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DHL, UPS und FedEx setzen massiv auf Lagerautomatisierung

Roboter steigern Effizienz in Logistikzentren um bis zu 30 Prozent

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DHL, UPS und FedEx setzen massiv auf Lagerautomatisierung

Die großen Paketdienstleister revolutionieren ihre Lagerhäuser mit autonomen Robotern und künstlicher Intelligenz. Die DHL Group hat bereits 95 Prozent ihrer weltweiten Lager automatisiert und verzeichnet dabei deutliche Produktivitätssteigerungen. Kommissionierroboter erhöhen die Leistung um 30 Prozent, während autonome Gabelstapler die Effizienz um 20 Prozent verbessern.

Mitarbeiter mussten früher täglich fast einen Halbmarathon zurücklegen, um Artikel zu sortieren und zu bewegen. Heute übernehmen autonome mobile Roboter diese Aufgaben und entladen bis zu 650 Kartons pro Stunde. "Automatisierung ist für uns entscheidend, da es sich um ein sehr arbeitsintensives Geschäft handelt", erklärt DHL-Manager Tetzlaff.

Die Konkurrenz zieht nach: United Parcel Service (UPS) hat im vierten Quartal 2025 in 57 Gebäuden Automatisierungstechnologien eingeführt. Damit betreibt der Konzern nun 127 automatisierte Standorte, 24 weitere sind für 2026 geplant. FedEx setzt ebenfalls auf Roboterarme und arbeitet mit dem KI-Unternehmen Dexterity zusammen, um Container automatisiert zu beladen.

Milliarden-Markt mit Wachstumspotenzial

Der weltweite Markt für Lagerautomatisierung wird Schätzungen zufolge bis 2030 ein Volumen von mehr als 51 Milliarden Dollar erreichen. Die Branche investiert massiv in diese Technologie, um die Effizienz ihrer Lieferketten zu steigern. DHL hat allein in der vergangenen Weihnachtssaison seine Robotikflotte um 30 Prozent erweitert, um die Nachfrage am Black Friday und zu Weihnachten zu bewältigen.

Mehr als 2.500 Roboter mit trainierten Armen kommissionieren bei DHL bereits Artikel für Pakete. FedEx hat im Rahmen seiner "Network 2.0"-Initiative eine Partnerschaft mit Berkshire Grey geschlossen, um vollautonome Roboter zum Entladen von Containern einzuführen. Diese Investitionen zahlen sich aus: Die Initiative führte bereits zu "strukturellen Kostensenkungen", wie FedEx-CEO Subramaniam in einer Telefonkonferenz erklärte.

Auswirkungen auf die Beschäftigung

Die zunehmende Automatisierung wirft Fragen zur Zukunft der Arbeitsplätze auf. UPS hat im vergangenen Jahr den Abbau von mehr als 75.000 Stellen angekündigt und 93 Gebäude geschlossen. Für das erste Halbjahr 2026 sind mindestens 24 weitere Standortschließungen geplant. Ein UPS-Sprecher betont jedoch, dass KI und Robotik repetitive Aufgaben übernehmen und das Unternehmen dadurch "in anderen Funktionen effizienter" werde.

DHL verfolgt einen anderen Ansatz: Das Unternehmen will, dass die Automatisierung die menschliche Arbeit ergänzt, anstatt sie zu ersetzen. Geschicklichkeitsfordernde Aufgaben beim Verpacken und Versenden bleiben laut Tetzlaff in den Händen der Mitarbeiter. Die Teamsters-Gewerkschaft, die Arbeiter vieler großer Paketdienstleister vertritt, fordert ein Mitspracherecht ihrer Mitglieder beim Thema Technologie.

Humanoide Roboter noch Zukunftsmusik

Trotz der Begeisterung für humanoide Roboter – Nvidia-CEO Jensen Huang sieht hier rasante Fortschritte und Google kündigte auf der CES im Januar eine Partnerschaft mit Boston Dynamics an – bleiben diese Maschinen vorerst die Ausnahme. Benjamin Reich, Logistik-Experte bei Accenture, beobachtet bei seinen Kunden, dass "der Mensch immer noch die Führung innehat".

Die Automatisierung konzentriert sich auf spezifische Aufgaben. Roboter übernehmen repetitive Tätigkeiten, während Unternehmen ihre Neueinstellungen auf technische Rollen umlenken. Die größten Gewinne entstehen laut Reich nicht durch den Ersatz von Menschen, sondern durch die Steigerung der Effizienz in der Lieferkette und den Lagerprozessen.

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