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Euro profitiert von US-Europa-Spannungen trotz Wachstumsrisiken

Die Handelskonflikte zwischen den USA und Europa stärken überraschend den Euro gegenüber dem Dollar. Analysten der Bank of America sehen zwei gegenläufige Kräfte am Werk.

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Euro profitiert von US-Europa-Spannungen trotz Wachstumsrisiken

Die angespannten Beziehungen zwischen den USA und Europa im Zusammenhang mit Grönland und Handelsfragen haben dem Euro gegenüber dem US-Dollar Auftrieb verliehen. Dies geschieht, obwohl die Risiken für das europäische Wirtschaftswachstum weiterhin erhöht bleiben.

Die unmittelbare Bedrohung durch neue US-Zölle in Höhe von 10 Prozent auf Importe aus acht europäischen Ländern hat sich vorerst entspannt. Anzeichen für ein mögliches Abkommen führten zur Zurücknahme dieser Maßnahme. Dennoch bleibt die Handels- und politische Unsicherheit ein bestimmendes Thema für Investoren.

Zwei gegenläufige Marktkräfte

Die Bank of America (BofA) identifiziert zwei konkurrierende Faktoren für den EUR/USD-Wechselkurs. Einerseits bedroht eine bilaterale Eskalation das europäische Wirtschaftswachstum, was normalerweise den Euro belasten würde. Andererseits fungiert Europa als wichtige Finanzierungsquelle für das US-Leistungsbilanzdefizit – eine erneute Krise könnte daher den Dollar schwächen.

Die jüngste Marktentwicklung bestätigt den zweiten Mechanismus. Während der Eskalationsphase in dieser Woche fielen US-Aktien, die Zinsen stiegen und die Volatilität nahm zu – gleichzeitig legte der EUR/USD zu. Die BofA stellt fest, dass diese Reaktion zwar gedämpfter ausfiel als im April 2025, die Richtung jedoch konsistent blieb.

Historische Muster sprechen für den Euro

Historische Daten zeigen ein klares Muster: Nach überraschenden Zollerhöhungen, die die EU betrafen, tendierte der Euro zum Anstieg. Die BofA schätzt, dass die durchschnittliche Überrendite im Vergleich zum Trend in der Woche nach solchen Ereignissen bei etwa 1 Prozent lag.

Bemerkenswert ist auch eine Verschiebung der Marktdynamik. Höhere US-Realrenditen führen nicht mehr automatisch zu einem stärkeren Dollar gegenüber dem Euro – ein Bruch mit historischen Mustern.

Begrenzte direkte wirtschaftliche Auswirkungen

Sollten die angedrohten Zölle wieder eingeführt werden, wären die direkten wirtschaftlichen Folgen voraussichtlich begrenzt – sofern sie nicht auf die gesamte EU ausgeweitet würden. Die acht betroffenen Länder machen etwa 11 Prozent der US-Importe aus. Da die meisten dem EU-Binnenmarkt angehören, könnten Handelsströme umgeleitet werden.

Die größeren Kosten würden aus einem anhaltenden Anstieg der Unsicherheit resultieren. Eine länger andauernde Unsicherheit könnte die europäischen Investitionen erheblich belasten und das Wachstum dämpfen.

Fiskalpolitik als Unterstützungsfaktor

Mittelfristig spielen weitere Faktoren eine Rolle. Die BofA betont, dass eine stärkere politische Dynamik für europäische Fiskalausgaben den EUR/USD gestützt hat. Dies steht im Kontrast zu den anhaltenden US-Investitionen in künstliche Intelligenz.

Eine koordinierte EU-Antwort auf amerikanische Handelspolitik könnte den Euro weiter stärken – insbesondere wenn sie sich auf Dienstleistungen statt auf Waren konzentriert. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Eskalation eingedämmt wird und nicht außer Kontrolle gerät.

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