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Wohnen wird teurer in Stadt und Land

Steigende Kaufpreise, höhere Mieten und wachsende Nachfrage verschärfen die Lage

Wohnen wird teurer in Stadt und Land

Wohnen in Deutschland wird weiter kostspieliger, sowohl für Käufer als auch für Mieter. Besonders in München bleibt der Immobilienmarkt auf einem extrem hohen Preisniveau. Wer dort eine Eigentumswohnung erwerben will, zahlt im Durchschnitt 8200 Euro pro Quadratmeter, bei Neubauten sogar 10.465 Euro. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung bedeutet das einen Kaufpreis zwischen 656.000 und 837.200 Euro. Auch die Mieten in der bayerischen Landeshauptstadt liegen auf einem Spitzenwert: Neubauwohnungen kosten durchschnittlich bis zu 26,16 Euro pro Quadratmeter, was viele Haushalte finanziell überfordert.

Der Trend steigender Immobilienpreise zeigt sich bundesweit. Laut aktuellen Daten von ImmoScout24 sind die Kaufpreise für Bestands- und Neubauwohnungen deutschlandweit im Jahresvergleich um jeweils zwei Prozent gestiegen. Einfamilienhäuser verteuerten sich um 4,1 Prozent im Bestand und um 2,6 Prozent bei Neubauten. Die Mieten legten um drei Prozent bei Bestandswohnungen und um 5,4 Prozent bei Neubauten zu. In Köln kletterten die Neubaumieten innerhalb eines Jahres besonders stark – um 8,5 Prozent.

Auch in anderen Großstädten ist die Preisentwicklung unterschiedlich ausgeprägt. In Hamburg stiegen die Preise für Neubauwohnungen um 6,1 Prozent, während in Düsseldorf eine Stagnation zu beobachten war. Im Vergleich zum Vorquartal fiel das Preiswachstum insgesamt moderater aus. Bundesweit legten die Kaufpreise lediglich um 0,2 Prozent zu, in Stuttgart sanken die Preise für Eigentumswohnungen um 0,4 Prozent. Trotz dieser leichten Abschwächung bleibt der Markt stabil, die Nachfrage nach Immobilien ist weiterhin hoch.

Für Käufer verschärft sich die Lage durch steigende Bauzinsen. Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung kosteten Anfang des Jahres rund 3,2 Prozent, inzwischen liegen sie bei bis zu 3,7 Prozent. Das treibt die monatlichen Belastungen spürbar nach oben. Ein Darlehen über 400.000 Euro verteuerte sich von 2066 Euro auf etwa 2200 Euro monatlich. Gleichzeitig sind Preisnachlässe bei Immobilien kaum zu erwarten. Experten gehen davon aus, dass die Zinsen mittelfristig zwischen 3,5 und 4 Prozent verharren werden.

Wegen der hohen Kosten zieht es immer mehr Interessenten in das Umland und kleinere Großstädte. In kreisfreien Städten stieg die Wohnungssuche im dritten Quartal um zehn Prozent, im ländlichen Raum um vier Prozent. In den Metropolen nahm das Suchvolumen hingegen leicht ab. Besonders Universitätsstädte profitieren von diesem Trend, da sie günstigere Mieten bei attraktivem Wohnumfeld bieten. München bleibt trotz einer minimalen Mietsenkung von 0,2 Prozent bei Bestandswohnungen einer der teuersten Standorte des Landes.

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