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Kanada lenkt im Streit um Gulfstream-Zertifizierung nach Trump-Drohung ein

FAA-Administrator kündigt baldige Genehmigung der verzögerten Businessjet-Zertifizierungen durch kanadische Behörden an.

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Kanada lenkt im Streit um Gulfstream-Zertifizierung nach Trump-Drohung ein

Die seit Jahren andauernde Blockade bei der Zertifizierung von Gulfstream-Businessjets in Kanada steht offenbar vor der Lösung. FAA-Administrator Bryan Bedford erklärte nach einem Treffen mit US-Gesetzgebern auf dem Capitol Hill, dass Transport Canada die Zertifizierungen voraussichtlich noch diese Woche bekannt geben werde. "Ich denke, wir haben die Probleme mit Kanada gelöst", sagte Bedford vor Reportern.

Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund massiver Drohungen von US-Präsident Trump. Dieser hatte im vergangenen Monat angekündigt, die in Kanada produzierten Global-Express-Jets von Bombardier zu de-zertifizieren und Importzölle von 50 Prozent auf alle kanadischen Flugzeuge zu verhängen, sollte Kanada die Gulfstream-Maschinen weiterhin nicht zulassen. Transport Canada bestätigte lediglich, man arbeite weiterhin mit Gulfstream und der FAA an der Zertifizierung.

Die zu General Dynamics gehörende Gulfstream äußerte sich nicht zu den Entwicklungen, während Bombardier einen Kommentar ablehnte. Richard Aboulafia, Geschäftsführer von Aerodynamic Advisory, kritisierte die Vermischung von Sicherheits- und Handelsfragen scharf: "Die Zertifizierung von Flugzeugen sollte nicht politisiert oder mit wirtschaftlichen Anreizen verknüpft werden."

Weitreichende Folgen für US-Fluggesellschaften

Trumps Drohung, kanadische Flugzeuge zu de-zertifizieren, hätte dramatische Auswirkungen auf die US-Luftfahrtindustrie gehabt. Große Carrier wie American Airlines und Delta Air Lines sind bei ihren Regionalverbindungen stark auf in Kanada hergestellte Maschinen angewiesen. Branchenvertreter warnten, eine solche Maßnahme könne anderen Ländern eine gefährliche Waffe in die Hand geben und das gesamte internationale Luftfahrtsystem destabilisieren.

Normalerweise erfolgt die Zertifizierung von Flugzeugen ausschließlich auf Basis von Sicherheitsaspekten und ist nicht mit politischen oder handelspolitischen Erwägungen verknüpft. Der aktuelle Fall zeigt jedoch, wie die Trump-Administration Zertifizierungsfragen als Druckmittel in Handelskonflikten einsetzt.

Eskalation im Handelsstreit mit Kanada

Der Konflikt um die Flugzeugzertifizierungen ist Teil umfassenderer Spannungen zwischen den USA und Kanada. Kanadas Premierminister Mark Carney hatte kürzlich unter Verweis auf die US-Handelspolitik das Ende der regelbasierten Weltordnung ausgerufen, für die Washington sich einst stark gemacht hatte. Trump nutzt systematisch Drohungen, um Zugeständnisse zu erzwingen - so drohte er am Montag, die Eröffnung einer 4,7 Milliarden Dollar teuren Brücke zwischen Detroit und Kanada zu blockieren, sollte Ottawa nicht zu Handelsgesprächen bereit sein.

Kanadische Regierungsvertreter hatten bereits im vergangenen Monat erklärt, an einer Beilegung des Zertifizierungsstreits zu arbeiten. Die nun angekündigte Lösung dürfte eine weitere Eskalation im bilateralen Verhältnis vorerst verhindern.

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