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BofA-Analystin Subramanian: Halbleiter besser als Software bewertet

Die Bank of America widerspricht dem Marktnarrativ: Halbleiter sind nicht überbewertet – Software hingegen weniger attraktiv als gedacht.

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BofA-Analystin Subramanian: Halbleiter besser als Software bewertet

Die Bank of America (BofA) hat ihre Gewinnprognose je Aktie für den S&P 500 im Jahr 2026 auf 335 US-Dollar angehoben. Das entspricht einem Wachstum von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig bleibt die Bank auf Indexebene vorsichtig und hält an ihrem Jahresendziel von 7.100 Punkten für den S&P 500 fest.

Analystin Savita Subramanian stellt sich dabei gegen ein weit verbreitetes Narrativ an den Märkten: Viele Investoren halten Halbleiteraktien für überbewertet und Softwareaktien für günstig. Subramanian sieht das anders – und liefert dafür handfeste Zahlen.

Halbleiter mit starkem Gewinnwachstum, Software hinkt hinterher

Die Gewinnprognosen für den Halbleitersektor wurden im laufenden Jahr um mehr als 20 Prozent nach oben korrigiert. Treiber dieser Entwicklung sind die sprunghaft gestiegenen Erwartungen an Investitionsausgaben im Bereich der künstlichen Intelligenz. Im Softwaresektor hingegen wuchsen die Gewinne im gleichen Zeitraum lediglich um 3 Prozent.

Trotz dieser deutlichen Divergenz bei den Gewinnen liegt das aktive Long-only-Relative-Exposure in beiden Sektoren bei einer Übergewichtung von jeweils rund 20 Prozent. Subramanian weist darauf hin, dass Halbleiter damit noch weit von ihrem Höchststand einer Übergewichtung von 40 Prozent aus dem Jahr 2017 entfernt sind. Die Breite des Softwarebesitzes in Fonds habe sich kaum verändert – ein Zeichen, dass es bislang keine echte Kapitulation gegeben habe.

Ein weiteres Argument spricht für Halbleiter: „Halbleiter weisen ihre höchste Free-Cashflow-Rendite der jüngeren Geschichte auf", so Subramanian. Software hingegen notiere bei dieser Kennzahl nahe Mehrjahrestiefs. Im kurzfristigen Modell der BofA rangieren Halbleiter entsprechend unter den Top Fünf, während Software ins untere Drittel fällt.

S&P 500 bei 16 von 20 Kennzahlen teuer bewertet

Für den breiteren Markt bleibt die BofA zurückhaltend. Der S&P 500 sei bei 16 von 20 von der Bank verfolgten Bewertungskennzahlen teuer. Zwar ist der Index unter sein historisches durchschnittliches Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG-Ratio) gefallen, nachdem die Konsenserwartungen für das langfristige Wachstum auf 16 Prozent gestiegen sind – den höchsten Stand seit 2021.

Doch genau hier warnt Subramanian zur Vorsicht. Derart hohe Wachstumserwartungen hätten historisch gesehen als Kontraindikator gedient. „Das Wachstum dürfte eher enttäuschen als die hohen Erwartungen übertreffen", so die Analystin. Wendet man den historischen Zusammenhang auf die aktuelle Prognose an, ergibt sich laut Subramanian für den S&P 500 ein Rückgang von etwa 6 Prozent.

Konsum: Notwendiges vor Wünschen

Bei der Sektorallokation setzt die BofA auf Basiskonsumgüter (Consumer Staples) und ist in zyklischen Konsumgütern (Consumer Discretionary) untergewichtet. Die Bank bevorzugt dabei „Notwendiges gegenüber Wünschen". Als Begründung nennt Subramanian die Entlassungen im Technologiesektor, die den Konsum qualifizierter Fachkräfte belasten dürften.

Für deutsche Anleger ist die Analyse der BofA besonders relevant, da viele hiesige Portfolios stark in US-Technologiewerte investiert sind. Die differenzierte Betrachtung zwischen Halbleiter- und Softwaresektor liefert wichtige Orientierung für die Gewichtung innerhalb des Tech-Segments.

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