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EZB hält Kurs – doch der Markt rutscht weiter ab

Der aktuelle Marktbericht von Aktien.news

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EZB hält Kurs – doch der Markt rutscht weiter ab

Die EZB lässt den Leitzins unangetastet – und trotzdem wirkt der Markt, als hätte jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Der DAX rutschte am Tag des Zinsentscheids um 0,5 Prozent auf 24.491 Punkte ab und vergrößerte damit den Abstand zur runden 25.000er-Marke. Das passt ins Bild der letzten Wochen: Ruhe kommt in diesen Markt gerade nicht hinein.

Auffällig ist, wie schnell die Nervosität wieder greift, sobald es in einzelnen Ecken knirscht. Zeitweise lag der DAX sogar bis zu 1,3 Prozent im Minus und schrammte damit fast am bisherigen Jahrestief vorbei. Timo Emden von Emden-Research spricht von einem „Cocktail der Unsicherheit“ aus geldpolitischen Unwägbarkeiten, befürchteter Liquiditätsverknappung und dem Rückzug institutionellen Kapitals – ein Satz, der den Ton dieses Handelstags ziemlich genau trifft.

Rheinmetall zieht die Stimmung nach unten

Den größten Dämpfer verpasste ausgerechnet Rheinmetall. Die Aktie endete als DAX-Schlusslicht mit einem Minus von mehr als sechs Prozent. Unter dem Eindruck fortdauernder Ukraine-Gespräche nahmen Anleger Gewinne vom Tisch – vor allem aber steht ein anderes Thema im Raum: Die Erwartungen an 2026 könnten schlicht zu hoch angesetzt sein. Die Kursgewinne des laufenden Jahres sind damit erst einmal aufgezehrt.

Edelmetalle und Bitcoin liefern die nächste Unruhe-Welle

Während Aktien schwächeln, bleibt auch an anderer Stelle der Tritt unsicher. Silber setzte seine Talfahrt fort. Jochen Stanzl (Consorsbank) sieht das Risiko, dass ein Rutsch „in Richtung 60 US-Dollar oder tiefer“ sofort wieder die Angst vor Anschlussverkäufen in anderen Anlageklassen weckt. Genau dieses Kettenreaktions-Szenario scheint vielen Anlegern im Hinterkopf zu sitzen.

Noch deutlicher zeigt sich die Unruhe beim Bitcoin. Die Kryptowährung fiel unter 70.000 Dollar und markierte auf Bitstamp bei 69.049 US-Dollar den tiefsten Stand seit November 2024. Seit dem Rekordhoch von mehr als 126.000 Dollar im Oktober sind damit rund 45 Prozent verloren; das Minus seit Jahresbeginn liegt laut Bericht bei rund 20 Prozent. Die entscheidende Frage lautet nun: Beruhigt sich diese Flucht aus Risikoanlagen – oder wird sie zum Dauerzustand?

EZB bleibt bei zwei Prozent – Euro rutscht

Die Leitzinsen im Euroraum bleiben bei zwei Prozent, damit erfüllte die EZB die Erwartungshaltung des Marktes. Christine Lagarde stellte nach der Sitzung klar: „Wir sind in einer guten Lage und die Inflation ist in einer guten Lage.“ Der starke Euro hatte zuletzt Spekulationen über den künftigen Kurs der Notenbank befeuert, weil eine Aufwertung Importe billiger macht und Inflation dämpfen kann – zugleich aber exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland trifft. Lagarde blieb gelassen und verwies darauf, der Anstieg seit März 2025 sei in den EZB-Szenarien eingepreist. Am Donnerstag selbst gab der Euro nach: Der Referenzkurs wurde auf 1,1798 Dollar festgesetzt, ein Dollar kostete 0,8476 Euro.

Schwache Signale vom US-Arbeitsmarkt setzten zusätzlich Druck auf die Kurse. In den USA stellten in der vergangenen Woche deutlich mehr Menschen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als erwartet; tags zuvor hatte ADP bereits schwache Januar-Zahlen aus der Privatwirtschaft gemeldet. Nun richtet sich der Blick auf den Bericht der Regierung, der laut Text erst am 11. Februar kommt. Joachim Klement (Panmure Liberum) nennt das den sichtbarsten Ausdruck einer K-förmigen Konjunktur: Tech boomt, der Rest leidet unter höheren Zöllen und mangelnder Nachfrage. Passend dazu startete die Wall Street schwach: Der Dow Jones fiel im frühen Handel um 0,9 Prozent auf 49.073 Punkte, der S&P 500 um 1,1 Prozent auf 6.808, der Nasdaq 100 um 1,4 Prozent auf 24.540 Zähler. Neben den Arbeitsmarktdaten standen auch weitere enorme KI-Investitionen der Google-Mutter Alphabet im Fokus – doch selbst das lieferte keinen Stabilitätsanker.

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