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Kuba vor Energiekrise: USA kappen venezolanische Öllieferungen

Die Vereinigten Staaten verschärfen den Druck auf Venezuela und Kuba dramatisch. Nach der Beschlagnahme mehrerer Öltanker droht dem kommunistischen Inselstaat eine schwere Energiekrise.

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Kuba vor Energiekrise: USA kappen venezolanische Öllieferungen

Die kubanische Bevölkerung bereitet sich auf eine Verschärfung der ohnehin angespannten Wirtschaftslage vor. Nachdem US-Behörden am Mittwoch zwei weitere Öltanker mit Verbindung zu Venezuela beschlagnahmt haben, steht eine kritische Energieversorgungsroute für den Inselstaat vor dem Aus.

Dramatische Eskalation im Atlantik

In einer beispiellosen Aktion fing das US-Militär den unter russischer Flagge fahrenden Tanker "Marinera" im Atlantik nahe Island ab – nach einer zweiwöchigen Verfolgungsjagd. Ein hochrangiger russischer Gesetzgeber verurteilte das Vorgehen scharf als "offene Piraterie". Bereits zuvor hatte die US-Küstenwache den Tanker "M Sophia" nordöstlich von Südamerika gestoppt.

Die Beschlagnahmen sind Teil einer Blockade-Strategie, die Washington Mitte Dezember gegen alle sanktionierten Schiffe verhängte, die venezolanische Gewässer anlaufen. Insgesamt wurden bereits vier Tanker abgefangen. Die Maßnahmen erfolgen nur Tage nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte.

Venezuela deckte die Hälfte des kubanischen Ölbedarfs

Für Kuba sind die Auswirkungen verheerend. Zwischen Januar und November 2024 lieferte Venezuela durchschnittlich 27.000 Barrel pro Tag an die Karibikinsel. Dies entspricht nach Schätzungen etwa 50 Prozent des kubanischen Öldefizits, wie aus Schiffsdaten und Dokumenten des staatlichen Ölkonzerns PDVSA hervorgeht.

"Ich denke, dass sich die Lage durch diese Situation verschlechtern wird, weil sie jetzt kein Öl mehr durchlassen", erklärte William Gonzalez, ein Einwohner der Hafenstadt Matanzas, gegenüber Reuters. "Zuvor kam Öl aus Venezuela und Russland, jetzt wird es nur noch aus Russland kommen. Das ist eine Ölquelle weniger."

Stromausfälle und Treibstoffknappheit nehmen zu

Im Hafen von Matanzas, wo normalerweise Öltanker anlegen, zeigt sich das Ausmaß der Krise bereits deutlich. Geschlossene Tankstellen und lange Warteschlangen an den wenigen geöffneten Zapfsäulen prägen das Stadtbild. Die Bevölkerung befürchtet eine Verschärfung der bereits jetzt häufigen, stundenlangen Stromausfälle.

Mario Valverde, ein Geschäftsinhaber in Havanna, blickt pessimistisch in die Zukunft: "Die Auswirkungen werden nicht sehr gut sein. Venezuela war eines der Länder, das uns am meisten mit Energie und Treibstoff geholfen hat."

Mexiko springt nicht in die Bresche

Obwohl Mexiko in jüngster Zeit zu einem wichtigen Lieferanten geworden ist, dämpfte Präsidentin Claudia Sheinbaum am Mittwoch die Hoffnungen auf zusätzliche Hilfe. Mexiko werde Kuba nicht mehr Öl liefern als in der Vergangenheit üblich, stellte sie klar.

Trotzige Reaktionen auf US-Druck

Bei vielen Kubanern löst die aggressive US-Haltung eine Mischung aus Wut und grimmiger Entschlossenheit aus. "Wir sind sehr unzufrieden mit der Haltung von Präsident Trump gegenüber Maduro, weil dies ein Land zwingt, sich gewaltsam zu unterwerfen", sagte der Einwohner Manuel Rodriguez. "Wenn es mehr Stromausfälle gibt, werden wir Kubaner die Ausfälle ertragen und bis zum Ende Widerstand leisten müssen."

Die Entwicklung markiert eine neue Eskalationsstufe in der US-Politik gegenüber Venezuela und dessen Verbündeten. Für die kubanische Bevölkerung bedeutet dies eine Rückkehr zu den harten Zeiten der "Sonderperiode" in den 1990er Jahren, als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Energieversorgung weitgehend zusammenbrach.

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