Kernfonds für sieben Regionen: Experten empfehlen diese Strategien
Investment-Experten schlagen einzelne Fonds und Kombinationen für eine solide Kernexposition in den wichtigsten regionalen Märkten vor.

Anleger, die auf aktiv gemanagte Fonds setzen, strukturieren ihr Portfolio in der Regel um einige zuverlässige, breit gestreute und gut geführte Investments mit starkem Ruf – darauf lassen sich dann risikoreichere Optionen „aufstecken“. Für Neueinsteiger reicht oft ein einzelner „All-in-One“-Global- oder diversifizierter Multi-Manager-Fonds aus. Wächst das Portfolio, kann es sinnvoll sein, regionale Fonds in die Kernhaltungen aufzunehmen.
Eine Reihe von Investment-Experten hat gegenüber interactive investor einzelne Fonds oder Kombinationen empfohlen, die eine hervorragende Kernexposition zu den wichtigsten regionalen Märkten bieten sollen. Der Beitrag von Faith Glasgow erschien am 26. Oktober 2026. Die Idee dahinter: Einzelne regionale Fonds bringen einen spezifischeren Fokus und mehr Expertise mit, während sie zusammen eine ähnlich breite Abdeckung erreichen wie ein globaler Fonds.
Die Details
Für den US-Markt schlägt Sheridan Admans vom Forschungsanbieter Infundly eine Kombination aus Index-Tracker und aktiv gemanagter, wertorientierter Option vor. Der Fidelity Index US P Acc (BJS8SH1) liefere „das unkomplizierte Fundament: breite US-Aktienexposition über einen kostengünstigen S&P-500-Index-Tracker“. Ergänzt wird er durch den aktiv gemanagten BNY Mellon US Equity Income GBP E Acc (BD84208), der sich „sehr unterschiedlich vom Index darstellt“. Dessen Fokus liegt auf Unternehmen mit attraktiven Bewertungen, starken oder sich verbessernden Fundamentalwerten und identifizierbaren Katalysatoren. In der Folge bevorzugt der Fonds Sektoren wie Finanzwesen, Gesundheitswesen, Energie und Rohstoffe gegenüber den hoch bewerteten Technologienamen, die den S&P 500 dominieren.
Für den britischen Markt hält Paul Green vom CT Global Managed Portfolio Trust den Murray Income Trust Ord (LSE:MUT) für einen soliden Kandidaten. Der Trust wird seit Anfang 2026 vom Einkommensteam von Artemis geführt, das „benchmark- und stilagnostisch ist und eine Philosophie ‚Cashflow zuerst, Dividenden zweitens‘ verfolgt“. Green schlägt als Kombination den wertorientierten Fidelity Special Values Ord (LSE:FSV) vor, der Erholungsmöglichkeiten über die gesamte Marktkapitalisierungsspanne hinweg untersucht. Matthew Read von der Investment-Trust-Beratungsagentur QuotedData wählt das Duo aus Baillie Gifford UK Growth Trust Ord (LSE:BGUK) und BlackRock Smaller Companies Ord (LSE:BRSC). BGUK unterstütze außergewöhnliche Unternehmen über die gesamte Marktkapitalisierungsspanne hinweg, während BlackRock Smaller Companies eine gezieltere Exposition gegenüber Qualitäts-Wachstumsaktiven im britischen Small-Cap-Bereich biete.
Für die kontinentaleuropäische Kernexposition nennt Emma Bird, Leiterin der Investment-Trust-Forschung bei Winterflood, den JPMorgan European Growth & Income Ord (LSE:JEGI). Dessen Ziel ist langfristiges Kapitalwachstum aus einem diversifizierten Portfolio europäischer Aktien, wobei Risikokontrollen die Abweichung vom Benchmark-Index MSCI Europe ex UK begrenzen. Der Active Share liegt bei rund 50 Prozent. JEGI hat den Benchmark langfristig übertroffen und führte seine Peer Group Association of Investment Companies (AIC) Europe in den letzten ein, drei und fünf Jahren an. Die verbesserte Dividendenpolitik strebt eine jährliche Ausschüttung von 4 Prozent an; die aktuelle Dividendenrendite von 3,8 Prozent bezeichnet Bird als attraktiv und als höchste in der Peer Group.
Für Japan nennt Gavin Haynes, Investmentberater bei Fairview Investing, den Man Japan CoreAlpha Profl Acc C (B0119B5) als starke aktiv gemanagte Option. Der Fonds folgt einem disziplinierten, konträren Ansatz unter der Leitung von Jeff Atherton, der seit 2021 leitender Portfolio-Manager ist. Für Investment-Trust-Fans schlägt Bird den JPMorgan Japanese Ord (LSE:JFJ) vor. Mit 1,2 Milliarden Pfund ist er der größte Japan-Trust, mit Fokus auf Qualitäts-Wachstumsunternehmen.
Für Asien-Pazifik wählt Green den Schroder Oriental Income Ord (LSE:SOI) für eine solide Kernexposition zu asiatischen Märkten. Die Renditen werden durch ein zuverlässiges Einkommen untermauert, das derzeit fast 3 Prozent beträgt. Manager Richard Sennitt konzentriert sich auf Unternehmen, die ein zuverlässiges Einkommen generieren. Der Trust hat die Dividenden in den vergangenen 19 Jahren erhöht und führt damit die Liste der „Next Generation Dividend Heroes“ der AIC 2026 an. Für breitere Schwellenmärkte mag Green den Fidelity Emerging Markets Ord (LSE:FEML).
Für China schlägt Bird den Fidelity China Special Situations Ord (LSE:FCSS) vor. Sie hebt die Erfahrung und Erfolgsbilanz des Managers seit der Übernahme 2014 sowie eine attraktive und zuverlässige Dividende hervor. Mehr als die Hälfte des Portfolios steckt in Unternehmen im Wert von weniger als 5 Milliarden Pfund – im Vergleich zu lediglich 6 Prozent beim Benchmark-Index. Haynes wiederum wählt als offene Kernwahl den Matthews China Innovators I GBP Acc (BJN4L97), der kleine und mittelgroße Industrie-Technologiefirmen gegenüber Mega-Cap-Internet-Namen und staatlichen Unternehmen bevorzugt. Für Indien empfiehlt Read den Ashoka India Equity Investment Ord (LSE:AIE) für eine breite, ausgewogene Kernexposition.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 23.09.2026 berichtete aktien.news über den BNY Mellon US Equity Income Fonds im Rahmen eines Fonds-Updates von Hargreaves Lansdown. Der Fonds wird demnach von John Bailer verwaltet, einem Investor mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung, der seit 2005 US-Aktienfonds mit Fokus auf Erträge managt, und steht auf der Wealth Shortlist von Hargreaves Lansdown.
Am 24.09.2026 berichtete aktien.news über eine Analyse von Dave Baxter für interactive investor vom 23. September 2026, wonach britische Value-Fonds den Begriff „Value“ auf sehr unterschiedliche Weise interpretieren. Am 01.10.2026 befasste sich der Podcast „On the Money“ von interactive investor mit Indexfonds und ETFs; Kyle Caldwell erstellte eine Rangliste der Top 20 seit Jahresbeginn.
Was das für Anleger bedeutet
Die Empfehlungen zeigen, dass es für eine solide Kernexposition nicht immer nur einen einzigen Fonds braucht. Gerade in großen und komplexen Märkten wie den USA kann eine Kombination aus kostengünstigem Index-Tracker und aktiv gemanagtem, wertorientiertem Fonds zwei unterschiedliche Aspekte des Marktes abdecken. In kleineren Märkten wie Großbritannien oder Indien setzen die Experten auf aktiv gemanagte Trusts, die über die gesamte Marktkapitalisierungsspanne hinweg investieren. Für deutsche Privatanleger sind die genannten Vehikel – überwiegend britische Investment Trusts und offene Fonds – je nach Broker und Handelsplatz unterschiedlich zugänglich. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Konkrete Termine oder Prognosen nennt der Quelltext nicht. Die Experten verweisen lediglich auf die langfristigen Erfolgsbilanzen der genannten Fonds und Trusts sowie auf deren jeweilige Anlagestrategie. Einzelne Punkte wie die angestrebte jährliche Ausschüttung von 4 Prozent beim JPMorgan European Growth & Income oder die verbesserte Dividendenpolitik sind Ziele der Fonds, keine Zusagen.
Kurz erklärt
- Investment Trust: Eine börsennotierte Investmentgesellschaft, deren Anteile wie Aktien an der Börse gehandelt werden.
- Active Share: Kennzahl, die angibt, wie stark ein Portfolio von seinem Vergleichsindex abweicht.
- Benchmark: Ein Vergleichsindex, an dem die Wertentwicklung eines Fonds gemessen wird.
- Small Caps: Aktien von Unternehmen mit vergleichsweise geringer Marktkapitalisierung.
