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Google testet neue Suchergebnisse zur Abwendung EU-Strafe

Insidern zufolge plant Google tiefgreifende Änderungen an seinen europäischen Suchergebnissen – um drohende Milliardenstrafen zu vermeiden.

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Google testet neue Suchergebnisse zur Abwendung EU-Strafe

Google testet intern weitreichende Anpassungen seiner Suchergebnisseiten in Europa. Hintergrund ist das laufende Verfahren der Europäischen Kommission wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Digital Markets Act (DMA), das Digital-Märkte-Gesetz der EU. Laut Insidern sollen die Änderungen noch in Kürze eingeführt werden.

Konkret sollen die überarbeiteten Suchergebnisse sowohl Ergebnisse von Google selbst als auch von sogenannten vertikalen Suchdiensten (Vertical Search Services, VSS) anzeigen. Diese Dienste sind spezialisierte Suchmaschinen für Branchen wie Hotels, Fluggesellschaften, Restaurants und Transportdienstleister. Erstklassige vertikale Suchmaschinen sollen dabei standardmäßig eingeblendet werden.

Anbieter mit Echtzeitdaten – etwa für Hotelpreise oder Flugverbindungen – werden laut der Quelle entweder ober- oder unterhalb der VSS-Liste platziert. Der Rollout soll schrittweise erfolgen: Zunächst liegt der Fokus auf der Unterkunftssuche, später folgen Flüge und weitere Dienste.

Milliardenschwere Bußgelder im Raum

Der finanzielle Druck auf Google ist enorm. Verstöße gegen den DMA können mit bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes bestraft werden. Allein seit 2017 hat Google in Europa bereits Kartellstrafen in Höhe von 9,71 Milliarden Euro angehäuft – ein Rekord unter den Tech-Konzernen.

Google hatte seit der formellen Beschuldigung im März 2025 bereits mehrere Lösungsvorschläge unterbreitet. Wettbewerber kritisierten diese jedoch als unzureichend, weshalb keiner der Vorschläge bislang umgesetzt wurde. Die Europäische Kommission lehnte eine Stellungnahme zu den aktuellen Berichten ab.

Geopolitische Dimension des EU-Tech-Konflikts

Der Streit zwischen der EU und großen Technologiekonzernen hat inzwischen auch geopolitische Sprengkraft. Das Vorgehen der Kommission gegen US-amerikanische Plattformen hat die Spannungen mit Washington verschärft. Die USA reagierten mit Zollandrohungen und verhängten ein Einreiseverbot gegen einen ehemaligen EU-Beamten, der maßgeblich an der wegweisenden Gesetzgebung für digitale Dienste beteiligt war.

Für deutsche und europäische Nutzer könnten die geplanten Änderungen spürbare Auswirkungen auf das tägliche Sucherlebnis haben – insbesondere bei der Reiseplanung. Ob die Maßnahmen die Kommission tatsächlich besänftigen, bleibt abzuwarten.

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