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Jungheinrich schließt Lüneburger Werk trotz Profitabilität bis 2027

160 Arbeitsplätze fallen weg – IG Metall kritisiert strategische Entscheidung nach 80-tägigem Streik

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Jungheinrich schließt Lüneburger Werk trotz Profitabilität bis 2027

Der Intralogistik-Konzern Jungheinrich stellt die Produktion am Standort Lüneburg zum 31. März 2027 vollständig ein. Davon betroffen sind 160 Mitarbeiter in der Fertigung. Nach mehr als 80 Streiktagen einigten sich Unternehmensführung und IG Metall auf ein Sozialpaket im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Die Vereinbarung umfasst Abfindungen, eine Transfergesellschaft sowie einen Sozialtarifvertrag. Konstruktion und Verwaltung mit 125 Arbeitsplätzen bleiben am Standort erhalten. Die eigentliche Produktion von Sonder- und Kleinserien endet jedoch komplett.

Gewerkschaft spricht von strategischem Fehler

Lennard Aldag von der IG Metall Celle-Lüneburg kritisiert die Entscheidung scharf: "Wir sprechen nicht über einen Sanierungsfall, sondern über die Aufgabe einer profitablen Produktion." Die Schließung sei nicht wirtschaftlich notwendig, sondern Teil der strategischen Neuausrichtung des SDAX-notierten Konzerns.

Seit dem 20. November 2024 streikten die Produktionsmitarbeiter unbefristet – einer der längsten Arbeitskämpfe in Niedersachsen seit Jahrzehnten. Die Gewerkschaft hatte die Werkschließung als "Tabubruch" bezeichnet und dem Management vorgeworfen, Wachstumsziele auf Kosten der Belegschaft zu verfolgen.

Sparprogramm für ehrgeizige Umsatzziele

Jungheinrich hatte im Sommer 2024 ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. Weltweit sollen rund 1.000 Stellen abgebaut werden. Das Unternehmen strebt bis 2030 einen Umsatz von zehn Milliarden Euro an – fast eine Verdopplung gegenüber den aktuell 5,4 Milliarden Euro.

Im Geschäftsjahr 2024 erzielte der Gabelstapler-Hersteller einen Überschuss von 289 Millionen Euro, 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahlen für 2025 will der Konzern Ende März vorlegen. Analysten beobachten gespannt, wie sich die Restrukturierung auf die Profitabilität auswirkt.

Das 1989 für zwölf Millionen D-Mark errichtete Werk in Lüneburg fertigte bislang Spezialgeräte nach Kundenanforderungen – etwa Hubwagen für extrem enge Lager oder besonders schwere Lasten. Diese Nischenproduktion soll künftig an anderen Standorten gebündelt werden.

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