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Oracle plant 20 Milliarden Dollar Kapitalbeschaffung für KI-Offensive

Der Software-Konzern will über Anleihen und Aktien 20 Milliarden Dollar einsammeln und damit seine KI-Infrastruktur finanzieren.

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Oracle plant 20 Milliarden Dollar Kapitalbeschaffung für KI-Offensive

Der US-Softwarekonzern Oracle hat Pläne zur Aufnahme von insgesamt 20 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Wie aus den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen hervorgeht, setzt sich das Volumen aus jeweils 10 Milliarden Dollar in Form von erstklassigen US-Dollar-Anleihen (Senior Notes) sowie Stammaktien zusammen. Mit dieser Maßnahme will das Unternehmen seine massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur und Cloud-Kapazitäten finanzieren.

Die Kapitalbeschaffung folgt auf eine Ankündigung während des Investorentages in der vergangenen Woche, bei der Oracle seine langfristige Finanzierungsstrategie darlegte. Das Unternehmen strebt an, den Umsatz bis zum Geschäftsjahr 2030 auf über 225 Milliarden Dollar zu verdreifachen, wobei der bereinigte Gewinn pro Aktie die Marke von 21 Dollar übersteigen soll. Laut Reuters betonte Oracle, dass die Investitionsausgaben in diesem und dem kommenden Geschäftsjahr ihren Höhepunkt erreichen werden. Gleichzeitig versprach das Management, bis zum Geschäftsjahr 2030 keine weiteren Finanzierungen für KI-Projekte in Höhe von mehr als 20 Milliarden Dollar aufzunehmen.

Die Mittel fließen in Investitionen, Schuldentilgung und Rückkäufe

Die Erlöse sollen für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, darunter Investitionsausgaben, Schuldentilgungen, Akquisitionen, Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe. Das Anleiheangebot umfasst sechs Tranchen mit Laufzeiten zwischen 2029 und 2046, darunter eine variabel verzinste Tranche sowie fünf festverzinsliche Tranchen. Die genauen Zinssätze und Emissionspreise stehen noch nicht fest.

Für deutsche Anleger ist die Struktur der Transaktion ein wichtiger Hinweis auf die Finanzierungsstrategie des Konzerns. Die Kombination aus Fremd- und Eigenkapital zeigt, dass Oracle die wachsenden Ausgaben für Rechenzentren und KI-Hardware nicht allein aus dem operativen Cashflow stemmen will. Der Schritt reiht sich damit in eine breitere Entwicklung ein, in der große Technologiekonzerne ihre Bilanzen nutzen, um den Aufbau von KI-Kapazitäten zu beschleunigen.

Die Aktie reagiert mit deutlichen Verlusten

Die Nachricht stieß an den Märkten auf Skepsis: Die Oracle-Aktie verzeichnete im vorbörslichen Handel einen Rückgang von 3 bis 4 Prozent. Dies setzt den Abwärtstrend des Unternehmens fort, dessen Aktienkurs im laufenden Jahr bereits um etwa 33 Prozent und in den letzten zwölf Monaten um 50 Prozent gefallen ist. Während Bloomberg hervorhebt, dass die Kapitalaufnahme unmittelbar auf die Bekanntgabe der langfristigen KI-Strategie folgt, weist Reuters darauf hin, dass Investoren besonders kritisch auf die Ausgaben blicken.

Als Grund nennt Reuters, dass Oracle im Vergleich zu Cloud-Konkurrenten wie Microsoft und Amazon über eine geringere Umsatzbasis verfügt und zudem ein erhebliches Engagement bei OpenAI, dem verlustbringenden Entwickler von ChatGPT, aufweist. Diese Kombination aus hohen Investitionen und vergleichsweise schmaler Erlösbasis dürfte die Zurückhaltung der Anleger erklären.

Hohe Verbindlichkeiten bleiben zentraler Streitpunkt

Zum Stichtag 31. August beliefen sich die Verbindlichkeiten von Oracle auf 125,34 Milliarden Dollar, während der Umsatz für das Geschäftsjahr 2026 mit 67,36 Milliarden Dollar beziffert wurde. Die hohe Verschuldung zur Finanzierung der KI-Infrastruktur bleibt damit ein zentraler Punkt der Investorendebatte. Ob die ambitionierten Ziele bis 2030 aufgehen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell die getätigten Investitionen in messbare Cloud- und KI-Umsätze umschlagen.

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