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Edeka warnt vor der Wahl der AfD

Mit einer auffälligen Kampagne positioniert sich der Einzelhändler gegen rechtsextreme Tendenzen

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Edeka warnt vor der Wahl der AfD

Der deutsche Lebensmitteleinzelhändler Edeka hat sich kurz vor den anstehenden Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg mit einer auffälligen Werbekampagne gegen die AfD positioniert. In ganzseitigen Anzeigen in der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ warnt Edeka die Wähler davor, bei den bevorstehenden Wahlen die AfD zu unterstützen. Die Anzeigen tragen den Slogan „Warum bei Edeka Blau nicht zur Wahl steht“ und zeigen verschiedene farbige Lebensmittel wie gelbe Bananen und rote Tomaten, jedoch keine blauen Produkte. Edeka argumentiert, dass blaue Lebensmittel in der Natur oft als Warnsignal gelten, was auf die politische Botschaft anspielt, dass Blau – eine Anspielung auf die AfD – auch bei Wahlen keine gute Wahl sei. Edeka betont, dass Blau nicht nur bei Obst und Gemüse, sondern auch in der Politik der natürliche Feind der Vielfalt sei.

Diese Kampagne ist nicht das erste politische Statement von Edeka. Bereits in der Vergangenheit hatte das Unternehmen ähnliche Botschaften über Social-Media-Kanäle wie Instagram und Tiktok verbreitet und dabei den Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ in „Wir lieben Vielfalt“ abgewandelt. Der stellvertretende Sprecher des AfD-Landesvorstands in Thüringen, Torben Braga, reagierte auf die Kampagne, indem er sich im sozialen Netzwerk X ironisch für die „Unterstützung“ im Wahlkampf bedankte und darauf hinwies, dass auch viele Edeka-Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten die AfD wählen würden.

Die Kampagne von Edeka kommt zu einer Zeit, in der die AfD laut Umfragen in Thüringen und Sachsen möglicherweise zur stärksten politischen Kraft werden könnte. Dies stellt eine seltene politische Positionierung eines großen Einzelhändlers dar, der normalerweise darauf bedacht ist, möglichst viele Kunden anzusprechen. Edeka steht jedoch derzeit unter Druck, da viele Kunden aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten verstärkt bei Discountern einkaufen. Es besteht die Gefahr, dass Edeka durch diese Kampagne AfD-Wähler verprellt oder es sogar zu Drohungen in den Filialen kommt.

Edekas politische Äußerungen sind Teil einer breiteren Bewegung von deutschen Unternehmen, die sich öffentlich für Vielfalt und gegen Populismus und Fremdenfeindlichkeit aussprechen. In einer ähnlichen Kampagne hatten sich bereits etwa 40 Familienunternehmen, darunter Miele und Rossmann, gegen rechtsextreme Tendenzen und für eine vielfältige Gesellschaft eingesetzt. Trotz Kritik von AfD-Vertretern wie Björn Höcke, der die Kampagne als „pure Heuchelei“ bezeichnete, erfährt die Initiative immer mehr Zuspruch aus der Wirtschaft, mit mittlerweile über 80 teilnehmenden Unternehmen.

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