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Walmart trennt sich von JD.com-Anteilen

Fokus auf eigene China-Geschäfte und Sam's Club als Strategieanpassung

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Walmart trennt sich von JD.com-Anteilen

Der US-Einzelhandelsriese Walmart hat sich Berichten zufolge von seiner Beteiligung am chinesischen E-Commerce-Unternehmen JD.com getrennt. Eine Person, die mit der Angelegenheit vertraut ist, teilte mit, dass die Platzierung der Aktien vollständig gezeichnet wurde und einen Gesamtwert von 3,74 Milliarden Dollar (rund 3,36 Milliarden Euro) erreicht habe. Die Aktien wurden im oberen Bereich der gebotenen Preisspanne verkauft, was einem deutlichen Abschlag auf den vorherigen Schlusskurs entsprach.

Walmart bot insgesamt 144,5 Millionen American Depositary Shares (ADS) von JD.com an, die zu einem Preis zwischen 24,85 und 25,85 Dollar pro Aktie angeboten wurden. Der Schlusskurs vom Dienstag lag noch bei 28,19 Dollar, was bedeutet, dass die Aktien mit einem Abschlag von bis zu 11,8 Prozent offeriert wurden. Morgan Stanley begleitete die Transaktion als Finanzberater.

Walmart erklärte in den zugehörigen Unterlagen, dass der Verkauf der Anteile Teil einer Strategie sei, sich stärker auf die eigenen Geschäftsaktivitäten in China zu konzentrieren. Dazu gehören insbesondere Walmart China und Sam’s Club. Trotz des Verkaufs plant Walmart jedoch, die Geschäftsbeziehungen mit JD.com fortzusetzen. JD.com äußerte sich ebenfalls zuversichtlich hinsichtlich einer zukünftigen Zusammenarbeit.

Sam's Club hat sich in China als besonders erfolgreich erwiesen. Nach Angaben der China Chain Store & Franchise Association war Sam's Club im vergangenen Jahr die einzige Supermarktkette unter den fünf größten Anbietern, die ein Umsatzwachstum verzeichnen konnte. Das Geschäftsmodell, bei dem Premium-Waren über ein Mitgliedschaftssystem angeboten werden, fand inzwischen Nachahmer bei Konkurrenten. Andere Supermärkte von Walmart in China konnten hingegen nicht dieselben Erfolge verbuchen.

Die in Hongkong notierten Aktien von JD.com reagierten auf die Nachricht mit einem deutlichen Kursrückgang von elf Prozent bei der Handelseröffnung am Mittwoch. Insgesamt hat die Aktie von JD.com seit ihrem Höchststand Anfang 2021 etwa 70 Prozent an Wert verloren. Auch verglichen mit dem Zeitpunkt, als Walmart 2016 Hauptaktionär wurde, hat sich der Wert kaum verändert.

Walmart passt aktuell seine Strategie in China an, da das Unternehmen neben der Konkurrenz durch traditionelle Wettbewerber wie Alibaba auch durch neue Herausforderer wie Temu unter Druck gerät. Diese Anpassung erfolgt in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, das durch die Immobilienkrise, volatile Märkte und unsichere Jobaussichten geprägt ist. Branchenexperten gehen davon aus, dass Walmart von seinen bisherigen Investitionen in JD.com enttäuscht sein könnte.

Vertreter von Walmart, JD.com und Morgan Stanley wollten sich zu den jüngsten Entwicklungen nicht öffentlich äußern. Die Entscheidung von Walmart folgt einem Trend im chinesischen Markt, wo die meisten Versuche, Online- und Offlinehandel zu verschmelzen, bislang gescheitert sind.

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