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Hohe Mieten bremsen deutsche Wirtschaft

ifo-Forscher warnen vor sinkender Mobilität und wachsender Belastung für Beschäftigte

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Hohe Mieten bremsen deutsche Wirtschaft

Steigende Mieten gefährden zunehmend die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland. Nach einer Analyse des Münchner ifo Instituts drohen hohe Angebotsmieten nicht nur private Haushalte, sondern auch den Arbeitsmarkt auszubremsen. Immer mehr Menschen könnten sich einen Umzug in Regionen mit passenden Jobs nicht mehr leisten. Wenn Arbeitskräfte Wohnen in den Metropolen nicht mehr bezahlen könnten, verliere das städtische Umfeld an wirtschaftlicher Kraft, erklärte ifo-Forscher Oliver Falck. Für die Untersuchung wurde die Entwicklung der Mieten bundesweit über mehrere Jahre hinweg ausgewertet und in Beziehung zum Arbeitskräftebedarf gesetzt.

Das Institut kommt zu dem Schluss, dass die steigenden Mieten in Großstädten die Mobilität der Bevölkerung spürbar verringern. Viele Menschen blieben in ihren bestehenden, vergleichsweise günstigen Mietverhältnissen, auch wenn diese Wohnungen längst nicht mehr ihrer Lebenssituation entsprächen. Der Grund liege in der deutlichen Diskrepanz zwischen den Mieten in Bestandsverträgen und jenen, die bei Neuvermietungen verlangt werden. „Angesichts der großen Differenz zwischen alter und neuer Miete verzichten viele auf einen Umzug“, sagte Studienautor Pascal Zamorski. Damit sinke die Bereitschaft, für einen neuen Arbeitsplatz den Wohnort zu wechseln, was die Verfügbarkeit von Fachkräften weiter einschränke.

Besonders deutlich zeigt sich der Trend in den sieben größten deutschen Städten. Während die Angebotsmieten seit 2013 bundesweit um rund 50 Prozent gestiegen seien, habe der Zuwachs in den Metropolen sogar 75 Prozent erreicht. Im Vergleich dazu legten Bestandsmieten lediglich um rund 19 Prozent zu. Die Forscher sprechen deshalb von zwei parallelen Mietmärkten, die sich zunehmend voneinander entfernen. In den großen Städten gebe es zudem eine wachsende Zahl an Haushalten mit geringem Einkommen, die unter den steigenden Preisen besonders litten. Menschen im unteren Einkommensdrittel müssten bei einer Neuvermietung inzwischen durchschnittlich etwa die Hälfte ihres verfügbaren Nettoeinkommens für die Miete aufbringen.

Wohngeld und andere Unterstützungsleistungen könnten diese Entwicklung nach Einschätzung der Wissenschaftler nur begrenzt abfedern. Die Dynamik der Neuvertragsmieten übersteige das Maß, das durch staatliche Zuschüsse dauerhaft kompensiert werden könne. Die Forscher sehen daher die Politik in der Pflicht, den Wohnungsmarkt strukturell zu entlasten. Vorrang habe eine Ausweitung des Angebots durch schnellere Genehmigungen, niedrigere Baukosten und gezielte Förderung bezahlbarer Wohnungen. Nur so könne verhindert werden, dass die Wohnungsfrage zunehmend zur Wachstumsbremse der deutschen Wirtschaft wird.

DeutschlandImmobilienMietpreise

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