Bill Ackman verrät seine einfache Regel für großartige Unternehmen
Der Hedgefonds-Manager erklärt im Podcast, woran er ein großartiges Unternehmen erkennt – und warum er nur wenige Aktien hält.

Bill Ackman, einer der bekanntesten Hedgefonds-Manager der Wall Street, hat eine ebenso einfache wie anspruchsvolle Regel formuliert, nach der er Unternehmen für sein Portfolio auswählt. Der milliardenschwere Investor brachte sie in einem Podcast-Interview auf den Punkt: „Ein großartiges Unternehmen ist ein Geschäft, das man heute kaufen könnte, die Märkte könnten 20 Jahre lang geschlossen bleiben, und man weiß mit enormer Sicherheit, dass man in 10 oder 20 Jahren etwas besitzt, das enorm wertvoll ist."
Das Gespräch führte Nicolai Tangen, der Chief Executive Officer von Norges Bank Investment Management. Veröffentlicht wurde das Interview am Mittwoch. Ackman ist Gründer und Chief Executive Officer von Pershing Square Capital Management.
Ackmans Aussage ist bewusst als Gedankenexperiment angelegt. Wer eine Aktie kauft und die Börse danach zwei Jahrzehnte lang nicht öffnen könnte, kann nicht auf steigende Kurse spekulieren und nicht auf einen schnellen Verkauf hoffen. Entscheidend ist dann allein, ob das Unternehmen selbst über diese Zeit hinweg an Wert gewinnt. Genau diese Frage stellt Ackman nach eigener Darstellung in den Mittelpunkt seiner Auswahl.
Die Details
Der Manager verknüpft mit seiner Regel zwei Zeithorizonte: 10 und 20 Jahre. In beiden Fällen soll der Anleger „mit enormer Sicherheit" wissen, dass er am Ende etwas „enorm wertvolles" besitzt. Die Formulierung verlangt also nicht nur ein gutes Geschäft, sondern ein Geschäft, dessen Qualität sich über sehr lange Zeiträume trägt.
Auffällig ist die Reihenfolge der Prüfschritte. Zuerst steht die Frage, ob man das Geschäft heute überhaupt kaufen könnte – also ob es an der Börse verfügbar und der Preis vertretbar ist. Danach folgt die eigentliche Härteprobe: der gedankliche Ausschluss jedes Verkaufs. Erst wenn ein Unternehmen diese Prüfung besteht, erfüllt es für Ackman das Kriterium eines „großartigen Unternehmens".
Ackman äußerte sich in einem Podcast-Interview, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Gesprächspartner war Nicolai Tangen, CEO von Norges Bank Investment Management. Die Quelle des Berichts ist MarketWatch.
Ackman steht seit Jahren im Fokus von Privatanlegern weltweit, weil sein Fonds Pershing Square Capital Management ein stark konzentriertes Portfolio hält. Wie aktien.news bereits am 10.08.2026 berichtete, umfasst sein Portfolio laut der damaligen 13F-Meldung für das erste Quartal lediglich etwa ein Dutzend Aktien – deutlich weniger als die meisten vergleichbaren Fonds. Der Titel des aktuellen Berichts bringt dieselbe Beobachtung auf den Punkt: Ackman hält nur eine Handvoll Aktien.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die neue Aussage reiht sich in eine Serie von Berichten über Ackman und seinen Fonds ein. Bereits am 15.08.2026 berichtete aktien.news, dass ein Analyst sein eigenes Portfolio mit dem von Ackmans Pershing Square verglichen und dabei fünf identische Positionen entdeckt hatte. Der Beitrag von The Motley Fool nahm diese Überschneidungen zum Anlass, die eigenen Bestände kritisch zu hinterfragen und neu zu bewerten.
Am 14.08.2026 berichtete aktien.news, dass Ackman den sinkenden Aktienkurs seines neu aufgelegten Fonds Pershing Square USA als „schlichtweg absurd" bezeichnet hatte. Ackmans Aktienfonds blieb im bisherigen Jahresverlauf hinter dem breiteren Markt zurück. Ackman hielt damals seine erste Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen ab, seit er den gleichzeitigen Börsengang seines neuen Fonds Pershing Square USA sowie seiner Managementgesellschaft Pershing Square vollzogen hatte.
Am 10.08.2026 berichtete aktien.news über Restaurant Brands International (Ticker: QSR) als eine von Ackmans langjährigen Positionen. Der Fonds hielt die Aktie seit fast 12 Jahren. Restaurant Brands International ist der Mutterkonzern hinter Schnellrestaurant-Ketten wie Burger King, Tim Hortons, Popeyes und Firehouse Subs. Bemerkenswert war damals, dass die Aktie in einem Portfolio stand, das auch Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta Platforms enthält.
Am 16.05.2026 berichtete aktien.news, dass Ackman eine neue Position in Microsoft (NASDAQ: MSFT) eröffnet hatte. Pershing Square gab damals bekannt, die Aktien seit Februar 2026 zu kaufen – ausgelöst durch Marktvolatilität, die Ackman als seltene Einstiegsgelegenheit wertete. Zum Zeitpunkt der ersten Käufe wurde Microsoft mit dem 21-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist Ackmans Regel vor allem ein Prüfstein für die eigene Denkweise. Wer eine Aktie nur kauft, weil er auf kurzfristig steigende Kurse setzt, würde das Gedankenexperiment der geschlossenen Märkte nicht bestehen. Die Regel verlangt dagegen, dass das Geschäftsmodell selbst über Jahre hinweg Wert schafft.
Daraus folgt eine wichtige Unterscheidung: Ein gutes Unternehmen ist nicht automatisch eine gute Aktie, und eine gute Aktie nicht automatisch ein gutes Unternehmen. Ackmans Kriterium setzt beim Unternehmen an, nicht beim Kursverlauf. Wer diesem Ansatz folgt, muss bereit sein, den Kurs einer Position über lange Zeiträume auszuhalten.
Zugleich zeigt der Blick auf Ackmans Fonds, dass diese Haltung mit einem sehr konzentrierten Portfolio einhergeht. Ein Dutzend Positionen oder weniger bedeutet, dass einzelne Werte ein großes Gewicht haben und Fehler entsprechend stark durchschlagen können. Anleger, die Ackman nachahmen wollen, sollten diese Kehrseite der Konzentration mitdenken.
Wichtig ist die Einordnung: Ackmans Aussage ist eine allgemeine Investmentphilosophie, keine konkrete Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Der Bericht nennt weder ein bestimmtes Unternehmen noch einen Kurs oder ein Kursziel.
Ausblick
Konkrete Termine oder neue Portfoliomaßnahmen nennt der aktuelle Bericht nicht. Er beschränkt sich auf Ackmans im Podcast-Interview geäußerte Regel. Beobachter werden weiterhin auf die nächsten Meldungen von Pershing Square achten, etwa auf künftige 13F-Meldungen, die Aufschluss über die Zusammensetzung des konzentrierten Portfolios geben.
Kurz erklärt
- Hedgefonds: Ein Fonds, der mit flexiblen Strategien für vermögende Anleger und Institutionen arbeitet und oft stärker konzentriert ist als klassische Fonds.
- Konzentriertes Portfolio: Eine Anlagestrategie, bei der Kapital auf wenige Positionen verteilt wird, statt breit zu streuen.
- 13F-Meldung: Eine in den USA vorgeschriebene Quartalsmeldung, in der institutionelle Investoren ihre gehaltenen Aktienpositionen offenlegen.
