NVIDIA-Chef Huang: Vera Rubin bereits in Produktion – Verzögerungen dementiert
Jensen Huang weist Berichte über Produktionsprobleme beim KI-Beschleuniger Vera Rubin entschieden zurück und kündigt riesige Produktionsmengen an.

NVIDIA-CEO Jensen Huang hat Berichte über angebliche Verzögerungen beim KI-Beschleunigersystem der nächsten Generation, Vera Rubin, entschieden zurückgewiesen. Auf einer Entwicklerkonferenz in Tokio erklärte er gegenüber Reportern: „Vera Rubin befindet sich bereits in der Produktion. Riesige Produktionsmengen stehen bevor." Damit reagierte er direkt auf Behauptungen des Analysehauses SemiAnalysis.
SemiAnalysis hatte diesen Monat berichtet, dass sich das Vera-Rubin-KI-Server-Rack-System verzögere. Als Ursache nannte das Analysehaus Schwierigkeiten bei der Herstellung einer speziellen Leiterplatte zur Verbindung elektronischer Module innerhalb des Server-Racks. SemiAnalysis hat sich einen Ruf für detaillierte Analysen der Nvidia-Lieferkette erarbeitet, was dem Bericht erhebliches Gewicht verlieh und eine direkte Reaktion des Vorstandsvorsitzenden erforderte.
Huang wies die Ergebnisse von SemiAnalysis laut Bloomberg zunächst mit einem einzigen Wort zurück, bevor er näher auf die bevorstehenden Produktionsmengen einging. Die genannte technische Herausforderung – die Fertigung einer Leiterplatte, die elektronische Module innerhalb eines KI-Server-Racks verbindet – deutet auf die Art von Packaging-Komplexität hin, die in der Vergangenheit bereits ein Engpass für Beschleunigersysteme der nächsten Generation war.
Warum das Dementi für Investoren so wichtig ist
Das offizielle Dementi des CEO ist für Investoren von besonderer Bedeutung. Jede glaubwürdige Verzögerung beim Hochfahren von Vera Rubin würde den Wettbewerbsdruck durch die fortschreitende Roadmap von AMD mit den Modellen MI350 und MI400 verschärfen. Anleger haben den Produktzyklus von Nvidia bereits in die hohe Bewertung der Aktie eingepreist, weshalb Produktionsverzögerungen erhebliche Kursrisiken darstellen würden.
Da Huang jedoch keine spezifischen Angaben zu Volumen oder Lieferzeitplänen machte, dürfte die Debatte mit SemiAnalysis so lange anhalten, bis große Cloud-Kunden oder Hyperscaler den Erhalt von Bestellungen oder konkrete Einsatzpläne öffentlich bestätigen. Nvidia hat bisher keine öffentlichen Prognosen zu den Lieferfenstern von Vera Rubin abgegeben, und es wurden keine verbindlichen Kundenbestellungen offengelegt.
H200-Lieferungen nach China erst am Anfang
Neben Vera Rubin äußerte sich Huang auch zum Status der H200-Chip-Lieferungen nach China – ein Thema, das seit der Lockerung der US-Exportbeschränkungen erhebliche Aufmerksamkeit bei Investoren genießt. Der H200 wurde im Dezember von Präsident Donald Trump für den Export nach China freigegeben. Bis zum Erscheinen der Chips mit Blackwell-Architektur Ende 2024 war der H200 der leistungsstärkste KI-Beschleuniger auf dem Markt.
Trotz des grünen Lichts aus Washington deutete Huang an, dass das Hochfahren der Lieferungen kaum begonnen hat. „Wir haben mit den Auslieferungen noch nicht wirklich in großem Umfang begonnen", sagte er laut Bloomberg. Ein Beamter der Trump-Regierung bestätigte, dass bereits eine geringe Anzahl von H200-Chips chinesische Kunden erreicht hat – die Volumina bleiben jedoch noch bescheiden.
China machte historisch gesehen einen erheblichen Teil des Rechenzentrumsumsatzes von Nvidia aus, bevor Exportbeschränkungen die Verkäufe einschränkten. Selbst eine teilweise Wiederherstellung dieser Nachfrage könnte die Ergebnisse in den kommenden Quartalen deutlich beflügeln. Wie schnell Nvidia die H200-Lieferungen skalieren kann und ob zusätzliche Lizenzbedingungen die Mengen einschränken, werden zentrale Fragen im Vorfeld des nächsten Quartalsberichts sein.
Tokio als strategischer Schauplatz
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Zur AktienanalyseDer Veranstaltungsort Tokio war dabei nicht zufällig gewählt. Japans Premierministerin Sanae Takaichi hat einen beispiellosen Ausgabenplan in Höhe von 2,3 Billionen US-Dollar vorgestellt, der private Investitionen in die heimische KI fördern soll. Zudem kündigte die SoftBank Group separat einen Deal im Wert von 5,4 Milliarden US-Dollar zur Übernahme der Robotiksparte von ABB Ltd. an.
Japans schrumpfende Bevölkerung setzt Hersteller seit langem unter Druck, die Einführung von Robotik und Fabrikautomatisierung zu beschleunigen. Wichtige Akteure wie Fanuc Corp., Yaskawa Electric Corp., Kawasaki Heavy Industries und Toyota Motor Corp. sind in diesem Bereich aktiv. Für Nvidia, dessen physische KI- und Robotikplattformen über das Rechenzentrum hinaus zunehmend an Bedeutung gewinnen, stellt Japan einen strategisch wichtigen Markt dar.
Huangs unmissverständliche Wortwahl in Tokio liefert das klarstmögliche Signal auf Führungsebene, dass Nvidia den Zeitplan für Vera Rubin als intakt ansieht. Damit ist ein direkter Glaubwürdigkeitstest zwischen dem CEO und einem der am genauesten beobachteten unabhängigen Analysehäuser der Halbleiterindustrie eröffnet.


