Dollar erholt sich nach Trump-Kehrtwende zu Grönland
Der US-Dollar legte am Donnerstag zu, nachdem Präsident Trump seine Zolldrohungen gegen europäische Länder wegen Grönland zurücknahm. Der Dollar-Index stieg um 0,1 Prozent auf 98,630 Punkte.

Der US-Dollar hat am Donnerstag seine Erholung fortgesetzt und die Gewinne vom Vortag ausgebaut. Um 10:15 Uhr deutscher Zeit notierte der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, 0,1 Prozent höher bei 98,630 Punkten. Damit setzte die US-Währung ihre Aufwärtsbewegung fort, nachdem sie sich am Mittwoch von den deutlichen Verlusten der Vorwoche erholt hatte.
Trump rudert bei Grönland-Plänen zurück
Auslöser für die Dollar-Stärke war eine überraschende Kehrtwende von US-Präsident Donald Trump. Dieser nahm am Mittwoch seine Drohungen zurück, europäische Verbündete im Zusammenhang mit seinen Grönland-Plänen mit Handelszöllen zu belegen. Zudem schloss Trump den Einsatz militärischer Gewalt zur Einnahme der dänischen Insel kategorisch aus. Nach Angaben des Präsidenten steht eine Rahmenvereinbarung zur Beilegung des Konflikts kurz bevor, die alle beteiligten Parteien zufriedenstellen soll.
Diese Entspannungssignale beruhigten die Finanzmärkte spürbar. In den Tagen zuvor hatten Trumps aggressive Äußerungen zu Grönland bei Investoren für Verunsicherung gesorgt und zu Kapitalabflüssen aus US-Vermögenswerten geführt. "Der Dollar folgte der Entlastungsrallye bei Risikoanlagen", kommentierten Analysten der niederländischen Bank ING die Entwicklung.
Details der Grönland-Vereinbarung noch unklar
Allerdings warnen Marktbeobachter vor voreiligem Optimismus. Bisher sind kaum Details über die angebliche Rahmenvereinbarung bekannt. "Die Märkte benötigen möglicherweise weitere Informationen und vielleicht ein paar Tage zusätzlicher versöhnlicher Äußerungen", so die ING-Analysten. Erst dann könne das Thema Grönland endgültig von der Agenda verschwinden.
Euro gibt nach - Fed-Sitzung im Fokus
Der Euro gab im Gegenzug leicht nach. Das Währungspaar EUR/USD notierte weitgehend unverändert bei 1,1688 Dollar, nachdem es am Vortag bereits um 0,3 Prozent gefallen war. Analysten sehen den Euro derzeit fast ausschließlich von den Dollar-Bewegungen getrieben. "Die Auflösung des Zollrisikos aufgrund einer Grönland-Rahmenvereinbarung reicht aus, um einige Dollar-Bullen wiederzubeleben", erklärte ING.
Das britische Pfund stabilisierte sich bei 1,3423 Dollar, nachdem es zuvor um 0,1 Prozent nachgegeben hatte.
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Zur AktienanalyseWichtige US-Konjunkturdaten stehen an
Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf wichtige US-Wirtschaftsdaten und die anstehende Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am 28. Januar. Bereits am Donnerstag werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht, die Aufschluss über die Stärke des Arbeitsmarktes geben. Zudem steht die aktualisierte BIP-Schätzung für das dritte Quartal an.
Besonders gespannt warten Investoren jedoch auf die Kernrate der PCE-Inflation für November. Diese Kennzahl gilt als bevorzugter Inflationsindikator der Fed und könnte wichtige Hinweise auf den künftigen Zinspfad der US-Notenbank liefern. Die Marktteilnehmer suchen nach Anhaltspunkten, wie die Fed ihre Geldpolitik im laufenden Jahr ausrichten wird.


