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Cisco und Qunnect errichten erstes Quantennetzwerk in New York

Durchbruch in der Quantentechnologie: Stabile Datenübertragung über 17,6 Kilometer Glasfaser zwischen Brooklyn und Manhattan gelungen.

Cisco und Qunnect errichten erstes Quantennetzwerk in New York

Cisco Systems und das Startup Qunnect haben erfolgreich ein Quantennetzwerk zwischen Brooklyn und Manhattan aufgebaut. Das am Mittwoch vorgestellte Projekt nutzt bestehende Glasfaserkabel und erreicht dabei eine Zuverlässigkeit, die bisher nur unter Laborbedingungen möglich war. Die 17,6 Kilometer lange Verbindung markiert einen wichtigen Meilenstein für die praktische Anwendung von Quantentechnologie.

Das Experiment kombiniert Hardware des in Brooklyn ansässigen Unternehmens Qunnect mit Software von Cisco. Dabei wurden zentrale Herausforderungen beim Aufbau von Quantennetzwerken in bestehender Infrastruktur gelöst. Besonders bemerkenswert: Die Technologie funktioniert trotz der komplexen Realität von Rechenzentren mit ihren verschachtelten Kabelsystemen stabil.

Quantencomputer können Berechnungen durchführen, für die herkömmliche Computer Jahrtausende benötigen würden. Allerdings erfordern sie normalerweise aufwendige Kühlanlagen bei extrem niedrigen Temperaturen. Der Ansatz von Qunnect benötigt kryogene Kühlung nur an einem zentralen Knotenpunkt, während angeschlossene Rechenzentren mit Geräten bei Raumtemperatur arbeiten können.

Innovative Lösung für reale Bedingungen

Die Empfindlichkeit von Quantensystemen gegenüber Umwelteinflüssen gilt als eine der größten Hürden für praktische Anwendungen. Qunnect setzt sogenannte automatische Polarisationsregler ein, die das Quantennetzwerk über die gesamte Glasfaserstrecke stabil halten. "Es korrigiert Probleme der realen Welt", erklärt Noel Goddard, CEO von Qunnect. Die Technologie bewährt sich auch in der chaotischen Umgebung von Rechenzentren mit ihren zahlreichen Patchpanels und Kabelverbindungen.

Ramana Kompella, Vizepräsident und Leiter von Cisco Research, bezeichnet das Experiment als "grundlegend" für das langfristige Ziel, Quantencomputer innerhalb von Rechenzentren zu vernetzen. Diese Quantenrechenzentren sollen später zu einem Quanteninternet verbunden werden. Cisco sieht in der erfolgreichen Demonstration einen wichtigen Schritt zur Kommerzialisierung der Technologie.

Anwendungen im Finanzsektor möglich

Kurzfristig könnten praktische Quantennetzwerke im Aktienhandel zum Einsatz kommen. Eine Quantentechnik namens "Teleportation" ermöglicht physisch getrennten Computern den verzögerungsfreien Informationsaustausch. Dies umgeht die üblichen Millisekunden, die für die Übertragung mit Lichtgeschwindigkeit benötigt werden.

"Handelscomputer, die zig Kilometer voneinander entfernt sind und eine koordinierte Entscheidung oder einen Aktienkauf oder -verkauf tätigen wollen, ohne an die üblichen Grenzen der Lichtgeschwindigkeit zu stoßen – hier können Quantenverschränkungsnetzwerke tatsächlich sehr hilfreich sein", erläutert Kompella. Für den Hochfrequenzhandel, bei dem Millisekunden über Gewinn oder Verlust entscheiden, könnte dies einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bedeuten.

Das Forschungspapier von Cisco und Qunnect dokumentiert die technischen Details des Durchbruchs. Die erfolgreiche Demonstration zeigt, dass Quantennetzwerke nicht mehr auf sterile Laborumgebungen beschränkt sein müssen, sondern in der realen Infrastruktur moderner Städte funktionieren können.

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