Lufthansa-Streik: Piloten und Kabine legen gleichzeitig Arbeit nieder
Am Donnerstag drohen massive Flugausfälle. Erstmals streiken beide Berufsgruppen gemeinsam.

Für Lufthansa-Passagiere wird der Donnerstag, 12. Februar 2026, zum Stresstest. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und UFO haben ihre Mitglieder zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Von Mitternacht bis 23:59 Uhr bleiben sowohl Piloten als auch Flugbegleiter der Arbeit fern. Die Besonderheit: Beide Berufsgruppen streiken erstmals zeitgleich, was die Auswirkungen deutlich verschärft.
Die Kernmarke Lufthansa sowie die Frachtsparte Lufthansa Cargo sind von den Arbeitsniederlegungen betroffen. Alle Abflüge von deutschen Flughäfen müssen mit Ausfällen rechnen. Die Piloten legen nicht nur ihre Flugdienste nieder, sondern auch Bereitschaftsdienste, Simulatortrainings und sogar Anreisen zum Einsatzort.
Bei den Flugbegleitern trifft es besonders die Tochter Lufthansa CityLine hart. An allen neun Standorten – darunter Frankfurt, München, Hamburg und Düsseldorf – werden sämtliche Abflüge bestreikt. Die UFO wirft dem Management vor, Verhandlungen über einen Sozialplan zur geplanten Schließung des Flugbetriebs zu blockieren.
Tarifkonflikt mit unterschiedlichen Fronten
Die rund 4.800 Cockpit-Beschäftigten kämpfen für höhere Beiträge zur Betriebsrente. Das Management lehnt dies kategorisch ab und verweist auf die angespannte Ertragslage der Premiumfluglinie. Bereits im Oktober hatten sich die Piloten in einer Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit für Streikmaßnahmen ausgesprochen.
Bei den Flugbegleitern geht es um grundsätzliche Arbeitsbedingungen. Die Manteltarifverhandlungen sind nach Gewerkschaftsangaben in zentralen Punkten festgefahren. Die gleichzeitige Arbeitsniederlegung beider Gruppen erhöht den Druck auf die Lufthansa-Führung erheblich.
Diese Airlines fliegen weiter
Nicht alle Flüge fallen aus. Konkurrenten wie Ryanair, Easyjet und Condor sind nicht betroffen und könnten von Umbuchungen profitieren. Auch innerhalb des Lufthansa-Konzerns gibt es Ausnahmen: Die deutschen Töchter Eurowings und Discover fliegen nach Plan. Gleiches gilt für die ausländischen Konzerngesellschaften Swiss, Austrian, Ita und Brussels Airlines.
Lufthansa informiert betroffene Passagiere automatisch per E-Mail oder App. Die Airline empfiehlt, regelmäßig den Flugstatus zu prüfen und rechtzeitig Alternativlösungen zu organisieren.
Ihre Rechte als Fluggast
Passagiere haben mehrere Optionen: Eine kostenfreie Umbuchung auf spätere Flüge oder alternative Strecken ist möglich. Auch Ersatzflüge mit anderen Airlines kommen in Betracht. Alternativ können Reisende vom Flug zurücktreten und die Erstattung des Ticketpreises verlangen. Die Fluggesellschaft muss den Betrag innerhalb von sieben Tagen zurückzahlen.
Für Inlandsflüge oder Verbindungen nach Basel bietet Lufthansa eine Besonderheit: Das Flugticket lässt sich kostenfrei in eine Bahnfahrkarte umwandeln. Diese gilt am Ausstellungstag sowie am Folgetag in allen Zügen der Deutschen Bahn.
Bei längeren Wartezeiten greifen Betreuungspflichten. Die Airline muss Mahlzeiten und Getränke bereitstellen. Verschiebt sich der Flug auf den nächsten Tag, sind Hotelunterkunft und Transfer zu organisieren. Reagiert das Unternehmen nicht, können Passagiere selbst buchen und die Kosten später geltend machen. Bewahren Sie alle Belege auf.
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Zur AktienanalyseAusgleichszahlungen und Pauschalreisen
Nach der EU-Fluggastrechteverordnung stehen Ausgleichsleistungen zwischen 250 und 600 Euro zu – abhängig von der Flugdistanz. Allerdings kann sich die Airline von dieser Pflicht befreien, wenn sie rechtzeitig informiert oder außergewöhnliche Umstände nachweist. Bei Streiks ist die Rechtslage oft umstritten.
Pauschalreisende wenden sich direkt an ihren Veranstalter. Dieser muss eine Ersatzlösung anbieten und trägt die Verantwortung für zusätzliche Kosten durch Verspätungen. Bei Verzögerungen von mehr als fünf Stunden können Sie den Reisepreis mindern – um fünf Prozent pro Stunde, maximal jedoch 20 Prozent des Tagesreisepreises.
Der Arbeitskampf zeigt: Die Spannungen zwischen Lufthansa-Management und Belegschaft nehmen zu. Für Anleger der im DAX notierten Aktie bedeuten solche Streiks Unsicherheit und mögliche Umsatzeinbußen in einem ohnehin herausfordernden Marktumfeld.


