ANZEIGE

EU droht mit Zwei-Geschwindigkeiten-Europa bei Kapitalmarktunion bis Juni

Macron und von der Leyen setzen Ultimatum für festgefahrene Wirtschaftsreformen im Block

•• 3 Min
EU droht mit Zwei-Geschwindigkeiten-Europa bei Kapitalmarktunion bis Juni

Die Europäische Union erwägt einen radikalen Kurswechsel bei ihren Wirtschaftsreformen. Beim informellen EU-Gipfel in Belgien setzten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Mitgliedstaaten eine Frist bis Juni, um bei der seit über einem Jahrzehnt blockierten Kapitalmarktunion voranzukommen.

Die Kapitalmarktunion soll es Europa ermöglichen, in einem Umfang zu investieren, der dem Niveau der Vereinigten Staaten entspricht. Doch Eigeninteressen verschiedener Länder und Berufsgruppen verhinderten bisher eine Integration. Sollten bis Juni keine ausreichenden Fortschritte erzielt werden, könnte eine kleinere Gruppe von mindestens neun EU-Staaten im Rahmen einer "verstärkten Zusammenarbeit" vorangehen.

"Oft bewegen wir uns mit der Geschwindigkeit des Langsamsten voran, und die verstärkte Zusammenarbeit vermeidet das", erklärte von der Leyen vor Journalisten. "Der Druck und das Gefühl der Dringlichkeit sind enorm, und das kann Berge versetzen."

Sechser-Gruppe als Vorreiter

Als Vorreiter könnten die sechs führenden Volkswirtschaften fungieren, die bereits im vergangenen Monat bei von Deutschland ausgerichteten Gesprächen über ein "Europa der zwei Geschwindigkeiten" teilnahmen: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande. Diese Länder wollen die Entscheidungsträgheit überwinden und die EU-Wirtschaft beleben.

Die Dringlichkeit unterstreichen aktuelle Wirtschaftsdaten: Der Handelsbilanzüberschuss der EU schrumpfte im Dezember weiter, da Zölle die Exporte in die USA belasteten und steigende chinesische Importe die heimische Produktion verdrängten.

Kritik an Zwei-Klassen-Europa

Nicht alle EU-Mitglieder zeigen sich begeistert von den Plänen. "Es ist eine gute Idee, den Mitgliedstaaten zu drohen, damit sie sich bei einigen Dossiers einigen, aber eine sehr schlechte Idee für die Zukunft Europas", warnte ein EU-Diplomat. Ein anderer kritisierte, dies widerspreche der Einheit, die Europa in anderen Bereichen zur Schau stelle.

Ein dritter Diplomat verteidigte jedoch die Strategie: "Da draußen herrscht eine feindselige Welt. Der Wohlstand ist bedroht, wenn diese Engpässe fortbestehen." Er verwies darauf, dass Europa bereits in verschiedenen Bereichen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten arbeite.

Bewährte Modelle für flexible Integration

Tatsächlich gibt es bereits erfolgreiche Beispiele für differenzierte Integration in der EU. Die Euro-Währung und der schengenweite passfreie Reiseverkehr ermöglichen es Gruppen von EU-Ländern voranzugehen, während andere später beitreten können. Dem Schengen-Raum gehören beispielsweise Zypern und Irland nicht an, wohl aber vier Nicht-EU-Länder. Die Europäische Staatsanwaltschaft hat 24 EU-Teilnehmer, das Einheitspatentsystem 18.

Erst im Dezember einigten sich die EU-Spitzen auf ein Darlehen von 90 Milliarden Euro für die Ukraine, wobei sich die Tschechische Republik, Ungarn und die Slowakei dagegen entschieden.

Experten mahnen zur Vorsicht

Karel Lannoo, CEO des Centre for European Policy Studies, warnte, die EU solle weiterhin versuchen, als Gemeinschaft der 27 voranzukommen und nicht zu "konzentrischen Kreisen" zu werden. "Man muss als Europa vorankommen, und das müssen wir auch im Kontext der Bedrohungen durch die Vereinigten Staaten und Russland sehen."

Die Denkfabrik European Policy Centre betonte, eine Koalition der Willigen sei kein Allheilmittel. Die Gespräche über die Kapitalmarktunion seien lange durch Meinungsverschiedenheiten zwischen großen EU-Mitgliedern wie Frankreich, Deutschland und Italien aufgehalten worden.

Der Präsident des Europäischen Rates, Antonio Costa, erklärte, das Thema sei nicht Teil der offiziellen Diskussionen gewesen, wurde jedoch am Rande angesprochen. "Europa hat nie wirklich unter einem Mangel an Plänen oder großen Visionen gelitten; das eigentliche Hindernis war fast immer eine schwache Umsetzung und nationale Interessen", schrieben die ING-Ökonomen Carsten Brzeski und Bert Colijn. "Ob es dieses Mal anders sein wird, bleibt abzuwarten."

KapitalmarktunionEu-WirtschaftsreformenZwei-Geschwindigkeiten-EuropaUrsula Von Der LeyenEmmanuel Macron

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  3. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  4. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  5. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.