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KI-Aktien im Abschwung: Kaufgelegenheit oder fallendes Messer?

Nach starken Rückgängen bei KI-Aktien fragen sich Anleger: Einstiegschance oder weiterer Absturz?

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KI-Aktien im Abschwung: Kaufgelegenheit oder fallendes Messer?

Künstliche Intelligenz galt in den vergangenen Jahren als der große Wachstumstreiber an den Börsen. KI-Aktien befeuerten die Gewinne im S&P 500, und Unternehmen wie der Chipdesigner Nvidia sowie der Cloud-Riese Amazon erzielten erhebliches Umsatzwachstum. Die Technologie gilt als wegweisend – mit dem Potenzial, Unternehmen effizienter, innovativer und profitabler zu machen.

Die Zahlen sprechen für sich: Der Dan Ives Wedbush AI Revolution ETF stieg seit seiner Auflegung vor einem Jahr um fast 50 Prozent. Der iShares Semiconductor ETF legte in den vergangenen drei Jahren sogar um mehr als 200 Prozent zu. Technologieführer planen allein in diesem Jahr Investitionen von fast 700 Milliarden US-Dollar in die KI-Infrastruktur – ein Zeichen für die enorme Nachfrage nach KI-Kapazitäten.

Stimmungswandel bei Investoren

Doch zuletzt hat sich das Bild eingetrübt. Das geopolitische und wirtschaftliche Umfeld hat Anleger vorsichtiger werden lassen. Hinzu kommt eine wachsende Skepsis: Investoren hinterfragen, ob die massiven Ausgaben der Technologiekonzerne für KI-Infrastruktur tatsächlich die erhofften Erträge bringen werden. Die Sorge, dass das Umsatzpotenzial hinter den Erwartungen zurückbleiben könnte, belastet die Kurse.

Auch geopolitische Faktoren spielen eine Rolle. Anhaltende Unruhen im Iran sowie Inflationssorgen in den USA haben die Investoren zusätzlich verunsichert. Seit Ende des vergangenen Jahres belasten diese Faktoren KI-Aktien periodisch – und in den vergangenen Wochen ist dieser Abwärtstrend erneut zurückgekehrt.

Die Kursbewegungen sind deutlich spürbar: Der Ives-ETF verlor seit dem 1. Juni rund 10 Prozent. Der iShares Semiconductor ETF fiel seit seinem Höchststand am 22. Juni um 15 Prozent – gemessen zum Börsenschluss am 13. Juli. Für Anleger stellt sich damit die entscheidende Frage: Handelt es sich um ein „fallendes Messer", das man besser meidet, oder um eine seltene Kaufgelegenheit?

Langfristiges Potenzial bleibt intakt

Die KI-Geschichte befindet sich nach wie vor in einem frühen Stadium. Unternehmen und Einzelpersonen beginnen gerade erst, KI regelmäßig zu nutzen und auf ihre spezifischen Bedürfnisse anzuwenden. Branchen wie Robotik und Pharmazie könnten in den kommenden Jahren stark auf KI angewiesen sein, um bedeutende Fortschritte zu erzielen.

Ein Großteil der bisherigen KI-Aktivitäten betrifft die Entwicklung der Technologie selbst sowie das Training von Modellen. Die eigentlichen Anwendungsfälle – also der breite Einsatz in Unternehmen zur Effizienzsteigerung, Kostensenkung und Innovation – dürften eine große und lang anhaltende Wachstumswelle auslösen. Die sogenannten Infrastruktur-Gewinner, die bereits in frühen Phasen des Booms profitierten, werden voraussichtlich weiter wachsen, da ihre Produkte dauerhaft gefragt bleiben.

Bewertungen auf attraktivem Niveau

Angesichts der jüngsten Rückgänge werden einige der führenden KI-Aktien nun zu deutlich günstigeren Bewertungen gehandelt. Nvidia wird derzeit zum 22-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, Microsoft zum 20-Fachen der Schätzungen. Für langfristig orientierte Anleger könnte dies ein attraktiver Einstiegspunkt sein.

Ob die Rückgänge anhalten oder KI-Aktien sich schnell erholen, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Klar ist jedoch: Wer an das langfristige Potenzial der künstlichen Intelligenz glaubt und Qualitätsunternehmen zu reduzierten Preisen kauft, könnte von einer Gelegenheit profitieren, die sich nur einmal in einem Jahrzehnt bietet.

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