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Jio Platforms IPO: Bis zu 3,2 Milliarden Dollar für Indiens Telecom-Riesen

Der von Meta und Google unterstützte Telekomkonzern plant den größten Börsengang Indiens in Rupien – mit einem Volumen von bis zu 3,2 Milliarden Dollar.

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Jio Platforms IPO: Bis zu 3,2 Milliarden Dollar für Indiens Telecom-Riesen

Jio Platforms, der größte Telekommunikationsbetreiber Indiens, will bis zu 302 Milliarden Rupien (rund 3,2 Milliarden Dollar) über einen Börsengang (Initial Public Offering, IPO) einnehmen. Wie die Muttergesellschaft Reliance Industries in einer Börsenmitteilung erklärte, sollen zwischen dem 21. und 23. Oktober insgesamt 270 Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 1.065 und 1.119 Rupien pro Stück verkauft werden. Der Aktienverkauf wäre gemessen in Rupien der größte Börsengang aller Zeiten in Indien.

In Dollarbeträgen bleibt das Volumen jedoch hinter dem Rekord des Hyundai-Motors-IPO zurück, der im Jahr 2024 rund 3,3 Milliarden Dollar einbrachte. Damit wäre Jio Platforms der zweitgrößte Börsengang des Landes in Dollar gerechnet. Die indische Marktdatenfirma Prime Database hatte zuvor sogar ein Emissionsvolumen von rund 377 Milliarden Rupien erwartet – deutlich mehr als die nun angepeilte Summe.

Bewertung bleibt hinter Erwartungen zurück

Am oberen Ende der Preisspanne käme Jio Platforms auf eine Bewertung von etwa 108 Milliarden Dollar. Das liegt deutlich unter den zuvor erwarteten Werten. Obwohl sich das Unternehmen als Technologiekonzern und nicht nur als traditioneller Dienstleister positioniert, scheinen Investoren davon bislang nicht überzeugt zu sein.

"Im Kern ist Jio Platforms ein Telekommunikationsunternehmen", sagte Deven Choksey, Geschäftsführer des in Mumbai ansässigen Unternehmens DRChoksey Finserv, gegenüber CNBC. Zwar steigerten die von Jio Platforms gehaltenen Unterhaltungs- oder Gaming-Anwendungen den Datenverbrauch, doch erwirtschaftet das Unternehmen seine Einnahmen laut Choksey hauptsächlich aus dem Verkauf von Internetdaten.

Bemerkenswert ist der Vergleich mit dem Wettbewerber Bharti Airtel: Jio ist mit mehr als einer halben Million Abonnenten der größte Telekommunikationsanbieter Indiens, wird zum aktuellen Preis aber niedriger bewertet als der zweitgrößte Anbieter des Landes. Bharti Airtel kommt laut LSEG-Daten auf eine Marktkapitalisierung von 117,5 Milliarden Dollar.

Eigentümerstruktur und Satellitenpläne

Das Flaggschiff-Unternehmen des indischen Milliardärs Mukesh Ambani, Reliance Industries, hält laut LSEG-Daten mehr als 66 Prozent an Jio Platforms. Es folgen die Meta-Plattformen-Tochter Jaadhu Holdings mit nahezu 10 Prozent sowie Google International mit 7,7 Prozent. Weder Meta noch Google werden ihre Anteile am Unternehmen verkaufen, wie aus den Prospekten zum IPO hervorgeht.

Darüber hinaus plant Jio Platforms, Satellitenkommunikationsdienste in Indien einzuführen. Damit rückt das Unternehmen in die Mitte der Auseinandersetzung zwischen Eigentümer Ambani und Starlink-Chef Elon Musk. Berichten zufolge soll Jio ein Netz aus rund 1.600 Low-Earth-Orbit-Satelliten (LEO) und 23 Bodenstationen aufbauen, um die Konnektivität in ganz Indien auszuweiten.

Musk hatte Ambani am vergangenen Samstag beschuldigt, den Start von Starlink in Indien zu blockieren, um seine "monopolistische Ausbeutung" des indischen Marktes aufrechtzuerhalten. Für deutsche Anleger ist der Börsengang vor allem deshalb interessant, weil er zeigt, wie der weltweit am schnellsten wachsende Telekommarkt Indiens bewertet wird – und wie schwer es selbst einem von Meta und Google gestützten Konzern fällt, sich als Technologieunternehmen statt als reiner Netzbetreiber zu positionieren.

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