnen Händler mit einer zweistelligen Bewegung von etwa 11 Prozent in jede Richtung bis Ende der Woche. Das würde eine Bewegung auf fast 206 Dollar andeuten oder ein Tief von rund 162 Dollar. Die Aktie war im Jahr bis Freitag um etwas weniger als 4 Prozent gestiegen und lag am Montagmorgen leicht im Plus. Analysten erwarten laut Visible-Alpha-Daten Umsatzerlöse von 2,18 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von etwas über 961 Millionen Dollar.
Bereits am 28. Juli 2026 berichtete aktien.news von einem gespaltenen Markt
Bereits am 28.07.2026 berichtete aktien.news, dass die US-Aktienmärkte gespalten waren: Eine Deeskalation im Konflikt mit dem Iran setzte die Ölpreise stark unter Druck, während wachsende Zweifel am Boom der künstlichen Intelligenz sowie hohe Bewertungen von Chip-Aktien den Technologiesektor belasteten. Damals legte der Dow Jones Industrial Average um 262,83 Punkte oder 0,51 Prozent auf 52.210,08 Zähler zu, der S&P 500 schloss nahezu unverändert mit einem Plus von 1,20 Punkten oder 0,02 Prozent bei 7.413,18 Zählern, und der Nasdaq Composite gab um 43,74 Punkte oder 0,18 Prozent auf 24.932,08 Zähler nach.
Am 09.10.2026 berichtete aktien.news, dass der Nasdaq Composite die Kurse der großen US-Indizes nach unten führte, geprägt von einem hohen Ölpreisniveau und einem deutlichen Ausverkauf bei Halbleiterherstellern. Auslöser für den Rückgang von den Spitzenwerten war damals eine Aussage von Präsident Trump in den sozialen Medien, dass die USA vor den Midterm-Wahlen keinen Angriff auf den Iran starten werden. Bereits am 11.03.2026 hatte aktien.news berichtet, dass Dow Jones und S&P 500 ihre anfänglichen Kursgewinne vollständig abgaben, während sich der Nasdaq mit einem leichten Plus behaupten konnte; Nvidia legte damals bis Börsenschluss um mehr als 1 Prozent zu.
Für deutsche Privatanleger ergeben sich zwei getrennte Wirkungsketten
Für deutsche Anleger zeigt der Handelstag zwei klar getrennte Wirkungsketten. Der Ölpreisrückgang entlastet transport- und konsumnahe Unternehmen, belastet aber Energie- und Rohstoffwerte. Gleichzeitig bleibt der Technologiesektor der schwankungsanfälligste Teil des Marktes: Der Nasdaq verzeichnete den dritten Verlusttag in Folge, und der Oktober war der schwächste Monat seit März 2025. Wer in KI- und Halbleiteraktien investiert ist, muss weiterhin mit deutlichen Ausschlägen rechnen – der iShares Semiconductor ETF verlor fast 4 Prozent, Intel weitere 9 Prozent, Marvell 13 Prozent.
Die Bewegung bei Gold und US-Staatsanleihen zeigt zugleich, dass Kapital innerhalb des Marktes verschoben wird: Gold-Futures legten 1,5 Prozent zu, die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel zwischenzeitlich auf 4,87 Prozent, den niedrigsten Stand seit Anfang September. Eine Einordnung als Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Diese Termine stehen in der kommenden Woche an
Anleger dürften weiterhin die Unterlagen verdauen, die Anthropic vor seinem Börsengang eingereicht hat. Mehrere Unternehmen legen in dieser Woche Zahlen vor, darunter Supermicro, Advanced Micro Devices, Onsemi, Arm Holdings und Lumentum Holdings. Shopify, das kürzlich eine Partnerschaft mit Metas Muse AI angekündigt hat, berichtet ebenfalls, ebenso das Datenanalytikunternehmen Palantir. Quartalszahlen von Uber, Lyft, DoorDash und Instacart runden die Berichte aus dem Technologiesektor ab; DoorDash und Instacart hatten sich vergangene Woche auf eine Fusion geeinigt.
Bei den Wirtschaftsdaten stehen am Freitag die Oktober-Zahlen zur Beschäftigung an. Die Schaffung von Arbeitsplätzen war im September schwach, und die Regierung revidierte die August- und Juli-Zahlen nach unten, was darauf hindeutet, dass der Arbeitsmarkt möglicherweise fragiler ist, als Ökonomen erkannten. Der Bericht am Freitag könnte beeinflussen, ob die Federal Reserve die Zinsen im Dezember wie erwartet erhöht.
Drei Begriffe aus dem Handelstag lassen sich kurz erklären
- WTI-Rohöl: WTI steht für West Texas Intermediate und ist der wichtigste US-Referenzpreis für Rohöl.
- iShares Semiconductor ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der Aktien von Halbleiterherstellern bündelt.
- Zehnjährige US-Staatsanleihe: Eine Anleihe des US-Staats mit zehnjähriger Laufzeit, deren Rendite als Referenz für viele Kreditzinsen gilt.
