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Deutsche Bank wieder über Buchwert bewertet

Aktienkurs signalisiert wachsendes Vertrauen der Investoren

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Deutsche Bank wieder über Buchwert bewertet

Der Börsenwert der Deutschen Bank liegt erstmals seit der globalen Finanzkrise wieder über dem Buchwert des Instituts. Der Aktienkurs des größten deutschen Kreditinstituts ist zuletzt so weit gestiegen, dass die Marktbewertung den bilanziellen Eigenkapitalwert übertrifft. Damit erreicht eine zentrale Kennziffer ein Niveau, das Anleger über viele Jahre nicht mehr für möglich gehalten hatten.

Konkret übersteigt das sogenannte Kurs-Buchwert-Verhältnis erstmals wieder die Marke von eins. Diese Kennziffer setzt den Börsenwert eines Unternehmens ins Verhältnis zu seinem Eigenkapital und gilt als wichtiger Indikator für das Vertrauen der Investoren. Ein Wert oberhalb von eins signalisiert, dass der Markt dem Institut zutraut, mit seinem Kapital nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften.

Nach dem Ausbruch der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank im europäischen Vergleich deutlich an Boden verloren. Zeitweise fiel das Verhältnis von Börsenwert zu Buchwert auf weniger als 0,2. Anleger zweifelten damals sowohl an der Qualität der Vermögenswerte als auch an der langfristigen Ertragskraft des Instituts. Restrukturierungen, Rechtsstreitigkeiten und eine schwache Profitabilität belasteten die Bewertung über Jahre hinweg.

Inzwischen schließt die Bank diese Lücke allmählich. Die Ertragslage hat sich verbessert, auch wenn zahlreiche europäische Wettbewerber weiterhin höhere Renditen erzielen. Der Durchschnitt der im europäischen Bankenindex zusammengefassten Institute liegt mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis deutlich über dem der Deutschen Bank. Dennoch wird der jüngste Anstieg als Signal gewertet, dass das Vertrauen der Kapitalmärkte langsam zurückkehrt.

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die veränderte Zinssituation. Das Ende der jahrelangen Nullzinspolitik hat die Ertragsmöglichkeiten der gesamten Branche spürbar verbessert. Davon profitiert auch die Deutsche Bank, wenngleich andere Institute durch höhere Dividenden und umfangreichere Aktienrückkäufe zusätzliche Anreize für Investoren geschaffen haben.

Analysten gehen davon aus, dass das Institut seine zuletzt angestrebten Renditeziele weitgehend erreicht hat. Für die kommenden Jahre bleiben die Erwartungen jedoch gedämpfter als die internen Zielmarken. Ob es gelingt, die Profitabilität weiter zu steigern und die Bewertungslücke zu den führenden europäischen Banken vollständig zu schließen, wird maßgeblich von der operativen Entwicklung abhängen.

Im Vergleich zur Commerzbank liegt die Deutsche Bank bei der Marktbewertung weiterhin zurück. Die Aktie der Rivalin hatte den Buchwert bereits früher überschritten, begünstigt durch Fortschritte bei der Sanierung und zusätzliches Übernahmeinteresse aus dem Ausland. Für die Deutsche Bank markiert das Überschreiten des Buchwerts dennoch einen symbolisch wichtigen Schritt nach vorn.

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