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Gold oder Platin: UBS rät Anlegern zum gelben Edelmetall

UBS bevorzugt Gold gegenüber Platin – schwache Fundamentaldaten und Überangebot belasten das weiße Metall.

• 2 Min
Gold oder Platin: UBS rät Anlegern zum gelben Edelmetall

Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Präferenz für das vierte Quartal klar kommuniziert: Gold schlägt Platin. In einer Mitteilung an Kunden vom Donnerstag begründeten die Analysten ihre Einschätzung mit den deutlich schwächeren Fundamentaldaten des weißen Edelmetalls. Der Platinmarkt leidet unter einem zweiten quartalsweisen Überangebot in Folge.

Der UBS-Stratege Giovanni Staunovo erklärte, der Platinmarkt sei im zweiten Quartal erneut überversorgt gewesen. „Schwache Investitions- und Schmucknachfrage deuten darauf hin, dass der Platinmarkt auch in diesem Jahr überversorgt bleiben wird“, schrieb er. Die Konsequenz für Anleger: „Angesichts der schwächeren Fundamentaldaten von Platin bevorzugen wir derzeit die Exposure zu Gold gegenüber dem weißen Metall.“

Überangebot größer als erwartet

Der World Platinum Investment Council (WPIC) bezifferte das Überangebot im zweiten Quartal auf 244.000 Unzen, was rund 15 Prozent der globalen Nachfrage entspricht. Zeitgleich revidierte das Gremium das Überangebot für das erste Quartal auf 304.000 Unzen nach oben – ein deutliches Signal für den anhaltenden Druck auf den Platinpreis.

Für das Gesamtjahr erwartet der WPIC nun ein Überangebot von 265.000 Unzen. Dies markiert einen bemerkenswerten Umschwung gegenüber der ursprünglichen Prognose, die noch von einer Unterdeckung ausgegangen war. Hauptverantwortlich für die Wende ist eine schwächere Investitionsnachfrage.

Staunovo führte das Überangebot auf mehrere Faktoren zurück: Die Minenproduktion in Südafrika und Simbabwe erholt sich nach den Überschwemmungen des Vorjahres. Hinzu kommen höhere Schrottmengen und eine insgesamt weichere Nachfrage. Die Schmucknachfrage in China schwächte sich ab, da die Endverbraucher weiterhin nur begrenzte Kaufbereitschaft zeigten.

Automobilsektor und ETFs unter Druck

Auch die Nachfrage aus der Automobilindustrie, einem der wichtigsten Abnehmer für Platin, gab nach. Der Grund: Die steigende Verbreitung von Elektrofahrzeugen lässt die Produktion von Verbrennermotoren zurückgehen. Da Platin zudem erneut teurer war als Palladium, sagte Staunovo voraus, dass neue Fahrzeugmodelle möglicherweise wieder zu palladiumbasierten Katalysatoren zurückkehren könnten.

Der Kauf von Barren und Münzen ging ebenfalls zurück. Bei börsengehandelten Fonds (ETFs) verzeichnete man Abflüsse. Der einzige positive Lichtblick war die industrielle Nachfrage aus dem Glassektor, die sich stabil zeigte.

Gold als sicherer Hafen im Vergleich

Trotz der negativen Aussichten für Platin verwies der Stratege auf einen wichtigen Zusammenhang: Steigende Goldpreise haben dem Platin aufgrund der starken Korrelation zwischen beiden Metallen etwas Unterstützung verliehen. Dennoch bleiben die Prognosen der UBS verhalten. Die Analysten erwarten kurzfristig einen moderaten Rückgang der Platinpreise von den aktuellen Niveaus, gefolgt von weitgehend seitwärts laufenden Kursen über die nächsten zwölf Monate.

Für Anleger bedeutet dies: Wer im vierten Quartal auf Edelmetalle setzen möchte, ist nach Einschätzung der UBS mit Gold besser beraten. Die Kombination aus geopolitischen Unsicherheiten, der Erwartung weiterer Zinssenkungen und der stabilen Nachfrage spricht für das gelbe Edelmetall. Platin hingegen kämpft mit strukturellen Problemen, die sich so schnell nicht auflösen dürften.

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