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Jim Cramer: So nutzt man Marktrotationen für Qualitätskäufe

CNBC-Moderator Jim Cramer rät Anlegern, Rücksetzer gezielt zu nutzen – und nennt Micron Technology als konkreten Kaufkandidaten.

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Jim Cramer: So nutzt man Marktrotationen für Qualitätskäufe

Jim Cramer, bekannter Moderator der CNBC-Sendung „Mad Money", hat Anlegern klare Handlungsempfehlungen für volatile Marktphasen gegeben. Anstatt kurzlebigen Rallys in einzelnen Sektoren hinterherzulaufen, sollten Investoren deutliche Kursrücksetzer als gezielte Einstiegsgelegenheiten nutzen. Sein Rat: Die zehn größten Tagesverlierer im S&P 500 identifizieren und bei überzeugenden Titeln selektiv zugreifen.

„Gehen Sie an Ihr Gerät, das Sie für Aktien nutzen", sagte Cramer. „Suchen Sie nach den zehn größten Verlierern im S&P 500. Wenn Ihnen einer davon gefällt – dann kaufen, kaufen, kaufen." Diese Strategie setzt jedoch voraus, dass Anleger die Qualität der jeweiligen Aktie bereits kennen und auf einen günstigen Einstiegspunkt gewartet haben.

Rotation zwischen Software und Hardware verunsichert den Markt

Auslöser für Cramers Kommentare war ein uneinheitlicher Handelstag an der Wall Street. Die drei wichtigsten US-Indizes schlossen am Montag mit gemischten Vorzeichen, da Anleger erneut in Software-Titel umschichteten und gleichzeitig KI-Hardware- sowie Rechenzentrum-Aktien abverkauften. Die Softwareanbieter Salesforce und ServiceNow profitierten von dieser Rotation und stiegen um rund 3,4 beziehungsweise 8,8 Prozent. Der Chip-Riese Nvidia hingegen verlor 1,3 Prozent.

Cramer beschrieb dieses Muster als ein beständiges Hin und Her ohne klare Marktüberzeugung. „Manchmal kaufen wir Hardware-Aktien und die Güter, die in den Bau von Rechenzentren fließen, wie Halbleiter und Halbleiterausrüstung, während wir alle Arten von Software-Aktien verkaufen", erklärte er. „Manchmal verkaufen wir Hardware-Aktien und kaufen genau die Software-Aktien, die wir zuvor weggeworfen haben." Dieses Wechselspiel erschwere es, den richtigen Zeitpunkt für Ein- und Ausstiege zu treffen.

Cramers Charitable Trust, das vom CNBC Investing Club verwaltete Portfolio, hält Aktien sowohl von Salesforce als auch von Nvidia – zwei der zentralen Akteure in dieser Rotation.

Micron Technology: Günstige Bewertung als Kaufargument

Als konkrete Kaufgelegenheit aus dem Montags-Ausverkauf hob Cramer Micron Technology hervor. Die Aktie des Speicherchip-Herstellers fiel am Montag um rund 6 Prozent. Hintergrund waren Kommentare des Vorstandsvorsitzenden von Seagate über das Tempo beim Aufbau neuer Kapazitäten, die den gesamten Speicherchip-Sektor unter Druck setzten.

Während viele der größten Tagesverlierer für Cramer noch zu teuer oder überhitzt wirkten, stach Micron durch seine vergleichsweise moderate Bewertung heraus. „Micron wird mit weniger als dem 12-fachen des Gewinns gehandelt", sagte Cramer. „Dies könnte die Gelegenheit sein." Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 12 gilt im Technologiesektor als vergleichsweise niedrig und deutet auf eine günstige Einstiegsbewertung hin.

Schrittweise kaufen statt alles auf einmal

Trotz seiner positiven Einschätzung warnte Cramer ausdrücklich vor einem zu aggressiven Einstieg. Er empfahl, Positionen schrittweise aufzubauen und auf weitere Rückgänge zu warten. „Ich würde jetzt einen Teil kaufen und dann auf einen weiteren Rückgang von 2 bis 3 Prozent warten, um mehr zu kaufen", sagte er.

Diese Vorgehensweise – im Fachjargon auch als „Averaging Down" oder gestaffelter Einstieg bekannt – soll das Risiko reduzieren, zu einem ungünstigen Zeitpunkt voll investiert zu sein. Cramer fasste seine Strategie prägnant zusammen: „Ich habe Ihnen gerade gezeigt, wie man eine Rotation nutzt, um etwas zu kaufen – nicht aggressiv, sondern behutsam im Abwärtstrend."

Für deutsche Privatanleger, die US-Technologiewerte im Blick haben, liefert Cramers Ansatz eine praxisnahe Orientierung: Qualität identifizieren, Geduld aufbringen und Schwächephasen als Einstiegschancen begreifen – anstatt impulsiv auf tagesaktuelle Marktbewegungen zu reagieren.

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