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Künstliche Intelligenz beflügelt Wall Street

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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Künstliche Intelligenz beflügelt Wall Street

Die Wall Street erlebte gestern einen ereignisreichen Handelstag, geprägt durch die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Insbesondere Microsoft konnte die Anleger begeistern und erreichte ein neues Rekordhoch. Trotz insgesamt geringer prozentualer Veränderungen, konnten der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq und der Auswahlindex Nasdaq 100 neue Höchststände verzeichnen. Der Nasdaq 100 schloss bei 18.723 Punkten, ein Plus von 0,2 Prozent, während der Dow Jones leicht um 0,17 Prozent auf 39.872 Punkte stieg und der S&P-500-Index um 0,25 Prozent auf 5.321 Punkte zulegte.

Im Mittelpunkt des Interesses stand auch Nvidia, dessen Aktien im Vorfeld des anstehenden Quartalsberichts stark nachgefragt waren. Die Papiere des Unternehmens schlossen bei 953,86 Dollar, ein Plus von 0,64 Prozent. Das Tageshoch lag bei 954 Dollar, was das Rekordhoch von 974 Dollar in greifbare Nähe rückt. Nvidia wird derzeit mit rund 2,3 Billionen Dollar bewertet. Analysten von Index Radar betonen, dass der Markt gespannt auf die neuen Geschäftszahlen und Zukunftsaussichten des Unternehmens blickt, insbesondere im Hinblick auf die anhaltende Wachstumsstory im KI-Bereich.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war die Entwicklerkonferenz von Microsoft. Das Unternehmen stellte eine neue PC-Architektur vor, die speziell auf KI-Anwendungen ausgerichtet ist. Zentral dabei ist der KI-Assistent Copilot, der auf der Technologie hinter ChatGPT basiert. Die neuen Computer sollen durch einen zusätzlichen Chip, der ausschließlich für KI-Anwendungen zuständig ist, schneller und energieeffizienter werden. Die Aktien von Microsoft erreichten ein neues Rekordhoch bei 432,97 Dollar und schlossen mit einem Plus von 0,87 Prozent bei 429,04 Dollar.

Zeitgleich fand in Seoul ein Gipfel zur Künstlichen Intelligenz statt, an dem führende Tech-Unternehmen wie Google, Meta und Microsoft teilnahmen. Diese Unternehmen verpflichteten sich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie. Sie erklärten sich bereit, im äußersten Fall die Entwicklung oder Anwendung von KI-Modellen zu unterlassen, falls die Risiken nicht ausreichend gemindert werden können. Die Veranstaltung wird von Großbritannien und Südkorea ausgerichtet und dauert bis Mittwoch an.

Die Anleger warten gespannt auf das am Mittwoch erwartete Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank. Diese Veröffentlichung könnte Hinweise auf den Zeitpunkt und das Ausmaß möglicher Zinssenkungen in diesem Jahr geben. Trotz wiederholter Warnungen führender US-Notenbanker vor schnellen Zinssenkungen hoffen die Märkte auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik. Bill Northey von U.S. Bank Wealth Management betont, dass sich die Geldpolitik an einem Wendepunkt befindet, der genaue Zeitpunkt für Zinssenkungen aber noch ungewiss bleibt.

In Deutschland zeigte sich der DAX schwächer und schloss mit einem Minus von 0,22 Prozent bei 18.726 Punkten. Der Index konsolidierte damit auf hohem Niveau, was angesichts der jüngsten Gewinne nicht ungewöhnlich ist. Der MDAX fiel um 1,13 Prozent auf 27.172 Punkte. Die Nachrichtenlage aus dem Unternehmenssektor war dünn, und neue Wirtschaftsdaten blieben spärlich. Der Euro zeigte sich zum Dollar stabil und kostete zuletzt 1,0856 Dollar.

Die deutschen Konjunkturdaten bewegten den Markt kaum. Die Erzeugerpreise sanken im April um 3,3 Prozent im Jahresvergleich, vor allem wegen fallender Energiepreise. Der Auftragsbestand der deutschen Industrie fiel im März um 0,4 Prozent, hauptsächlich aufgrund der Entwicklung in der Automobilindustrie. Aus den USA wurden keine neuen Wirtschaftsdaten erwartet.

Infineon-Aktien standen am DAX-Ende und verloren über drei Prozent, ohne dass es neue Nachrichten gab. Die besten Werte im DAX waren Hannover Rück, die um gut 1,2 Prozent zulegten. Im MDAX brachen die Aktien der Online-Apotheke Redcare Pharmacy um über 11 Prozent ein, nachdem die Bank UBS zum Verkauf der Aktien geraten hatte. BMW geriet in die Schlagzeilen, da das Unternehmen laut einem Bericht des US-Senats mindestens 8.000 Mini-Cooper mit elektronischen Bauteilen eines sanktionierten chinesischen Zulieferers in die USA geliefert haben soll. BMW erklärte, Schritte unternommen zu haben, um den Import der betroffenen Produkte zu stoppen.

Lanxess plant nach einer drastischen Dividendenkürzung im letzten Jahr, die Ausschüttung an die Aktionäre wieder zu erhöhen. Vorstandschef Matthias Zachert kündigte an, dass das Unternehmen die Aktionäre auch in Zukunft am Erfolg teilhaben lassen wolle. Für das vergangene Jahr sollen die Aktionäre nur eine Dividende von zehn Cent je Aktie erhalten, im Gegensatz zu 1,05 Euro in den beiden Jahren zuvor. Zachert zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das Geschäftsjahr 2024 besser verlaufen werde.

In Vietnam hat die Regierung Firmen wie den Apple-Zulieferer Foxconn zu Energieeinsparungen aufgefordert, um Stromausfälle wie im letzten Jahr zu verhindern. Foxconn soll den Verbrauch um 30 Prozent reduzieren. Diese Maßnahmen seien jedoch keine Anordnung, sondern eine "Ermutigung".

Der Videodienstleister Zoom erhöhte dank robuster Nachfrage nach seinem Produktportfolio seine Gewinnprognose für das Jahr 2025 leicht und erwartet nun einen Umsatz von rund 4,61 bis 4,62 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal erzielte Zoom einen Umsatz von 1,14 Milliarden Dollar, was einem Plus von 3,2 Prozent entspricht.

Marktberichte

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