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Kerosin-Prämie US-Westküste erreicht Zweijahreshoch

Die Preisdifferenz für Flugzeugtreibstoff zwischen US-Westküste und Asien klettert auf fast 40 Dollar pro Barrel. Raffinerieausfälle in Kalifornien und schwache chinesische Nachfrage treiben die Entwicklung.

Kerosin-Prämie US-Westküste erreicht Zweijahreshoch

Der Aufschlag für kurzfristig lieferbaren Flugzeugtreibstoff an der US-Westküste gegenüber Asien hat nach LSEG-Daten fast seinen höchsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Der Derivatpreis für Kerosin in Los Angeles liegt derzeit rund 40 Dollar pro Barrel über dem asiatischen Referenzwert – ein Niveau, das zuletzt Mitte Februar 2024 verzeichnet wurde.

Raffinerieausfälle belasten US-Produktion

Als Hauptursache für die extreme Preisspreizung gelten mehrere Raffinerieausfälle an der US-Westküste. Besonders schwer wiegt ein längerer Ausfall in der Raffinerie von PBF Energy in Martinez, Kalifornien. Zusätzlich befindet sich eine Kerosineinheit in Chevrons 285.000-Barrel-pro-Tag-Raffinerie in El Segundo seit einem Brand im Oktober in Reparatur.

Die Lagerbestände an Flugzeugtreibstoff an der US-Westküste lagen am 2. Januar bei nur 11,19 Millionen Barrel – nahe dem Zweimonatstief. Die Raffinerieauslastung der Region sank auf 80 Prozent, verglichen mit 85,4 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Dauerhafte Stilllegungen verschärfen Situation

Die Versorgungslage wird sich weiter verschlechtern. Valero plant die schrittweise Einstellung seiner 145.000-Barrel-pro-Tag-Raffinerie in Benicia ab Februar. Dies folgt auf die Stilllegung des 139.000-Barrel-Standorts von Phillips 66 in Los Angeles Ende 2024. Zusammen machen beide Anlagen etwa 11 Prozent der gesamten Raffineriekapazität an der US-Westküste aus.

Schwache Nachfrage in China drückt asiatische Preise

Auf der anderen Seite des Pazifiks sorgt die schwache chinesische Nachfrage für zusätzlichen Preisdruck. Die Gesamtzahl der Flüge in China ist laut Airportia in diesem Jahr bisher um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. "Die schwache Nachfrage nach Kerosin in China hat den Abwärtsdruck auf die asiatischen Preise zusätzlich verstärkt", erklärt Matias Togni, Analyst bei NextBarrel.

Asiatische Exporte könnten steigen

Händler erwarten, dass die gestiegene Preisspanne zu mehr Lieferungen von Asien an die US-Westküste führen wird. Zwei Handelsquellen gehen davon aus, dass die asiatischen Kerosinexporte an die US-Westküste in diesem Monat 500.000 bis 600.000 Tonnen erreichen könnten – das entspricht 3,94 bis 4,72 Millionen Barrel. Bisher liegen die Lieferungen im Januar laut Schiffsverfolgungsdaten von Kpler und LSEG allerdings erst bei knapp 100.000 Tonnen.

Die Entwicklung zeigt deutlich, wie regionale Produktionsausfälle und unterschiedliche Nachfragemuster die globalen Energiemärkte beeinflussen können.

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