Elf Schnäppchen-Aktien mit großem Wachstumspotenzial bis 2028 im Blick
MarketWatch identifiziert elf Aktien, die zu niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen gehandelt werden und bis 2028 hohe Umsatzwachstumsraten erzielen sollen.

MarketWatch hat elf Aktien identifiziert, die derzeit zu niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen gehandelt werden und deren Unternehmen in den kommenden zwei Jahren ein sehr hohes Umsatzwachstum erzielen sollen. Der Bericht wurde am 28. Oktober 2026 veröffentlicht. Die Auswahl fällt in eine Phase, in der Value-Aktien im breiten Markt die Wachstumswerte übertroffen haben.
Das Muster ist bemerkenswert: Üblicherweise gelten günstig bewertete Aktien als langsam wachsende Werte. Im Value-Segment finden sich laut der Analyse jedoch Titel, bei denen attraktive Bewertungen und rasantes erwartetes Geschäftswachstum zusammenkommen. Die Prognosen reichen bis 2028.
Für deutsche Privatanleger ist die Einordnung relevant, weil die Frage "Value oder Growth" auch hierzulande viele Depots prägt. Der Bericht liefert Argumente für beide Seiten und zeigt, dass die Grenze zwischen den Kategorien fließend sein kann.
Die Details
Im Zentrum stehen elf Aktien. Sie notieren zu niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen, also günstig im Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Gleichzeitig erwarten Analysten von den dahinterstehenden Unternehmen in den kommenden zwei Jahren sehr hohe Umsatzwachstumsraten. Der Betrachtungshorizont reicht bis 2028.
Der Bericht liefert zugleich eine Definition: Value-Aktien sind typischerweise Aktien ausgereifter Unternehmen. Sie können sich langsam entwickeln, oder ihre Kurse sind im Verhältnis zur Ertragskraft niedrig angesetzt — oder beides trifft zu. Häufig weisen sie eine attraktive Dividendenrendite auf.
MarketWatch ordnet auch das Risiko ein. Eine auf Value orientierte Aktienstrategie ist demnach kurzfristig vernünftigerweise als weniger riskant anzusehen, langfristig jedoch als weniger ertragreich — verglichen mit dem S&P 500 oder einem Wachstumsindex. Diese Einschätzung justiert die Erwartungshaltung: Wer auf günstige Bewertungen setzt, tauscht langfristiges Renditepotenzial gegen kurzfristige Stabilität.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Im Jahr 2026 haben Value-Aktien im breiten Markt die Wachstumswerte übertroffen. Das ist insofern ungewöhnlich, als Wachstumswerte in vielen Marktphasen die Führung übernommen hatten. Der aktuelle Befund stützt die These, dass Bewertung und Ertragskraft wieder stärker zusammenspielen.
Der Bericht betont, dass die Kombination aus niedriger Bewertung und hohem erwartetem Wachstum innerhalb des Value-Segments nicht die Regel ist. Genau deshalb sticht die Auswahl hervor: Sie widerspricht dem Klischee, dass günstige Aktien zwangsläufig langsam wachsende Geschäfte sind. Die elf Titel stehen damit für eine Schnittmenge, die Anleger selten auf dem Radar haben.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 16.06.2026 berichtete aktien.news, dass ein umfassendes Screening des US-Aktienmarkts 20 Aktien zutage förderte, die zum oder sogar unter dem halben Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 gehandelt werden und gleichzeitig hohe prognostizierte Umsatzwachstumsraten bis 2028 aufweisen. Damals hieß es, ein KGV unterhalb des halben S&P-500-Niveaus signalisiere, dass der Markt die Wachstumsperspektiven nicht vollständig einpreise.
Am 02.07.2026 folgte ein Bericht über 14 Value-Aktien mit rasantem Wachstum bis 2028. Im Fokus stand der Russell 1000 Value Index, der die größten US-Unternehmen bündelt, die nach klassischen Bewertungskriterien als günstig gelten — dazu zählen ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis oder ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis. Der Bericht verwies darauf, dass sich Substanzwerte in Phasen hoher Inflation historisch besser entwickeln als Wachstumswerte.
Bereits am 27.02.2026 hatte aktien.news fünf unterbewertete Aktien mit starkem Aufwärtspotenzial vorgestellt. Damals hieß es, in vernachlässigten Marktsegmenten entstünden attraktive Einstiegsmöglichkeiten, während Mega-Cap-Technologieaktien und KI-Titel die Aufmerksamkeit auf sich zögen. Genannt wurde unter anderem QXO (NYSE: QXO).
Am 16.09.2026 berichtete aktien.news über einen zeitlich begrenzten Flash Sale von InvestingPro. Darin hieß es, die KI-gestützte Aktienauswahl des Anbieters habe den S&P 500 seit Einführung um mehr als 113 Prozent übertroffen.
Was das für Anleger bedeutet
Die elf Titel sind kein Freibrief für blinde Käufe. Der Bericht nennt keine Unternehmensnamen, sondern beschreibt ein Screening-Muster: niedrige Bewertung plus hohe erwartete Wachstumsraten. Anleger, die diesem Ansatz folgen wollen, müssen die einzelnen Werte selbst prüfen.
Zwei Punkte sind für deutsche Privatanleger zentral. Erstens: Ein niedriges KGV kann auch bedeuten, dass der Markt Zweifel an der Nachhaltigkeit der Gewinne hat. Die erwarteten Wachstumsraten sind Prognosen, keine Garantien. Zweitens: Die vom Bericht beschriebene Risikostruktur — weniger riskant kurzfristig, weniger ertragreich langfristig — sollte zur eigenen Anlagestrategie und zum Anlagehorizont passen.
Ein weiterer Aspekt ist die Dividende. Value-Aktien weisen laut dem Bericht oft eine attraktive Dividendenrendite auf. Für Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen schätzen, kann das ein zusätzliches Argument sein — vorausgesetzt, das Unternehmen kann die Dividende aus dem laufenden Geschäft tragen. Angaben zu einzelnen Titeln macht der Bericht dazu nicht.
Wer breit gestreut investiert, kann Value- und Wachstumssegmente kombinieren, statt sich für eine Seite zu entscheiden. Der Befund, dass Value-Aktien 2026 den breiten Markt übertroffen haben, ist eine Momentaufnahme und kein dauerhaftes Gesetz. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Der entscheidende Zeitraum ist klar umrissen: Die Umsatzwachstumsprognosen der Unternehmen reichen bis 2028. Ob sich die Erwartungen erfüllen, wird sich über die kommenden zwei Jahre zeigen. Der Bericht von MarketWatch datiert vom 28. Oktober 2026 und ordnet die Titel in das laufende Marktjahr ein.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die günstigen Bewertungen bestehen bleiben, während die Unternehmen wachsen. Steigen die Kurse stärker als die Gewinne, verschwindet der Bewertungsvorteil. Bleiben die Kurse zurück, während die Umsätze zulegen, könnte sich die Lücke schließen. Beide Szenarien sind im Quelltext angelegt — eine Prognose darüber enthält er nicht.
Kurz erklärt
- KGV: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie und gilt als zentrale Bewertungskennzahl.
- Value-Aktie: Eine Aktie eines ausgereiften Unternehmens, deren Kurs im Verhältnis zur Ertragskraft niedrig angesetzt ist und die oft eine attraktive Dividendenrendite bietet.
- Wachstumsaktie: Eine Aktie eines Unternehmens, dem ein überdurchschnittlich starkes Umsatz- und Gewinnwachstum zugetraut wird.
- S&P 500: Ein breiter US-Aktienindex, der als Vergleichsmaßstab für die Wertentwicklung von Aktienstrategien dient.
- Russell 1000 Value Index: Ein Index, der die größten US-Unternehmen bündelt, die nach klassischen Bewertungskriterien als günstig eingestuft werden.
